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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Montag, 1. Juni 2015

Aufwendige Rettungsaktion im Rappenalptal

Gewitterfront und einbrechende Nacht verhindern schnelle Rettung.

Am Freitag, den 29.05.2015, wurde die Bergwacht Oberstdorf gegen 20:30 Uhr über die Leitstelle Allgäu zu einem Einsatz im Bereich Rappenalptal alarmiert. Zwei junge Männer im Alter von 28 und 34 Jahren waren am Morgen von Einödsbach aus über die Enzianhütte auf die Rappenseehütte aufgestiegen. Den weiteren Weg setzten sie Richtung Schrofenpass über den Mutzentobel fort. Nach dem Tobel kamen sie aufgrund des Schnees vom eigentlichen Weg ab und beschlossen dann Richtung Westen direkt und weglos ins Rappenalptal abzusteigen. Diese Entscheidung brachte die beiden Wanderer zwar tiefer Richtung Tal, aber in immer steileres und schwierigeres Gelände. Einem der Männer gelang es den Abstieg bis ins Tal zu bewältigen, wobei er mehrmals abrutschte. Leider verletzte er sich bei einem Sturz im Steilgelände und renkte sich dabei seine Schulter aus. Während er trotz Verletzung die Talstraße erreichte, blieb sein Kollege ca. 300 Höhenmeter weiter oben in felsdurchsetztem Gelände. Für ihn war es nicht mehr möglich nach oben oder unten zu gelangen.

Eine direkte Alarmierung per Mobiltelefon war für beide Personen nicht möglich, da in diesem Bereich kein bzw. nur sehr schlechter Handy-Empfang verfügbar ist. Glücklicherweise wurde der verletzte Wanderer auf der Straße im Rappenalptal von einem Jäger gesehen, der daraufhin nach einer kurzen Fahrt mit seinem Mobiltelefon Kontakt zur Rettungsleitstelle aufnehmen und den Notruf absetzen konnte.

Vom Einsatzleiter der Bergwacht Oberstdorf wurde der Rettungshubschrauber CHR 17 zur Unterstützung der Bergung der zweiten Person angefordert. Bei Überflügen im Zielgebiet konnte der Gesuchte um 21:25 Uhr lokalisiert werden. Der Einsatzleiter wurde 150 Meter oberhalb der Einsatzstelle in einer Wiese abgesetzt. Durch die einbrechende Dunkelheit  und aufziehende Gewitter war eine Retttung mit dem Hubschrauber nicht mehr möglich. Weitere Bergretter machten sich deshalb von unten zu Fuß und mit Rettungsmaterial auf den Weg. 

Zwischenzeitlich wurde der verletzte Wanderer mit dem Bergrettungsfahrzeug in Begleitung des Notarztes des Hubschraubers zur Einsatzwache der Bergwacht Oberstdorf gefahren. Von dort wurde der Patient mit Hilfe des Hubschraubers zur weiteren Versorgung ins Krankenhaus transportiert.

Die Rettung seines Kollegen gestaltete sich aufwändig und auch für die Bergretter relativ gefährlich. Durch mehrere Abseilvorgänge bei völliger Dunkelheit und immer wieder einsetzende Gewitterschauer erreichten alle Beteiligten gegen 23:00 Uhr den Talboden. Um 23:30 Uhr war für alle acht Einsatzkräfte dieser nicht alltägliche Einsatz beendet.

Autor: Bernhard Böck

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