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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Donnerstag, 18. September 2014

Rettung in aller letzter Minute

Kreislaufstillstand nach Gleitschirmabsturz am Falkenstein in Pfronten

Am Donnerstagnachmittag ereignete sich ein dramatischer Unfall am Falkenstein.
Um 13 Uhr wurde der Bergwacht Pfronten ein Gleitschirmabsturz am Falkenstein auf der Südseite gemeldet. Der Einsatzleiter forderte sofort einen Rettungshubschrauber an und die Mannschaft machte sich zu Fuß auf den Weg zur Absturzstelle.
Mit einem Tau wurde ein Bergwachtler direkt zu der Unfallstelle geflogen und in einem steilen Schotterfeld abgesetzt. Die Geitschrimfliegerin hing 20m frei in der Luft zwischen zwei Bäumen. An einen Baum hing ihr Gleitschirm, an dem anderen ihr Rettungsschirm.
Der Retter sprach mit der Frau und kletterte gleich auf den Baum zu ihr nach oben. Die Gleitschirmpilotin hing jedoch so weit von dem Baum weg, dass es nicht möglich war sie von dort aus zu bergen.
Daraufhin flog ein weiterer Bergwachtmann mit einem 50m langen Tau am Hubschrauber des Christoph 17 zum Unfallort und wollte die Frau direkt aufnehmen. Doch der starke Wind, der sogenannte „Downwash“, den der Hubschrauber verursacht, hätte die Gleitschirme aufwirbeln können, was für die Hubschrauberbesatzung sowie der Bergwacht ein zu hohes Absturzrisiko für die Verunfallte darstellte. Aus diesem Grund wurde der erste Rettungsversuch abgebrochen.
Daraufhin wurde die Gleitschirmpilotin gesichert und das Tau um zusätzliche 25m verlängert. Mit dem nun 75m langem Tau wurde die Unfallstelle erneut vom Kemptener Hubschrauber angeflogen.
Inzwischen war die Frau bewusstlos geworden, da Ihr Gurt vom Rettungsschirm so stark ihre Arme und Beine abschnitt und die Durchblutung beeinflusste. Es kam dabei zu einem Hängetrauma.
Nachdem die Fliegerin von dem Tauretter aufgenommen wurde, erlitt sie einen Kreislaufstillstand. Der Hubschrauber landete umgehend und die Frau wurde sofort reanimiert und von einem Notarzt versorgt. Die Wiederbelebung war erfolgreich und die Frau erwachte wieder. Das war eine Rettung in aller letzter Minute und die Verunfallte wurde nach Immenstadt ins Krankenhaus geflogen.

Während des Einsatzes wurde der Hubschrauberpilot noch von einem anderen neugierigen Gleitschirmflieger behindert, der ständig über der Unfallstelle in der Luft kreiste. Der Gleitschirmpilot konnte später festgestellt werden und wird wegen den Behinderungen der Einsatzkräfte angezeigt.

 

Taurettung Christoph 17

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