Mitglieder-Login

Passwort vergessen?

 

 

Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Canyonrettung im Bayerischen Alpenraum

Die Canyonrettungsgruppe der Bergwacht Bayern be- steht aus erfahrenen Berg- und Wasserrettern mit Zu-satzausbildung Canyonrettung. Durch diese Speziali-sierung können Rettungseinsätze in Gebirgsbächen und wasserführenden Schluchten sicher bewältigt werden. Beim Canyoning werden wasserführende Schluchten mit Gumpen (Wasserbecken) in Neopren-anzügen durchwandert. Die felsigen Passagen über-windet man mittels Abseilen. Beim Abseilen im Was-ser braucht man aber eine spezielle Ausrüstung und deren Handhabung ist auch auf das Wasser abge-stimmt.  

Weil ein Ausstieg aus einer Schlucht nach oben nicht immer möglich ist, müssen die einzelnen Abschnitte eines Gebirgsbaches nach unten bewältigt werden. Der Nasse Bereich ist oft Glitschik weshalb man kaum Halt findet und für eine Rettungsaktion aufwän-dige Seilbahnen gebaut werden müssen. Auch das  Fliessverhalten des Wassers ist in einem Canyon anders.

Deshalb müssen die angehenden Canyonretter in den Themen Seilbahnbau, Hydrodynamik (Wasser lesen lernen), besondere medizinische Aspekte im Wasser (Ertrinken, Unterkühlung usw....) und die Selbstrettung geschult werden. In den wasserspe-zifischen Themen sind die Bergretter nicht so behei-matet, weshalb uns hier die Zusammenarbeit mit den Wasserrettern zugute kommt. Denn auch die Wasserwacht stellt ausgewählte Retter für die Canyonrettungsgruppe,  die dann bei der Bergwacht die Zusatzausbildung absolvieren. 

Nach der abgeschlossenen Zusatzausbildung werden diese Spezialisten in ihren regionalen Canyonrettungsgruppen Chiemgau, Hochland, Allgäu aufgenommen und können für anfallende Einsätze alarmiert werden.

Rettungsübung in tiefer Schlucht

Canyonretter der Bergwacht Hochland üben im Einsatzleitbereich Loisachtal mit den Bereitschaften Ohlstadt, Murnau, Oberau, der Technikgruppe -Suchfahrzeug- und den Freiwilligen Feuerwehren aus Ohlstadt und Oberau ein realistisches Einsatzszenario.

Man stelle sich vor: Auf dem Weg zur „Gacher Tod- Klamm“ durch das Eschenlainetal kommt ein Fahrzeug von der Strasse ab und stürzt 70m in die Tiefe. Der Fahrer wird schwer verletzt, ist in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Zur Unglücksstelle rücken die Feuerwehr und die Bergwacht aus. Die Feuerwehr kommt ohne die Bergwacht nicht in die Schlucht, und ohne Feuerwehr kommen die Verletzten nicht aus dem Wrack.
Daher haben auf Initiative der Canyoningrettungsgruppe von Berg- und Wasserwacht in der Bergwachtregion Hochland der zwischen dem Inntal und dem Werdenfelser Land 60 Mitglieder angehören, die Einsatzleiter der drei Bereitschaften Oberau, Ohlstadt und Murnau, die Bergwachtnotärzte und die Technikgruppe der Bergwacht sowie die Feuerwehr Eschenlohe die Zusammenarbeit geübt.
Ziel war die Vorstellung und Optimierung von Einsatztaktik und Techniken bei der Zusammenarbeit von Spezialisten der Bergwacht und anderen Organisationen mit den örtlichen Bereitschaften der Bergwacht.

Die Einsatzkräfte nahmen an, dass zwei Verletzte in der Schlucht liegen, eine Person unter einem Felsen eingeklemmt. Zunächst flog die Technikgruppe der Bergwacht den Bachlauf mit dem Kopter und Kamera ab um sich einen Überblick zu verschaffen. Die Bergwacht-Notärzte wurden von den Canyonrettern auf dem Weg zur Einsatzstelle gesichert und übernahmen die anschließende notfallmedizinische Erstversorgung der beiden Verletzten. An der Einsatzstelle angekommen wurden Seilgeländer und eine kleine Seilbahn im Bach gebaut. Außerdem wurden Feuerwehrler und Material mittels Dyneemaseil zur Unfallstelle gebracht, die den Eingeklemmten dann mit dem Greifzug befreiten. Für den sicheren Transport von Einsatzkräften, Spezialausrüstung und den Patienten in bzw. aus der Schlucht, wurde dann eine Seilbahn mit Dyneemaseilen aufgebaut und bedient. Insgesamt waren ca. 60 Einsatzkräfte mit verschiedenen Aufgaben und auch räumlich getrennt aktiv, was eine große Anforderung an die Einsatzleiter stellte.
Mitglieder der Koordinierungsgruppe der Bergwacht Bayern beobachteten den Einsatzablauf. Bei Bedarf können die daraus gewonnenen Erkenntnisse, anderen Bergrettungsbereichen zur Verfügung gestellt werden. Nach knapp vier Stunden Übung, das teilweise bei Regen, konnte um 22:30 Uhr die Übung im Feuerwehrhaus Eschenlohe mit der Abschlußbesprechung beendet werden.
Einsätze in so exponierten Gelände mit so vielen Einsatzkräften, diese teilweise aus unterschiedlichen Organisationen, sind sehr komplex und fordern die Retter, damit der Überblick nicht verloren geht und alle wieder sicher nach Hause kommen.

Autor: Canyonrettungsgruppe Hochland

 

WissensBox-LOGIN

____________________

weitere Informationen

 

 

 

Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung

Bergwacht-Zentrum