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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Unsere Chronik

Die Bereitschaft Wasserburg wurde 1938 gegründet. In den Anfängen traten zahlreiche Probleme hinsichtlich der Unterbringung auf, die aber 1943 mit einem Dienstraum auf der Steinlingalm für´s Erste gelöst werden konnten. Vieles musste hart erkämpft werden, doch letztendlich konnte sich unsere Bereitschaft Dank harter Arbeit in der Region Hochland einen Namen machen und ist heute nicht mehr weg zu denken.

Unsere Bereitschaftsleiter

Bergwacht Wasserburg Bereitschaftsleiter vor der Diensthütte Kampenwand
von links nach rechts: Alois Schmid, Robert Pötzsch, Winfried Eß, Andreas Burlefinger, Andreas Roder, Andreas Hartl (aktueller Vorstand Fabian Posch und ehemaliger Vorstand Simon Bierwirth nicht im Bild)

1938 - Die Gründung

Im Juni 1938 gründeten 16 junge bergbegeisterte Wasserburger die Wasserburger Bergwacht. Die Gründungsversammlung fand im damaligen Cafe Heilmannseder (jetzt Palmano 1) in Wasserburg statt.

1938 bis 1942 - Mit dem Rad ins Dienstgebiet

Bergwacht Wasserburg Rettungsübung mit dem Gramminger-Sitz am Staffelstein (Kampenwand)
Abseilen mit dem Gramminger-Sitz

Zur Bereitschaft gehörte bis 1948 auch eine Ortsgruppe aus Rott am Inn. Zunächst wurde, zusammen mit anderen Bereitschaften das Sudelfeld, der Brünnstein, der Wendelstein, der Spitzstein und das Gebiet um die Oberlandhütte auf der Hochries betreut. Nach der Arbeit am Samstag schwangen sich die jungen Idealisten auf ihr Fahrrad, um in das zugeteilte Dienstgebiet zu kommen. Wenn das Geld reichte, wurde mit dem Zug gefahren. Um ein paar Pfennige zu sparen, manchmal auch auf der zugigen Plattform eines Güterwagons.

1942 - Die Kampenwand wird als Dienstgebiet zugewiesen

Winterübung

Am 11. Juni 1942 wird der BW Wasserburg das heute noch von ihr betreute Dienstgebiet, der Bereich der Kampenwand zugewiesen.

1943 - Neuer Dienstraum auf der Steinlingalm

Zunächst war man auf der Schlechtenbergalm untergebracht. 1943 zogen die Bergwachtmänner dann um, nachdem ihnen in der Steinlingalm ein Raum zur Verfügung gestellt wurde.

1945 - Dienstaufnahme nach dem 2. Weltkrieg

Obwohl der 2. Weltkrieg auch bei der Bergwacht seine Spuren hinterlassen hatte, fast alle Bergwachtler waren eingezogen und einige sind dabei auch zu Tode gekommen, konnte am 22. Juni 1945 der reguläre Dienstbetrieb wieder aufgenommen werden. Trotz Versammlungsverbot traf man sich in einer Kürschnerwerkstatt in der Schmidzeile, was den Ordnungshütern nicht verborgen blieb. Die anwesenden Bergwachtmänner wurden deshalb unweit des Versammlungsortes für den Rest der Nacht im Gefängnis auf der Burg festgehalten.

1946 bis 1948 - Neubau der Diensthütte

Das bedeutendste Datum in der Geschichte der Bereitschaft dürfte der 17. August 1946 gewesen sein, für diesen Tag findet sich im Hüttenbuch der lapidare Eintrag ‚Hüttenbau, angefangen mit Grundausheben’. Wochenende für Wochenende und Urlaub für Urlaub bis zum 26. September 1948 hin, legten sich sämtliche Mitglieder gewaltig ins Zeug, um zur Kostenersparnis in Eigenarbeit die Bergwachthütte an ihrem heutigen Standort zu errichten. Ein Großteil des Materials muß auf dem Rücken von Aschau aus hinaufgetragen werden, schwere Lasten können teilweise mit einem Pferdefuhrwerk oder mit einem Kettenkrad, welches zugleich unser erstes Dienstfahrzeug war, gefahren werden. Weder die Diensthütte noch die Bergwachtbereitschaft als solche gäbe es heute, wenn wir nicht stets von der Bevölkerung mit Geld und Sachspenden unterstützt worden wären. Die Förderung durch den Staat setzte erst wesentlich später ein.

Der Idealismus der Bergwachtmänner mußte, wie sich in einem Schreiben aus den spärlichen Aufzeichnungen, vom 24.01.1947, nachlesen läßt, soweit gehen, daß diese ihre Versicherungsprämie für Dienstunfälle von 1,70 RM selbst bezahlen mußten.

Nach der Währungsreform mußte das Bergwachtpräsidium in München alle Zahlungen einstellen. Der Hüttenbau drohte zum Erliegen zu kommen, doch schon waren wieder Förderer und Gönner zur Stelle, die uns tatkräftig mit Materialspenden unterstützten.

So fand am 26 September 1948 die Einweihung der Hütte durch den Geistlichen Rat Köstler statt, zu der die interessierten Wasserburger sogar mit 2 Bussen angereist waren.

1947 - Erstes eigenes Dienstfahrzeug

1947 erhielten die Wasserburger Bergwachtler einen Schwimmwagen (!) als Dienstfahrzeug. Schon 1952 konnten sie sich dann einen eigenen VW-Bus als Mannschaftstransporter anschaffen. Und da Bundespräsident Heuss gerade seinen Urlaub in Aschau verbrachte, trug auch er mit einer Spende zur Finanzierung des Fahrzeuges bei.

1957 - Eröffnung der Kampenwandseilbahn

Als dann 1957 die Kampenwandseilbahn eröffnet wird, erleichtert sich der Anmarsch zum Dienstgebiet etwas. Ebenso die Versorgung der Hütte mit Marterialien aller Art; z.B. mit dem Brennstoff Kohle. Aber damit nahm auch der Tourismus ins Priental und auf die Kampenwand spürbar zu. Die Abtransporte der Bergwacht vervierfachten sich innerhalt weniger Jahre.

1963 - Großes Lawinenunglück

Ein großes Lawinenunglück ereignete sich 1963, als 3 Skifahrer unterhalb der Steinlingalm aus Richtung Gederer kommend verschüttet wurden. In einer großen Rettungsaktion im Zusammenwirken mit den Nachbarbereitschaften und Einsatzkräften der Bundeswehr konnten sie leider nur noch tot geborgen werden.

1967 - Deutsche Skimeisterschaften auf der Kampenwand

Im Februar 1967 finden erstmals die Deutschen Alpinen Skimeisterschaften auf der Kampenwand statt. Einer der Starter war der damals noch sehr junge Christian Neureuther, Sohn des damaligen Landesarztes der Bayerischen Bergwacht.

1980 - Bau des Almwirtschaftsweges auf die Kampenwand

Im August 1980 wurde der Almwirtschaftsweg auf die Kampenwand fertig gestellt – und für die Wasserburger Bergwachtler, wieder mit viel Unterstützung von Institutionen, Firmen und Privatpersonen, ein Geländefahrzeug notwendig. Damit konnte eine noch schnellere Hilfeleistung erreicht werden und die Hüttenversorgung erleichterte sich erheblich. In der Nachfolge der kommunalen Gebietsreform wurde der große BRK-Kreisverband Rosenheim gegründet. Etwa zur gleichen Zeit wurden bei den Landratsämtern die Rettungsleitstellen eingerichtet. Von dort wurden nun die Rettungsdienste zwischen Berg und Tal koordiniert und es entwickelte sich seither eine nachhaltige und erfolgreiche Kooperation.

1985 - Bau des Stützpunktes in Wasserburg

Garagenbau in Wasserburg

1985 – ... krempeln alle wieder ihre Ärmeln hoch, nachdem die Stadt Wasserburg im oberen Burgerfeld ein Grundstück zur Verfügung gestellt hat, welches wir zusammen mit dem BRKKreisverband Rosenheim bebauen können. Wir müssen uns unseren Gebäudeanteil selbst finanzieren. Mit Eigenmitteln von DM 20.000,- und der tatkräftigen Unterstützung der Bevölkerung schaffen wir es, das Bauvorhaben mit einer kalkulierten Bausumme von über DM 70.000,- bis zum November 1985 zu errichten, mit Ausnahme des Kellergeschoßes ist alles Eigenarbeit.

 

1988 - 50jähriges Gründungsfest

Die Bergwacht Bereitschaft Wasserburg am Inn feiert ihr 50 jähriges Gründungsjubiläum. Die Diensthütte auf der Kampenwand gibt es seit 40 Jahren.

1989 - Gründung der Jugendgruppe

Um die Nachwuchsarbeit kümmern sich die Wasserburger Bergwachtler seit 1989 mit einer eigenen Jugendgruppe. Damit bietet die Bergwacht jugendlichen Frauen und Männern ein abwechslungsreiches und spannendes ehrenamtliches Programm mit vielfachen Aktivitäten. Die angehenden Bergwachtler werden durch die Bereitschaft zwei Jahre intensiv für die Sommer- und Winterrettung, im Sanitätswesen und im Natur- und Umweltschutz ausgebildet und müssen am Ende drei Prüfungen absolvieren.

1995 - Flugzeugabsturz an der Kampenwand

Am 13.3.1995 stürzte ein Flugzeug der Hagelabwehr nahe der Seilbahn an der Kampenwand ab. Alle fünf Insassen überlebten den Absturz, wenn auch zum Teil schwer verletzt. Insgesamt 23 Bergwacht-Einsatzkräfte aus Wasserburg und Sachrang waren im Einsatz.

2013 - Bergwacht Wasserburg feiert 75jähriges Jubiläum

Im Jahr 2013 finden anlässlich des 75 jährigen Bestehens der Bergwacht-Bereitschaft Wasserburg verschiedene Aktionen in Wasserburg, Aschau und auf der Kampenwand statt.

2016 - Gründung einer Spezialeinheit für Evakuierungsfälle im Gebirge

2016 bis 2017 - Neuer Anbau für Evakuierungsausrüstung

Abbruch der alten Garage

Vor knapp einem Jahr wurde den Wasserburger Bergwachtlern die überregionale Verantwortung für Evakuierungseinsätze als Sonderaufgabe der Bergwacht Bayern zugeteilt. Die gesamte Ausrüstung dafür wurde in einen Anhänger gepackt, der nun schon geraume Zeit vor der Garage der Bergretter im oberen Burgerfeld steht. Eine eigene Unterstellmöglichkeit dafür steht bisher nicht zur Verfügung.

Nun sind die Bergwachtler selbst aktiv geworden und haben zunächst von der Stadt Wasserburg die Zustimmung erhalten, das frühere städtische Toiletten- und Lagerraumgebäude neben der eigenen Garage für das Dienstfahrzeug, das bisher schon von der Bergwacht genutzt werden durfte, abzureißen und für den Anhänger einen eigenen festen und verschlossenen Unterstand zu errichten. Aktiv sind sie aber auch noch deshalb, weil sie die Kosten für den Abbruch und den einfachen und zweckmäßigen Neubau nur mit viel Eigenleistung und der Unterstützung von Handel und Gewerbe in der Stadt Wasserburger und seiner Umgebung finanzieren können.

Eigenmittel stehen nicht ausreichend zur Verfügung und das Präsidium der Bergwacht Bayern kann nur einen geringen Zuschuss dazu beitragen. Selbst Hand anlegen und in der Freizeit zusätzlich zum Rettungsdienst auf der Kampenwand noch kräftig schuften heißt es deshalb für die aktiven Bergretter, damit vor dem kommenden Winter der Einsatzanhänger sicher untergebracht ist.

2017 - Einweihung des Garagenneubaus

Am 06.07.2017 wurde die neue Garage eingeweiht. Sie dient unter anderem als Stellplatz für den neuen Evakuierungsanhänger.

 

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