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05.02.2010

Die Heilige Maria zeigte den Rettern den Weg

Drei Vermisste konnten anhand der Figur ihre Position in den Wäldern von Spiegelau genau beschreiben – und wurden nach Stunden gefunden.


Spiegelau.     Ursprünglich wurde sie dort angebracht, um Wanderer auf ihrem Weg zu beschützen. Das hat sie jetzt eindrucksvoll getan. Weil sie anhand einer in einem Felsen angebrachten Marienstatue den Rettern ihren Standort genau mitteilen konnten, ist in der Nacht auf Freitag die Suche nach drei Vermissten in den Wäldern rund um Spiegelau (Lkr. Freyung-Grafenau) noch einmal glimpflich ausgegangen.

Es war am Donnerstag gegen 13.30 Uhr, als eine 31-jährige Frau aus Berlin zusammen mit ihrer achtjährigen Tochter und einem 31-jährigen Bekannten aus dem Landkreis Freyung-Grafenau zu einer Winterwanderung von Langdorf aus in Richtung Steinbachklamm aufbrach. Gegen 19.30 Uhr meldeten sie sich dann per Handy bei der Polizeiinspektion Grafenau und über Notruf bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Niederbayern: Sie hätten bei Dunkelheit die Orientierung verloren. Wo genau sie sich befanden, konnten sie nicht sagen.

Mittels Handyortung gelang es zwar, die Funkzelle, wo sich das Gerät eingeloggt hatte, zu finden. „Um aber die genaue Position der Vermissten zu bestimmen, hätten wir Hubschrauberunterstützung gebraucht“, so Siegfried Huber, stellvertretender Leiter der PI Grafenau. Die angeforderten Maschinen der Bayerischen- und der Bundespolizei konnten aber wegen Nebel nicht starten.

Bis zu eineinhalb Meter Schnee

Dann kam den rund 70 Suchenden, die von der Bergwacht Grafenau geführt wurden, sozusagen die Maria aus der Steinbachklamm zu Hilfe – eine kleine Madonnenfigur, die im letzten Jahr dort vom Spiegelauer Original Fridolin Apfelbacher aufgestellt wurde, als Schutzheilige für Wanderer, die den Pfad durch die von ihm aufwendig renovierte Klamm nehmen wollen.

„Durch die Angaben über den Notruf, dass sie sich in der Nähe der Marienfigur befänden, konnten wir das Gebiet noch weiter eingrenzen“, sagt Christian Mies, der stellvertretende Leiter der Grafenauer Bergwacht. Man wusste, dass die Personen auf dem sogenannten „Steinbachklammwanderweg“ zwischen Spiegelau und Großarmschlag in der Nähe der Großen Ohe unterwegs sind. Was dann folgte, war eine schweißtreibende Angelegenheit für die Retter. Bei einer Schneehöhe von bis zu eineinhalb Metern konnte das Areal nur zu Fuß mit entsprechender Ausrüstung wie Schneeschuhen bzw. Skiern betreten werden.

Im Zuge der Suchmaßnahmen musste improvisiert werden. Da nicht genügend Schneeschuhe vorhanden waren, organisierte Mies kurzerhand welche – der Mitarbeiter des Sportgeschäftes Fuchs in Grafenau schnappte sich sechs Paar aus den dortigen Regalen. „Den Schlüssel hatte ich ja“.

Unüberlegte Winterwanderung

Die Vermissten konnten schließlich gegen 23 Uhr nach einer Strecke von zweieinhalb Kilometern entkräftet und unterkühlt aufgefunden werden. „Sie hatten den Schnee um sich niedergestampft und standen zitternd in diesem Kreis“, so Mies. Dem Kind wurden sofort die nassen Socken ausgezogen. Die drei wurden in warme Decken gehüllt und in die Rettungsschlitten verfrachtet. Für die Retter stellte sich nun ein neues Problem der Bergung. „Jeweils vier Mann zogen die Schlitten, die anderen versuchten, die Spur zu treten“. Bei dem meterhohen Schnee zog sich der Rückweg noch einmal zwei Stunden hin.

Erst gegen 1 Uhr konnten die drei Personen einem Rettungswagen übergeben werden. Sie wurden daraufhin ins Krankenhaus Grafenau eingeliefert. Schon zirka eine Stunde später konnten sie das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung auf freiwilliger Basis wieder verlassen.

Im Nachhinein sorgte die Aktion für Unverständnis bei den Rettern. Das Polizeipräsidium sprach in diesem Zusammenhang von einer leichtsinnigen und wohl unüberlegten Winterwanderung. „Ich verstehe nicht, wie man bei solchen Schneeverhältnissen stundenlang mit einem Kleinkind durch den Tiefschnee stapft“, schimpfte ein Bergwachtler.

 

Anhand der Marienstatue konnteder Standort bestimmt werden.
Ein Teil des Wegs, von den Rettern freigetrampelt.
Die Grafenauer Bergwachtler Otto Seidl (v.l.), Christian Mies und Matthias Stockbauer zeigen einen Tag nach der Rettung, wie sie sich mit dem Akia durch den meterhohen Schnee gekämpft haben. Im Hintergrund das Waldstück, wo die Vermissten gefunden wurden Foto: Nigl

21.07.2010

BERGWACHT GRAFENAU RETTET 33-JÄHRIGEN VOM LUSEN

Deggendorfer hatte Kreislaufkollaps erlitten

Grafenau.    Am Mittwoch gegen 13.39 Uhr wurde die Bergwacht Grafenau von der Rettungsleitstelle über Piepser zu einem Einsatz gerufen. Ein 33-jähriger Mann aus Deggendorf hatte auf dem Winterweg zum Lusen ungefähr 300 Meter vor dem Lusenschutzhaus einen Kreislaufkollaps erlitten.

Mit der Bergwacht Grafenau wurde zugleich der Rettungswagen aus Grafenau und der Hubschrauber Christoph-15 aus Straubing mit Notarzt gerufen. Die Bergwachtler machten sich sofort auf den Weg. Der Notarzt und der Rettungssanitäter stiegen im Schwebeflug des Hubschraubers beim Patienten aus und landete schließlich beim Lusenschutzhaus.

Beim Eintreffen der Berghelfer war der Patient bereits durch den Notarzt versorgt, dass sie nur mehr die Aufgabe des Krankentransortes bis zum Hubschrauber am Lusenschutzhaus hatten. Von hier wurde der Patent ins Krankenhaus Grafenau geflogen. Um 15.20 Uhr war die Einsatzcrew wieder am Bergewachthaus in Grafenau.

Autor: BW Grafenau / kfl

 

 

Landeanflug des CH-15 am Krankenhaus Grafenau

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