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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Montag, 6. Juli 2015

Bergwacht Höhlenrettung trainiert den Ernstfall

Die Höhlenrettungsgruppen der Bergwacht Region Hochland übten am letzten Wochenende in der Großen Spielberghöhle im Laubensteingebiet.

Am Samstag trafen sich 16 Höhlenretter der Bergwachten München, Murnau und Rosenheim-Samerberg in der Berg- und Höhlenrettungswache Samerberg. Der Tag begann mit einer Einweisung in das Höhlenfunksystem Cave-Link, mit dem es möglich ist durch den Fels eine Funkverbindung in die Höhle aufzubauen. Da es mit sehr langen Wellen arbeitet ist hierbei der Antennenaufbau sehr entscheidend. Das Cave-Link-System ist neben dem altbewährten, kabelgebundenen Heulruftelefon ein neuer Standard in der Kommunikation der Bergwacht-Höhlenrettung.

Am Nachmittag wurde es dann ernst, die Höhlenretter stiegen in die Große Spielberghöhle ein und begannen mit der Übung. Die Einsatzstelle befand sich ca. eine Kletterstunde vom Höhleneingang entfernt in einer Tiefe von etwa 130 Meter. Die Spielberghöhle ist für ihre langen und teilweisen engen Gänge bekannt. Das Ziel der Übung war die Betreuung und der Transport eines Patienten ohne weiteren Nachschub von Material oder Mannschaften durchzuführen. Es sollte hier ein Einsatz unter Bedingungen einer tiefen Höhle simuliert werden, in denen Rettungsteams autark arbeiten müssen. Zusätzlich zu dem Transport des umfangreichen Rettungsmaterial, das für alle Eventualitäten ausreichen musste, mussten die Retter auch Schlafsack, Isomatte, Biwakmaterial und Verpflegung mitnehmen, da eine Rettung aus einer tiefen Höhle nur mit Biwaks möglich ist. Die Anforderungen bei der Rettung von Johann Westhausers aus dem Riesending im Untersberg vor einem Jahr, bei der viele der Übungsteilnehmer eingesetzt waren, bestimmten auch die Ziele dieser Übung.

Der Patient, ein Freiwilliger der Bergwacht Rosenheim-Samerberg, wurde mittels Seilbahnen, Flaschenzüge und Manneskraft innerhalb von 5 Stunden von der Großen Schlucht über den 15-Meter-Schacht bis unterhalb des Überstiegs in der Größen Spielberghöhle transportiert. Parallel zum Transport wurden immer wieder Stationen des Cave-Link-Systems aufgebaut um mit der Oberfläche Kontakt aufzunehmen und Erfahrungen mit dieser neuen Technik zu sammeln.

Nun galt es für die Höhlenretter sich einen Biwakplatz einzurichten und sich mit warmen Getränke und warmem Essen zu versorgen. Die Temperatur in der Höhle beträgt um die 4°Celsius. Obwohl die Spielberghöhle nur wenige waagrechten, biwaktauglichen Flächen hat, verbrachten alle Retter eine erholsame Nacht. Am bequemsten hatte es der Patient, er hatte sein „Bett“ dabei.

Am Sonntag ging es um 06:30 Uhr in der Früh weiter mit dem Transport des Patienten. Die Retter transportierten ihn über den Überstieg, das Briefkasterl und den oberen Gang bis zum Höhlenausgang. Er erreichte das Tageslicht um 09:30 Uhr und die letzten Höhlenretter verließen die Höhle um 10 Uhr.

Am Höhleneingang wurden die Höhlenretter von den Bergrettern der heimischen Bergwacht Rosenheim-Samerberg mit Frühstück und super Badewetter empfangen.

Die Übung dauerte insgesamt mit Ruhepause 20 Stunden und es waren 16 Höhlenretter der Bergwacht Region Hochland, 3 Einsatzleiter der Bergwacht Einsatzleitgruppe Priental und die Bergwacht Rosenheim-Samerberg beteiligt.

 

Autor: TB Bergwacht Rosenheim- Samerberg

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