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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Samstag, 25. November 2017

Rettungsübung an der Wallbergbahn

Rettung mit dem Seilbahnevakuierungssystem der Bergwacht Bayern

Am Samstag, 25.11.17 führte die Bergwacht Rottach Egern an der wegen Revisionsarbeiten stehenden Wallbergbahn mit dem Personal der Bergbahn und den Bergwacht-Bereitschaften Bad Tölz, Brannenburg, Hausham und Lenggries eine Seilbahn-Evakuierungsübung durch.

 

Ein Totalstillstand der Bahn ist in der Praxis sehr unwahrscheinlich. Sollte es dennoch passieren muss die Rettung zügig und sicher bei jedem Wetter reibungslos klappen. Die Verfahren werden deshalb regelmäßig trainiert und optimiert.

 Zum Einsatz kam diese Jahr erstmals das standardisierte Seilbahnevakuierungssystem der Bergwacht Bayern das als neues Bergeset der Wallbergbahn zusammen mit einem überarbeitete Bergekonzept eingeführt wurde. Das standardisierte System zur Seilbahnevakuierung ist auf nahezu allen bayerischen Seilbahnen einsetzbar und auch für Bahnbedienstete zugelassen. Mit dem System ist eine schnelle, sichere und effiziente Rettung möglich. Durch die Standardisierung sind zentrale Schulungen im Ausildungszentrum in Bad Tölz und ein kontinuierlicher Qualitätssicherungs- und Verbesserungsprozess möglich. Bergretter aus anderen Bereitschaften, die zur Unterstützung angefordert werden, können, ohne weitere Einweisungen, sofort mit dem System arbeiten.

Zuerst wurden Gondeln mit Bergwachtkräften, die die Rolle der zu rettenden Passagiere einnahmen, besetzt und in Position gefahren, dann wurde die Bahn abgeschaltet. Zu jeder Stütze rückten zwei Bergeteams aus, um die Fahrgäste aus den von der Stütze talwärts hängenden Gondeln in den Seilsträngen für Talfahrt und Bergfahrt zu bergen. Ein Bergeteam besteht mindestens aus einem Retter´und einem Helfer. Hinzu kommt, bei schwierigem Gelände, noch ein Bodenteam.

Sobald die Bahn gegen Wiederanfahren gesichert ist und die Freigabe zum Stützenaufstieg durch die Betriebsleitung der Bahn erfolgt, steigen Retter und Helfer, die mit Selbstsicherungssets ausgestattet sind, auf die ihnen zugeordnete Stütze.

Der Retter hängt ein Seilfahrrolle, die über ein Band mit seinem Klettergurt verbunden ist, und zusätzlich seinen Selbstsicherungsflaschenzug in das Zugseil der Bahn.

Der Helfersichert den Retter an der Stütze und lässt ihn mit der Seilrolle entlang des Zugseiles der Bahn zur Gondel ab.

Dort angekommen lässt sich der Retter mit seinem Flaschenzug zur Tür der Gondel ab. Er informiert die Fahrgäste, öffnet die Tür und bleibt zunächst als Sicherung in der offenen Tür stehen. Mit Rettungssitzen lässt er die Fahrgäste einzeln zum Boden ab.

Der Helfer, der zwischenzeitlich von der Stütze abgestiegen ist und das Bodenteam empfangen die Fahrgäste, kümmern sich um sie, versorgen sie und bringen sie gesichert ins Tal.

Sobald die Gondel leer ist, steigt der Retter mit dem Flaschenzug wieder zum Zugseil auf. Er hängt die Seilfahrrolle um und fährt, vom Helfer gesichert zur nächsten Gondel weiter.

Wenn die letzte Gondel im Seilstrang evakuiert ist, hängt der Retter die Seilrolle aus dem Zugseil aus und seilt sich zum Boden ab.

Die Übung ging bis in den Abend. Zur Ausleuchtung kam der Beleuchtungsanhänger der Bergwacht Brannenburg zum Einsatz. Die Einsatzleitung erfolgte aus dem Technikfahrzeug der Bergwacht Hausham. Insgesamt waren etwa 60 Personen an der Übung beteiligt.

Von allen Beteiligten wurde die reibungslose und effiziente Zusammenarbeit der teilnehmenden Bergwacht Bereitschaften und der Wallbergbahn ausdrücklich gelobt.

Die Übung endete mit einer Brotzeit für alle Beteiligten im Bergwachtheim.

Autor: Bergwacht Rottach

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