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Nachrichten

Montag, 27. März 2017

Neuer Bergwacht-Chef fürs Tal

Die Rottacher Bergwacht hat eine neue Führungsspitze: Nach dem Rückzug von Felix Oswald haben die Aktiven Thomas Doreth (54) zu ihrem Bereitschaftsleiter gewählt. Er war der einzige Kandidat für das Amt. Noch unbesetzt ist dagegen die Position des Kassiers.

Verantwortungsvolle und zeitaufwendige Ehrenämter sind eben nicht begehrt. So hat man sich auch bei der Rottacher Bergwacht nicht um den Chefposten gerissen. Einzig der 54-jährige Thomas Doreth stellte sich für die Nachfolge von Felix Oswald zur Verfügung und wurde bei der Jahreshauptversammlung mehrheitlich gewählt. Oswald hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Der Familienvater hatte den Schritt unter anderem mit dem enormen Zeitaufwand begründet, den die Aufgabe erfordere (wir berichteten). Und auch der neue Bereitschaftsleiter ist sich bewusst: „Eigentlich ist das ein zweiter Vollzeitjob.“

Trotzdem hat sich Doreth, Vater einer erwachsenen Tochter, schon vor Längerem entschieden, das Amt zu übernehmen. „Die Bergwacht-Bereitschaft liegt mir einfach am Herzen“, erklärt der Kreuther, der sich seit etwa 25 Jahren als aktiver Bergretter am Tegernsee engagiert. Dass er mit der Aufgabe eine „Riesenverantwortung“ übernommen habe, sei ihm freilich bewusst. Um den Bereitschaftsleiter ein wenig zu entlasten, haben die Mitglieder bei der Hauptversammlung entschieden, ihm zwei Stellvertreter zur Seite zu stellen. Gewählt wurden Daniel Merone und Rupert Gleißl. Der Schriftführer ist mit Max Meder der gleiche geblieben.

Noch niemand gefunden hat sich dagegen für den frei gewordenen Posten des Kassiers. Der bisherige Schatzmeister Andreas Guillon stellte sich nicht mehr zur Verfügung, führt die Finanzen aber kommissarisch weiter, bis der Posten wieder besetzt ist. „Das geht aber nicht ewig“, sagt Doreth. Die Suche nach einem neuen Kassier habe für ihn daher oberste Priorität. Und auch die beiden Revisoren-Posten sind laut Doreth noch verwaist und müssen erst neu besetzt werden.

Dass die Rottacher Bergwacht auf lange Sicht eine schlagkräftige Truppe bleibt, ist dem neuen Leiter das größte Anliegen. Die Zahl der Einsätze gehe stetig nach oben, weiß Doreth: „Um das stemmen zu können, müssen wir um Nachwuchs werben.“ Vor allem bei Einsätzen unter der Woche sei es nicht immer einfach, verfügbare Kräfte zu bekommen. Rund 60 aktive Bergwacht-Kameraden gibt es derzeit am Tegernsee.
Doreth selbst ist zuversichtlich, dass er sein neues Ehrenamt gut mit dem Beruf vereinbaren kann. Derzeit ist der 54-Jährige noch bei der Naturkäserei in Kreuth beschäftigt, zum 1. April aber wechselt der staatlich geprüfte Zoo-Tierpfleger ans Tierheim in Weissach. „Das war immer schon mein Wunschberuf“, sagt der gebürtige Nürnberger. Dass er für das Amt des Bergwacht-Chefs kandidieren würde, habe er mit seinem neuen Arbeitgeber bereits abgesprochen gehabt. Doreth: „Ich habe mir das reiflich überlegt.“

Quelle: Tegernseer Zeitung vom 13. März 2017

 

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