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Dienstag, 9. September 2014

Ganz oder gar nicht

Zum zweiten Mal in Folge musste der Rosstag wegen des schlechten Wetters abgesagt werden. Besonders hart trifft das die Bergwacht: Ohne die Einnahmen aus der Traditionsveranstaltung ist jetzt Sparen angesagt. Die Organisatoren setzen derweil alle Hoffnungen auf 2015.

Richtig überrascht war eigentlich keiner. Entsprechend kurz war das Treffen des Organisationsteams am Samstagvormittag am Festplatz. Beim Blick auf die durchweichte Wiese und die Wassermassen, die vom Himmel kamen, war klar: Der Rosstag muss abgesagt werden. Schon wieder.

Jeder aus dem Organisationsteam wusste aus dem Vorjahr genau, was er zu tun hatte: Den zahlreichen Helfern und Fuhrleuten frühzeitig Bescheid geben, damit sich diese den teilweise langen Anfahrtsweg sparen. Die Lieferanten anrufen, dass ihre Lebensmittel doch nicht gebraucht werden. Der FC Rottach-Egern vermittelte seine Hendl so umgehend ans Rosenheimer Herbstfest weiter.

„Es ist unglaublich schade, und wir haben wirklich nicht gerne abgesagt“, betont Bürgermeister Christian Köck. Aber der Regen an den Tagen zuvor sowie die schlechte Wetterprognose für den Festsonntag unterbanden eine Diskussion über die Durchführung des Rosstags von vorneherein. „Die wertvollen Geschirre und Kutschen hätten erheblichen Schaden genommen“, sagt Köck. Auch die Sicherheit der Fuhrleute – vor allem die der Show-Reiter – sei bei einem weiteren Wolkenbruch auf der durchweichten Wiese nicht zu gewährleisten. Über die Idee, nur den Zug durchzuführen, sagt Köck: „Das wäre ein amputiertes Fest.“ So etwas käme für ihn nicht in Frage: „Entweder wir machen das gescheit, oder wir lassen es.“

Auch Organisatorin Claudia Maier ist ber die erneute Absage sehr enttäuscht. Um den extra angereisten Gästen ein Alternativprogramm zu bieten, organisierte sie kurzfristig ein Doppelkonzert der Blaskapellen Seis am Schlern und Rottach-Egern im Seeforum mit Frühschoppen. Auch die Läden hatten geöffnet.

Am meisten leidet aber die Bergwacht Rottach-Egern. Für die Retter ist der Rosstag die primäre Einnahmequelle. Zwar bekomme man vom Bayerischen Roten Kreuz eine jährliche Mittelzuweisung, doch die lasse kaum Spielraum für außerplanmäßige Anschaffungen, erklärt Bereitschaftsleiter Felix Oswald. Allein der Unterhalt für die fünf Einsatzfahrzeuge verschlinge einen Großteil. Der Kauf neuer Einsatzkleidung muss nun erst einmal verschoben werden.

„Weil uns das Geld vom Rosstag fehlt, heißt das nicht, dass wir nicht wie immer 24 Stunden an jedem Tag des Jahres einsatzbereit sind“, betont Oswald. Nur müsse man jetzt jede Ausgabe überdenken. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bereitschaft erst einen neuen Funkraum eingebaut hat (wir berichteten). „Zwei Jahre hintereinander keine Einnahmen und dann noch der Umbau, das ist schon hart“, sagt Oswald. Umso mehr sei man auf Spenden angewiesen.

Gut 80 Bergwachtler hatte der Bereitschaftsleiter eingeteilt. Darüber, dass er ihnen absagen musste, ist er nicht glücklich. „Die Motivation der Helfer ist natürlich dahin, wenn sie sich erst viel Mühe geben und hinterher abgebrochen wird.“ Dennoch unterstütze er die Entscheidung der Organisatoren.

Um in Zukunft vom Wetter unabhängiger zu sein, regt Bürgermeister Köck an, über einen Ausweichtermin nachzudenken. Ob das logistisch machbar ist, werde sich im Laufe der Vorbereitungen zeigen. An der Veranstaltung will er aber auf jeden Fall festhalten: „Das ist unsere wichtigste Veranstaltung, die brauchen wir unbedingt.“ Auch die Bergwachtler hoffen auf 2015. Dann muss es einfach wieder klappen.

(Quelle: Münchner Merkur)

 

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