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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Sonntag, 23. Juli 2017

Anstrengender Nachteinsatz

Einsatz nordöstlich der Halserspitze

Am Sonntag, den 23.07.17 kurz nach zehn Uhr abends musste die Bergwacht Rottach-Egern zu einer Vermisstensuche und Rettung ausrücken.

Ein Mann war mit seinem Elektromountainbike in unwegsames alpines Gelände gekommen, in einem Latschenfeld gestürzt und hatte sich an der Schulter verletzt, so die Meldung. Er hatte Handyempfang und konnte einen Notruf absetzen. Versuche einer Handyortung über GPS schlugen allerdings fehl. Nach seinen telefonischen Angaben war wahrscheinlich, dass er sich irgendwo im Bereich Halserspitze Langenau, Bayralm und der verfallenen Bayrbachalm befand.

Zur Ortung startete ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera. Eine nachtflugfähige Maschine mit Rettungswinde stand nicht zur Verfügung.

Ein Rettungsteam fuhr in das Gelände und begann von der Bayrbachalm mit Stirnlampen den Aufstieg. Es war Neumond und somit stockdunkel. Ein Trupp ging schnell voraus ein zweiter folgte mit der Gebirgstrage. Retter der Bergrettung Kramsach/Achenkirch kamen von der österreichischen Seite über die Bayeralm, um auch diesen Gebietsabschnitt abzudecken. Die Bergwacht-Bereitschaften Hausham und Lenggries sowie das Technikfahrzeug Hausham mit Unterstützung durch Retter aus Sachrang und Samerberg kam ebenfalls zum Einsatz.

Die Besatzung des Polizeihubschraubers hatte den Patienten mittlerweile lokalisiert und konnte den Voraustrupp noch über Funk in Richtung Unfallstelle leiten, musste dann aber wegen aufkommenden Schlechtwetters abdrehen.

Gegen ein Uhr nachts erreichten die Retter den Patienten, versorgten die Verletzung, zogen ihm eine Wärmeweste an und begannen den Abtransport mit der Gebirgstrage. Es setzte starker Regen ein, aus der Ferne war Donnergrollen zu hören und Blitze zu sehen. Der Steig war mit der Einrad-Gebirgstrage sehr schwer zu befahren. Es war nass und rutschig, immer wieder mussten die Retter die Trage hochheben und umsetzen um Felsbrocken und Wurzeln zu überwinden. Die lange Trage musste in der Dunkelheit auf dem engen Steig durch zahlreiche Kehren manövriert werden. Auf dem Weg nach unten kamen dann die Bergretter der alarmierten Nachbarbereitschaften hinzu, die den anstrengenden Abtransport unterstützten. Auch das Fahrrad des Mannes brachten die Retter nach unten.

Der Patient wurde mit einem Fahrzeug der österreichischen Bergrettung nach Achenkirch transportiert, dort gegen fünf Uhr morgens an einen Rettungswagen übergeben und ins Krankenhaus Agatharied gebracht.

Die Einsatzleitung im Tal koordinierte die Retter der eigenen und der benachbarten Bereitschaften, und stimmte sich laufend mit den Leitstellen in Rosenheim und Tirol, mit der Polizeihubschrauberstaffel, der östereichischen Alpinpolizei und der örtlichen Polizeiinspektion in Bad Wiessee ab.

 

Vor etwa einem Monat wurde ein ähnliches Szenario bei einer Übung, allerdings bei Tag, durchgespielt. Die dort gewonnenen Erfahrungen mit dem Technikfahrzeug und der Liveortung der Rettungskräfte, mit der die Einsatzleitung die aktuelle Position der Rettungskräfte am Bildschirm verfolgen kann, konnten zum großen Teil auf diesen Einsatz übertragen werden und waren eine große Hilfe. 

Der Einsatz für die ehrenamtlichen Retter endete am Montag gegen sechs Uhr früh.

Autor: bw_rottach

Rettung mit der Gebirgstrage

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