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Freitag, 21. Oktober 2016

Abenteuer im Bergwald

Bericht über unsere neue Jugendgruppe

Wasserwacht, Feuerwehr, Jugendrotkreuz... alle Hilfsorganisationen betreiben Jugendarbeit. Trotz dieser Konkurrenz haben wir bei der Bergwacht Rottach-Egern auch einige engagierte Jugendliche gefunden, die Bergwachtler/innen werden wollen. Doch wohin? Unter 16 Jahren dürfen die Jugendlichen noch nicht an der Anwärterausbildung teilnehmen und natürlich auch nicht bei Einsätzen dabei sein.

So entstand im Juli der Wunsch einer eigenen Jugendgruppe. Die Geburtsstunde der Jugendbergwacht Rottach-Egern. Momentan sind es 7-8 Jugendliche (Mädels und Jungs) die mit großer Begeisterung an Dienstabenden und Gruppenstunden teilnehmen. Dort lernen sie alle Grundlagen, die ein späterer Bergwacht´ler so braucht (Knoten, Klettern, Skifahren, Gehen im Gelände, Erste Hilfe).

Unsere erste Übung im Gelände fand am Samstag den 01.10.2016, im Rahmen einer Höhlenrettungsübung, mit der Altmannschaft und der Höhlenrettungsgruppe Rosenheim/Samerberg statt. Pünktlich um 08:30 Uhr trafen wir uns an der Bergrettungswache in Rottach-Egern. Am Vorabend hatten wir schon die Theorie über den Bau einer Seilbahn mit dem Dyneemaseil gehört und dieses in der Rettungswache aufgebaut. Dies soll jetzt in der Praxis vertieft werden. Wir wollten neben dem Beobachten der Rettungsübung auch das Bewegen im Schrofengelände mit Seilsicherung üben.

Ausgestattet mit Kletterhelm und Gurt machten wir uns auf den Weg zum Übungsort. Dort befindet sich eine tiefe und lange Höhle, in die der Übungspatient gebracht wurde. Parallel zur Alarmierung der Rettungsmannschaft, übten wir, wie man sich in steilem Schrofengelände mit einer Seilsicherung sicher bewegen kann. Unsere Gruppenleiterin hatte schon ein Seil fixiert und so konnten wir erst in der Theorie, dann in der Praxis einige Sicherungsknoten üben. Also übten wir fleißig Prusik- und Kreuzklemmknoten.

Bald schon saßen diese richtig gut und wir konnten die ca. 100 m bis zu einem gemütlichen Hochplateau erklimmen. Von dort aus konnten wir auch die Höhlenrettungsmaßnahmen gut beobachten. Als erstes lernten wir, daß Höhlenrettung ewig dauert. Es verging einige Zeit, bis die Höhlenretter vor Ort waren und ihre Ausrüstung in die Höhle brachten. Der Bergwachtpart war, diese beim Transport zu unterstützen. Wir bauten in der Zwischenzeit eine Hütte aus Fallholz. Teambildung pur... alle halfen mit. Danach übten wir das Abseilen mit einfachen Mitteln. Auch lernten die Jugendlichen, wie ein Fixseil mit einem gesteckten Mastwurf an einem Baum ohne weiteres Hilfsmaterial fixiert werden kann. Als das gut klappte, entstand der Wunsch, eine steilere „Abseilpiste“ zu benutzen. Gesagt, getan - auch dies funktionierte wie am Schnürchen. Danach stärkten wir uns mit einer Brotzeit und beobachteten den Bau der Rettungseilbahn. Auch durften wir auf dem in einer Wiese geparkten VW Bus klettern und zuschauen; dieser diente zur Fixierung des Dyneemaseiles.Endlich tat sich dann etwas am Höhleneingang. Über die Seilbahn wurde der Patient mit einem Höhlenretter auf den Wanderweg abgeseilt. Die Jugendlichen durften diesen dann mit der Schleiftrage bis zum Auto tragen.

Dort hatten wir dann Gelegenheit, die Höhlenretter mit Fragen zu bombardieren. Geduldig beantworteten sie diese. Die besondere Attraktion war dann das Höhlentelefon, welches ohne Strom funktioniert. Damit ist ein lauter Heulton auslösbar, welches den Telefonpartner über einen Sprechwunsch informiert. „Achtung Heulton“, dieser Spruch machte allen großen Spaß. Glücklicherweise ist das Höhlentelefon sehr stabil und konnte dem Extremtest standhalten. Gegen 15:00 endete die gelungene Übung in der Wildbachhütte mit einer Nachbesprechung und einem gemeinsamen Essen.

Barbara Meder

Fotos: Max und Barbara Meder

 

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