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Samstag, 22. Oktober 2016

Musikalische Weltreise für einen guten Zweck

85 Jahre Bergwacht Oberau: Bundespolizeiorchester München spielt, um neue Ausrüstung anschaffen zu können.

Oberau – Alles begann 1931 mit einem schweren Busunglück am Ettaler Berg. Damals wurde festgestellte, dass es für Fälle dieser Art dringend einer speziellen Einsatzgruppe bedarf. Eine Bürgerversammlung wurde einberufen aus der sich fünf Bürger zur „Gebirgsrettung Oberau“ zusammenschlossen. Was damals noch in den Kinderschuhen steckte, ist mittlerweile zu einer Bergwacht mit 42 gut ausgebildeten Mitgliedern und einer Jugendgruppe gewachsen. Unterstützung bekamen die Oberauer nun auf besondere Weise: Mit einem Benefizkonzert soll der Kauf neuer Ausrüstung möglich gemacht werden.

„Wir sind gut aufgestellt“, sagte Bereitschaftsleiter Josef Lohr. „Unser Team ist motiviert und gut ausgebildet.“ Die Bergwacht hat eine Canyoninggruppe, ist Teil der Höhlenrettung und des Katastrophenschutzes. Ein Großteil der Ausrüstung bekommt sie vom Innenministerium finanziert, doch die Einsatzbekleidung müssen die Mitglieder selbst bezahlen. Einige Kleidungsstücke sind bereits über zehn Jahre alt. „Wir verzeichnen stark steigende Einsätze, seit das Estergebirge immer mehr von Wanderern entdeckt wird“, erklärte Ralf Langer, der seit 16 Jahren dabei ist. „Oft sind wir stundenlang in unwegsamem Gelände unterwegs. Da sollte auch die Kleidung passen.“ Um diese zu erneuern, brauche es rund 7000 Euro. Und was, wenn nicht das 85-jährige Bestehen, ist Anlass für eine spezielle Aktion.

Die Bergwacht-Kameraden hatten das Bundespolizeiorchester München zu einem Benefizkonzert der Extraklasse eingeladen. Die 46 Musiker des sinfonischen Blasorchesters unter der Leitung von Jos Zegers entführten die Zuhörer auf eine musikalische Weltreise. Unter anderen spielten sie Lieder von Leonard Bernstein, Ray Charles und Astor Piazzolla.

Mit ihren Blasinstrumenten interpretierten sie gekonnt „Fantasy Variations“, ein Stück von James Barnes, das für ein Violinenkonzert des Teufelsgeigers Niccolo Paganini geschrieben wurde. Ob Filmmusik, Jazz, Rumba, karibische Klänge oder Elemente der mexikanischen Volksmusik. Das Ensemble spielte, unterstützt durch den vollen Körpereinsatz Zegers, punktgenau und glasklar. Franziska Appel an der Posaune führte das Publikum mit Charme und Humor durch die Stücke. Sie erklärte weniger bekannte Instrumente, wie das Sopransaxophon, welches Solist Silvan Kaiser bei dem Stück „Oblivion“ von Astor Piazzolla zum Einsatz brachte. Und Appel gab auch eine kleine Einführung in die russische Sprache, als sie „Slava“ von Leonard Bernstein erklärte. „Ob’s danach noch eine Zugabe gibt oder nicht, liegt ganz allein in Ihren Händen“, zitierte sie vor dem letzten Programmpunkt den eigenen Dirigenten. Und es gab stehende Ovationen. Das Publikum war so angetan, dass die Musiker gar keine andere Wahl hatten, als drei Zugaben zu spielen. Zegers hatte die Leitung des Orchesters erst vor drei Wochen übernommen. Zuvor dirigierte er in Holland Laien und gewann in Innsbruck einen Wettbewerb. „Ein Profiorchester wie dieses“, betonte er, „ist schon ein anderes Kaliber“. Die Bundespolizisten treten im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit oft bei Benefizveranstaltungen auf. Wenn nötig auch in kleineren Besetzungen als Bigband oder Jazzkombo. „Ich freue mich, dass ich eine gute Sache unterstützen kann“, sagt Zegers. In der Pause und nach der Vorstellung herrschte ein allgemeiner Tonus der Begeisterung. „Es ist schön, so gute Musiker zu Gast zu haben“, schwärmte auch Bürgermeister Peter Imminger (CSU). Für ihn war das keine Pflichtveranstaltung, sondern persönlicher Hochgenuss. Und Lohr zeigte sich mehr als zufrieden. „Wir haben über 250 Karten verkauft. Das übertrifft all unsere Erwartungen.“ In diesem Sinne warnte er die Musiker vor: „Ihr habt jetzt Pech gehabt, denn zum 90. müsst Ihr wieder kommen.“

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt

Autor: Bergwacht Oberau

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