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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Montag, 7. September 2015

HvO Weißenstadt leistet 1000 Einsätze

Es ist Montag, der 7. September 2015, 8:32 Uhr: In der KFZ-Werkstatt von Gerhard Rott am Ortseingang von Weißenstadt ertönt lautes Piepsen. Der Funkmeldeempfänger des Junior-Chefs Christopher Rott wurde von der Integrierten Leitstelle Hochfranken (ILS) alarmiert. „HvO Weißenstadt zum Notfalleinsatz!“ lautet die kurze Durchsage des Disponenten.

Rott ist sowohl bei der BRK-Bereitschaft als auch bei der Bergwacht aktiv. Heute ist er diensthabender „Helfer vor Ort“ und weiß, dass jetzt Eile geboten ist. Noch während der Alarmierung legt der 22-jährige sein Werkzeug weg, wäscht sich blitzschnell die Hände und ist auch schon auf dem Weg zum Einsatzfahrzeug, das direkt vor der Tür geparkt ist. „Leitstelle für HvO Weißenstadt, einsatzklar!“ lautet seine kurze Meldung über das Funkgerät. Sofort wird er von der ILS über die Adresse des Einsatzortes und das Meldebild informiert. Weniger als drei Minuten nach der Alarmierung ist der gut ausgebildete ehrenamtliche Helfer dank Einsatz von Blaulicht und Martinshorn schon bei der Patientin. Diesmal ist es „nur“ ein Sturz im häuslichen Bereich. Rott weiß sehr genau, wie die Patientin am besten versorgt und beruhigt werden kann. Was er nicht wissen kann: Er leistet gerade den eintausendsten Einsatz der Weißenstädter Helfer.

Ins Leben gerufen wurde dieser Dienst nach vorherigen skeptischen Überlegungen im Juli 2009, um das sogenannte therapiefreie Intervall zwischen einem traumatischen Ereignis wie Unfall oder akuter Erkrankung und dem Eintreffen des hauptamtlichen Rettungsdienstes zu überbrücken. Die Skepsis bestand vor allem aus zwei Gründen: HvOs gibt es an vielen Standorten, sie bestehen in aller Regel aus den Mitgliedern einer ehrenamtlichen Rettungsorganisation. Im oberfränkischen Raum sind das häufig Sanitätsbereitschaften, Wasserwacht-Gruppen oder Feuerwehren. In Weißenstadt ist das anders: Hier haben sich die drei BRK-Gruppierungen Sanitätsbereitschaft, Bergwacht und Wasserwacht zusammen getan, um eine ausreichende Anzahl an geeigneten Rettern bereitstellen zu können. „Das kann niemals funktionieren!“, waren damals Unkenrufe zu hören. Und dennoch hat sich das System bewährt.

Der zweite Grund zur Sorge war die Frage, wie die Dienste besetzt werden können. Der damalige Leiter der ILS, Bernd Weinmeyer, machte dann den Vorschlag: Der HvO wird bei jedem Notfall- und Notarzteinsatz im Bereich Weißenstadt mit alarmiert. Ein Fahrzeug sollte an Werktagen von 18 bis 6 Uhr sowie am Wochenende durchgehend besetzt sein. Die Praxis hat auch hier gezeigt, dass die Unsicherheit unbegründet war. Denn auch an Arbeitstagen sind häufig Fahrer eingeteilt, die aufgrund von Schichtarbeit oder Urlaub zu Hause sind oder die ihren Arbeitsplatz für Rettungseinsätze verlassen dürfen.

In der Anfangszeit des HvO benutzte jede der drei Organisationen ihr eigenes Einsatzfahrzeug. Hier hat sich inzwischen eine Änderung ergeben: BRK-Bereitschaft und Wasserwacht haben sich entschlossen, gemeinsam ein gesondertes, kleineres Auto zu beschaffen. Nur die Bergwacht setzt nach wie vor ihr Rettungsfahrzeug ein.

Dass diese Einrichtung zum Wohle der Patienten durchaus richtig und wichtig ist, zeigt ein Blick in die Einsatzstatistik: Waren im Jahr 2010 beispielsweise 103 Alarmierungen zu verzeichnen, beträgt die Zahl der Einsätze 2014 schon 190. Und der Trend geht weiter nach oben. Bei genauer Analyse der Verdachtsdiagnosen sind dafür vor allem der demographische Wandel in der Bevölkerung sowie die steigende Anzahl an Touristen verantwortlich. Das Spektrum der zu versorgenden Notfälle ist extrem vielseitig: Von leichten Schürfwunden über verschiedene internistische Erkrankungen bis hin zu Reanimationen und schweren Verkehrsunfällen ist alles vertreten. Leider gab es in der gesamten Zeit auch 12 Fälle, bei denen die Patienten beim Eintreffen des HvO bereits verstorben waren und nicht wiederbelebt werden konnten.

 

+++ INFO +++

Die Weißenstädter Retter arbeiten rein ehrenamtlich. Dennoch fallen hohe Kosten für die Fahrzeuge und medizinisches Verbrauchsmaterial an, die weder vom BRK noch von den Krankenkassen übernommen werden. Deshalb ist der HvO auf Spendengelder angewiesen. Helfen Sie helfen - jeder Euro zählt!

IBAN DE10773637490040454540, BIC GENODEF1GFS, Raiffeisenbank Gefrees

Autor: MW, BW Weißenstadt

(von links) Michael Schwemmer, Christopher Rott, Thomas Peuschel (Bergwacht), Florian Kade, Andreas Schill, Philipp Jahreis (BRK); es fehlen: Michael Tuchbreiter (Bergwacht), Christian Kade (BRK), Wolfgang Hager (Wasserwacht)

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