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Mittwoch, 29. Februar 2012

Skitourengeher im Karwendel gerettet

26.02.12 Bergwacht Lenggries rettet zwei verstiegene Skitourengeher im Kälbergraben (Scharfreuter) am frühen Abend

Die beiden 47 und 37 Jahre alten Münchner wollten vom Scharfreiter zur Oswaldhütte ins Rißbachtal abfahren verloren im dichten Nebel die Orientierung. Dabei gerieten sie in den Kälbergraben, in unwegsames, steiles Gelände. Durch ihr Smart-phone Handy konnten sie ihre GPS-Koordinaten ermitteln und wussten auch dass sie nicht weit vom Moosenweg entfernt waren. Steile Gräben mit tiefem Schnee verhinderten aber eine mögliche Querung auf den Weg. Deshalb setzten Sie einen Notruf ab, der bei der Landesleitstelle Tirol auflief. Diese informierte über die Rettungsleitstelle Weilheim, die Bergwacht Lenggries, die mit fünf Einsatzkräften zur Oswaldhütte fuhr und weiter mit dem Skidoo einen Teil des Aufstiegs bewältigen konnte. Durch Lawinenabgänge am Wochenende war der Weg immer wieder verschüttet. Ein Weiterkommen mit dem Skidoo  war nicht mehr möglich. Der weitere Aufstieg erfolgte zu Fuß.

Kurz unterhalb der Mooslahneralm stiegen die Bergretter den Kälbergraben entlang zu den beiden Münchnern ab und brachten sie wieder auf den Fahrweg, für die Talabfahrt, zurück.

Zur Durchführung von Einsätzen dieser Art ist es  für die Einsatzkräfte unerlässlich eine standardisierte Form  der Risikobewertung vor  Einsatzbeginn durchzuführen. Diese erfolgt  an Hand des Lawinenlageberichtes und den vorgefundenen örtlichen Verhältnissen. Ein großer Vorteil war die Bekanntgabe der GPS-Koordinaten, dadurch war eine sichere Geländewahl für den Zustieg erst möglich. Bei Unkenntnis über die genaue Örtlichkeit wäre eine aufwändige Suche erforderlich gewesen. Ein schwieriges Unterfangen  in diesem Gelände bei der gefährlichen Schneesituation. Trotz dieses Vorteils dauerte der Einsatz von 19.00 Uhr bis in den späten Abend hinein.

Bereits am Aschermittwoch war ein Tourengeher aus dem Raum Starnberg in diesem Graben gelandet und saß aufgrund der Steilheit und dem Absturzgelände fest. Die extreme Lawinengefahr am Einsatzort erforderte die Unterstützung durch den SAR-Rettungshubschrauber. Ein Bergretter konnte abgesetzt werden. Mit Rettungsgurten ausgestattet nahm der Hubschrauber alle Drei nach kurzer Zeit  mit der Rettungswinde an Bord. Vor ein paar Jahren hatte sich in diesem Graben schon mal ein tragischer Unfall ereignet. Ein koreanischer Skitourengeher war ebenfalls in diesen Graben geraten und bei dem Versuch, das Schrofengelände abzuklettern, abgestürzt und in einer Gumpe ertrunken. Nach einer stundenlangen Suche wurde er in den frühen Morgenstunden gefunden und von Canyoningrettern der Bergwacht Lenggries -bei minus 10°C- aus dem Wasser gebracht worden.

 

 

Autor: Bergwacht Lenggries

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