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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Montag, 16. Oktober 2017

Herzinfarkt am Brünnstein-Gipfel

Sonniges Wanderwetter bescherte der Bergwacht Oberaudorf-Kiefersfelden ein einsatzreiches Wochenende

Zahlreiche Wanderer und Bergsteiger nutzten das vergangene Wochenende um die heimische Bergwelt zu erklimmen. Dies spürte man auch bei den Bergrettern im Oberaudorfer Inntal, die gleich dreimal bei Einsätzen am Oberaudorfer Hausberg, dem Brünnstein gefordert waren.

 

Massive Kreislaufprobleme hatte eine 52-Jähriger Bergsteiger am Sonntag Mittag nach dem Aufstieg zum Brünnstein über den Julius-Mayr-Weg Klettersteig bekommen. Direkt am Gipfel plagten ihn plötzlich massive gesundheitliche Probleme welche sich durch den Rückruf des Einsatzleiters beim Melder aufgrund der Beschreibung als typische Anzeichen für einen Herzinfarkt deuten ließen.

 

Eine Einsatzmannschaft, die am Rettungsstützpunkt Brünnstein unterhalb des Alpenvereinshauses den Vorsorgedienst verrichtete, stieg sofort zum Gipfel auf. Gleichzeitig machte sich auch eine Einsatzmannschaft mit dem Rettungsfahrzeug kurz nach der Alarmierung in Richtung Brünnstein auf.

Parallel dazu wurde vom Einsatzleiter aufgrund des Meldebildes ein Rettungshubschrauber zur Unterstützung angefordert. Kurze Zeit später landete bereits „Heli 3" aus Kufstein-Langkampfen an der Bergrettungswache in Oberaudorf um einen Bergretter aufzunehmen und die erforderlichen Einsatzinformationen zu besprechen.

 

Zwischenzeitlich war bereits ein Bergretter an der Einsatzstelle angekommen und konnte sich einen ersten Überblick verschaffen und den Gesundheitszustand des Patienten beurteilen. Um eine Anlandung und somit ein Absetzten des Bergretters sowie des Notarztes zu ermöglichen musste der mit Bergsteigern gut gefüllte Gipfel im Östlichen Bereich geräumt werden. Erst jetzt war ein Anflug des Rettungshubschraubers möglich.

 

Nach der medizinischen Erstversorgung durch die Einsatzkräfte wurde der Patient mit dem Bergetau vom Gipfel zum Zwischenlandeplatz an der Bergwachthütte geflogen, anschließend in den Hubschrauber verladen und zur weiteren medizinischen Versorgung ins Klinikum Rosenheim verbracht.

 

Der Einsatz war noch nicht abgeschlossen als eine Meldung von der Integrierten Leitstelle über einen vermeintlich abgestürzten Kletterer an der „Fritzenwand" im Brünntal, auf der Ostseite des Brünnstein einging. Nach Rücksprache mit dem Melder hatte dieser an besagten Kletterfelsen einen Kletterer am Seil hängen und schreien gehört. Die Einsatzmannschaft, die mit dem Rettungsfahrzeug noch am Brünnstein vor Ort war machte sich auf Weisung des Einsatzleiters sofort im Abstieg in das Brünntal auf. Nach kurzer Zeit konnte aber bereits Entwarnung gegeben werden nachdem die Einsatzmannschaft lediglich zwei unversehrte Sportkletterer in besagtem Gebiet ausfindig machen konnten.

 

Bereits am Samstag Nachmittag waren Bergwacht-Einsatzkräfte mit Nachforschungen beschäftigt nachdem sich zwei Bergsteigerinnen beim Abstieg vom Gipfel aus den Augen verloren und nicht wie vereinbart zur gemeinsamen Brotzeit am Brünnsteinhaus zusammengetroffen waren. Nachdem eine Kontaktaufnahme mit der Vermissten über Mobiltelefon nicht möglich war wurden Suchtrupps auf die Wanderwege am südlichen Brünnstein entsandt. Ein Wanderer am Brünnsteinhaus konnte sich an die Frau erinnern und gab an, dass sich diese im Abstieg zur Mühlau befand als sie aufeinandertrafen. Fortan konzentrierte sich die Suche dann Talwärts.

Gegen 18 Uhr wurde festgestellt dass das Fahrzeug der vermissten Wanderin, das am Rathausplatz in Oberaudorf abgestellt war, zwischenzeitlich weg war.

Die Suche wurde dann in Rücksprache mit der Polizeiinspektion Kiefersfelden abgebrochen.

Autor: Bergwacht Oberaudorf-Kiefersfelden

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