Mitglieder-Login

Passwort vergessen?

Samstag, 2. November 2013

Vermisster Gleitschirmflieger beim Abstieg tödlich abgestürzt

Seit Donnerstag Abend haben Bergwacht und Polizei mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften im Inntal nach einem vermissten Gleitschirmflieger gesucht. Am Sonntag Vormittag wurden vom Polizeihubschrauber aus Anhaltspunkte geortet die die Einsatzkräfte zum Verunfallten führten.

Am Donnerstag den 31.10.13 meldete sich der Gleitschirmflieger, nach eigener Aussage im Aufstieg etwa 15 Minuten vom Heuberg-Gipfel entfernt, telefonisch bei seiner Ehefrau. Nachdem er bis 19.00 Uhr nicht nach Hause gekommen war alarmierte seine Ehefrau die Polizei und Bergwacht. Das Fahrzeug des Betroffenen wurde durch die Einsatzkräfte am Parkplatz in Labach gefunden. Aufgrund des zum angenommenen Startzeitpunktes herrschenden Nordwindes und einer erfolgten Handypeilung erstreckte sich der Suchbereich nach dem Vermissten südlich bis zum Kranzhorn und östlich bis zum Pasterkopf.

Sofort wurde mit großem personellen und technischen Einsatz durch die Bergwachten Brannenburg, Bad Feilnbach, Oberaudorf und Samerberg nach dem Vermissten gesucht. Die Bergwachten Grassau und Penzberg unterstützten den Einsatz mit speziellen Wärmebildkameras. Durch das Abgehen aller Wege konnte sichergestellt werden, dass eventuelle Hilferufe des Gleitschirmfliegers gehört werden. Der Einsatz eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera war aufgrund der Wetterbedingungen nicht möglich.

Am Feiertag wurde die Suche nach drei Stunden Pause um 7.00 Uhr wieder aufgenommen. Die drei Bergwachten im Inntal wurde durch die Bergwachten Sachrang-Aschau, Wasserburg und Samerberg unterstützt. Insgesamt mehr als 75 Bergretter und Alpinbeamte der Polizei suchten unterstützt durch insgesamt 7 Suchhundeteams die möglichen Absturzbereiche an den verschiedenen Gipfel des Heubergs ab. Da auch am Freitag Vormittag aus Wettergründen keine Hubschrauber eingesetzt werden konnte wurden die steilsten Gräben westlich vom angenommenen Startplatz mit einer fliegenden Kamera der Bergwacht abgesucht – die Auswertung des gewonnenen Bildmaterials hat keine Anhaltspunkte ergeben.

Am Nachmittag wurde die Absuche durch drei Hubschrauber der Landes- und Bundespolizei sowie der Bundeswehr unterstützt. Nach den erfolgten Suchflügen konnte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass der Pilot in den Bäumen hängt. Zudem wurden alle einsehbaren Gräben und Felsbereiche aus der Luft abgesucht. Die Bergretter wurden in Gruppen auf den Gipfel geflogen, von wo aus sie die verschiedensten exponierten Bereiche abgingen. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde der Sucheinsatz aus Sicherheitsgründen vorübergehend eingestellt.

Am Samstag wurde die Suche durch die Polizei und Bergwacht wieder aufgenommen. Durch mehrere Einsatzteams wurden die gefährlichen Gräben auf der Westseite des Heubergs durchseilt und deren Ausläufe abgesucht. Vielfach mussten die Aktionen aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden – der Bereich ist sehr steinschlaggefährdet. Zudem wurde der Suchbereich Richtung Kranzhorn durch Fußstreifen abgesucht. Mit Hilfe spezieller Spurensuchhunde der Polizei wurde versucht den Aufstieg des Vermissten zu rekonstruieren. Auch jeweils ein Hubschrauber der Bundeswehr und der Polizei waren im Einsatz. Mit der fliegenden Kamera wurden erneut absturzgefährdete Bereiche beflogen. Der Einsatz musste bei einbrechender Dunkelheit wieder abgebrochen werden.

Am Sonntag Vormittag begannen erneut 40 Einsatzkräfte mit der Absuche im Bereich des Heubergs. Von einem Polizeihubschrauber aus wurden in einem sehr steilen Graben Skistöcke gefunden. Diese führten Polizei und Bergwacht zur teils laubbedeckten Leiche des abgestürzten Gleitschirmfliegers - nach ersten Erkenntnissen ist er Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen am Heuberggipfel nicht gestartet sondern hat sich zum Abstieg zu Fuß entschlossen. Die Leiche musste durch die Bergretter und Alpinpolizisten aus dem schwierigen Gelände heraus mehrere 100m abgeseilt werden. Die Familie des Betroffenen wird durch den Kriseninterventionsdienst der Bergwacht Bayern betreut.

 

WissensBox-LOGIN

____________________

weitere Informationen

 

 

 

Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung

Bergwacht-Zentrum