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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Freitag, 27. September 2013

Aufwendiger Einsatz nach Absturz an der Zugspitze

Grainau / Zugspitze - Trotz umfangreichem Nachteinsatz von Bergwacht Grainau und Polizei konnte eine junge Chinesin nur noch tot geborgen werden.

Am Sonntag, den 22. September 2013, wurde der Einsatzleiter der Bergwacht Grainau um 20:55 Uhr alarmiert. Ein Bergsteiger hatte sich auf dem Weg zur Zugspitze verstiegen und kam nun weder vor noch zurück. Er sehe schon die Lichter der Bergstation, so die Information der Integrierten Leitstelle Oberland. Da der Verstiegene nur gebrochen Deutsch und Englisch sprach, konnten zunächst keine näheren Informationen gewonnen werden. Der Versuch durch einen Rückruf seine Position genauer einzugrenzen scheiterte, da das Handy nicht mehr erreichbar war.

Der Einsatzleiter ließ daraufhin die Einsatzmannschaft alarmieren und forderte einen Polizeihubschrauber zur Unterstützung bei der Suche und zum Ausleuchten des Einsatzgebiets an. Außerdem wurden Mitarbeiter der Eibsee-Seilbahn angerufen, um die Einsatzkräfte zum Gipfel zu bringen, welchen sie gegen 21.45 Uhr erreichten. Sie begannen mit dem Abstieg durch den verschneiten Klettersteig und wurden schließlich gegen 22 Uhr fündig. Nachdem der 23-jährige Chinese den Einsatzkräften mitteilte, dass er mit seiner Freundin unterwegs war und diese im Bereich der Irmerscharte ins Höllental abgestürzt war, änderten sich schlagartig die Einsatzumstände.

Sofort wurde bei der Polizei ein zweiter Hubschrauber mit Rettungswinde angefordert, da der mittlerweile eingetroffene Suchhubschrauber mittels der Wärmebildkamera die Abgestürzte am oberen Ende des Höllentalferners, etwa 400 - 500 Meter tiefer, lokalisieren konnte. Außerdem wurde neben weiteren Einsatzkräften ein Bergwacht-Notarzt sowie das KID Berg zur Betreuung des Chinesen alarmiert.

Gegen Mitternacht startete der Polizeihubschrauber Edelweiß 4 mit Bergwacht-Notarzt und Bergwacht-Rettungssanitäter ins Höllental. Der Suchhubschrauber Edelweiß 8 markierte mit einem Infrarot-Strahler den Liegepunkt der Verunglückten und leuchtete den Bereich aus, sodass die Windenmaschine unmittelbar die Einsatzstelle erreichte. Das medizinische Team wurde mit der Winde abgesetzt und stieg etwa 80 Meter auf. Dort konnte der Bergwacht-Notarzt nur noch den Tod der 24-Jährigen feststellen.

Zwei weitere Einsatzkräfte wurden mit Berge- und Sicherungsmaterial zur Einsatzstelle transportiert. Der Leichnam wurde zum Abtransport vorbereitet und von den Bergrettern über den winterlichen Gletscher zum Absetzpunkt verbracht. Von dort flog Edelweiß 4 die Verunfallte sowie die Einsatzkräfte in drei Flügen wieder ins Tal. Nach dem Aufräumen des Materials sowie einer Abschlussbesprechung war der Einsatz gegen 3.15 Uhr beendet.

Insgesamt waren 12 Mann der Bergwacht Grainau, ein Bergwacht-Notarzt aus Garmisch-Partenkirchen, zwei Mitglieder des KID Berg, drei Alpinbeamten der Polizei, das Bergrettungsfahrzeug Grainau sowie die Polizeihubschrauber Edelweiß 4 und Edelweiß 8 der Polizeihubschrauberstaffel Bayern aus München etwa 6,5 Stunden lang gefordert. Außerdem unterstützten mehrere Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Grainau den Einsatz, indem sie den Hubschrauberlandeplatz der Bergwacht Grainau ausleuchteten.

Autor: Bergwacht Grainau

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