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Sonntag, 6. September 2015

Einsatzreicher Freitag für die Bergwacht Grainau

Grainau/Höllental - Bergretter und Christoph Murnau bei schwerem Einsatz auf dem Weg zur Zugspitze gefordert

Am vergangenen Freitag, den 04. September 2015, wurden der Einsatzleiter sowie die Mannschaft der Bergwacht Grainau um 15.27 Uhr alarmiert. Ein Ehepaar aus Dresden (42 und 44 Jahre alt) wollte die Zugspitze über das Höllental besteigen. Auf dem blanken Höllentalferner gingen die gut ausgerüsteten Bergsteiger mit Grödeln und am Seil gesichert, als der Mann im steilen Eis ausrutschte und seine Ehefrau mit sich riss. Dabei erlitt diese ein Schädel-Hirn-Trauma und Verletzungen am Kiefer. Beide zogen sich zudem mehrere Schürf- und Prellwunden zu.

Der Einsatzleiter forderte daraufhin umgehend einen Notarzthubschrauber an. Darüber hinaus wurden aufgrund des zweifelhaften Wetters weitere Einsatzkräfte für den Fall eines längeren bodengebundenen Abtransports informiert. Bereits nach kurzer Zeit traf der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph Murnau am Tallandeplatz der Bergwacht Grainau ein und startete sofort mit zwei Bergwachtmännern und dem Hubschrauber-Notarzt ins Höllental. Tief hängende Wolken verhinderten einen direkten Anflug an die Unfallstelle, sodass die Retter etwa 150 Höhenmeter tiefer abgesetzt wurden. Von dort stiegen sie zum Gletscher und auf diesem weiter zur Einsatzstelle auf, welche etwa 45 Minuten nach Alarmierung erreicht wurde. In zwei weiteren Flügen wurden nochmals sechs Bergretter sowie die Hubschrauber-Rettungsassistentin nach oben gebracht. Christoph Murnau landete zwischenzeitlich an der Höllentalangerhütte, um bei einer eventuellen Wetterbesserung umgehend eingreifen zu können.

Nach der Versorgung wurde die Patientin nach Eintreffen aller Einsatzkräfte auf den Abtransport in der Gebirgstrage vorbereitet. Dieser gestaltete sich im anspruchsvollen alpinen Gelände aufwändig und anstrengend für die Retter. Nach dem ersten Abschnitt über das Gletschereis führte der Weg durch loses Geröll, welches durch den Regen der letzten Tage sehr lehmig war und damit die ganze Bergung zusätzlich erschwerte. Zwischenzeitlich waren auch die Wolken weiter gesunken, sodass im Ganzen etwa 250 Höhenmeter überwunden werden mussten, bis die Sicht für einen erneuten Anflug des Hubschraubers ausreichte. Mit der Winde wurden beide Patienten zusammen mit der medizinischen Hubschrauber-Crew aufgenommen und konnten knapp 2,5 Stunden nach Alarmierung dem Unfallklinikum Murnau übergeben werden. Nach einem Tankstop wurden alle Retter samt Material ins Tal gebracht, wo nach einer kurzen Nachbesprechung und Aufräumarbeiten der Einsatz beendet war.

Insgesamt waren bei diesem Einsatz 14 Einsatzkräfte, das Bergrettungsfahrzeug Grainau und die Crew des ADAC-Rettungshubschraubers Christoph Murnau etwa 4 Stunden lang gefordert.

Zuvor mussten bereits drei Bergretter auf den Wanderweg von der Hochalm zum Osterfelderkopf ausrücken. Dort war eine 58 Jahre alte Frau aus Finsterwalde gestürzt und hatte sich am Sprunggelenk verletzt. Die Patientin wurde medizinisch versorgt und mit dem Bergrettungsfahrzeug ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen gebracht.

Während des Einsatzes am Höllentalferner erreichte zudem noch ein weiterer Notruf die Einsatzkräfte. Ein Wanderer aus Münster (43 Jahre alt) hatte sich beim Abstieg von der Höllentaleingangshütte ebenfalls eine Sprunggelenksverletzung zugezogen. Zwei Einsatzkräfte brachten den Mann ins Tal und übergaben ihn an einen Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes Garmisch-Partenkirchen.

 

Autor: Bergwacht Grainau

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