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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Montag, 3. März 2014

Erneuter Bergwacht-Einsatz im Dunkeln

Sonnenschein, milde Temperaturen und die ersten Frühlingsblumen: In tieferen Lagen ist vom Winter auch Anfang Februar kaum etwas zu spüren.

Am vergangenen Wochenende ließen sich erneut Bergwanderer davon täuschen und unterschätzten die Schnee- und Witterungsverhältnisse am Berg. Am späten Freitag-Nachmittag fuhr eine Münchener Familie mit der letzten Gondel zum Taubenstein. Vater (44 Jahre), Mutter (41 Jahre), Tochter (13 Jahre) und Sohn (9 Jahre) freuten sich auf die Wanderung zum Rotwandhaus, wo sie die Nacht verbringen wollten. Allerdings hatten die Vier auf ihrem Weg über den Lämpersberg mit einer unerwartet tiefen Schneedecke zu kämpfen. „Insbesondere in Mulden und Einschnitten liegt in Lagen über 1500 Metern ein guter halber Meter Schnee. Die Schneedecke ist teilweise harschig, trägt jedoch nicht“, so Günter Riedl, der Leiter der Schlierseer Bergwacht. Die Wandergruppe brach deshalb bei jedem Schritt ein und kam nur mühsam – und wesentlich langsamer – voran als geplant. Im Einschnitt vor dem Kirchstein waren die Kräfte – insbesondere der Kinder – aufgebraucht. Zudem setzte bereits die Dämmerung ein, starker Wind und aufkommender Schneefall schränkten Sicht und Orientierung erheblich ein.
Gegen 18.30 Uhr setzte der Vater einen Notruf bei der Integrierten Rettungsleitstelle (ILS) Rosenheim ab.
Wie am Wochenende zuvor alarmierte der Einsatzleiter der Bergwacht Schliersee die Kameraden der Bergwacht Hausham. Auch Einsatzkräfte der Bergwacht München konnten hinzugezogen werden. Da die Verirrten ihren Standort nur ungefähr angeben konnten, wurde auch die Unterstützung durch Hubschrauber mit Wärmebildkamera angefordert. Die Polizeihubschrauber Edelweiß 2 und Edelweiß 4 überflogen das fragliche Gebiet, mussten jedoch aufgrund der schlechten Witterungslage abdrehen. Glücklicherweise bestand permanent Telefonkontakt zwischen der Familie und der Einsatzleitung. So konnte der Vater mitteilen, dass die Rotorengeräusche der Hubschrauber zu hören waren.
Zwei Einsatz-Teams brachen gleichzeitig auf: Die erste Streife wurde vom Wirt der Taubenstein-Bergstation mit einem privaten Ski-Doo zum Taubenstein gebracht und machte sich von dort aus auf den Weg.
Die zweite Einsatzgruppe fuhr mit dem Schlierseer Ski-Doo und dem Haushamer ATV Richtung Rotwandhaus. An Bord waren natürlich auch das notwendige Bergematerial sowie vier Paar Schneeschuhe eines örtlichen Skiverleihs.
Gegen 1930 Uhr erreichte die erste Streife die Wanderer, die inzwischen jämmerlich froren, oberhalb der Wallenburger Alm auf ca. 1700 Metern Höhe und versorgte sie mit heißen Getränken. Kurz darauf traf auch die vom Rotwandhaus gestartete Gruppe mit zwei Bergwacht-Notärzten ein. Eine Untersuchung ergab, dass die Familienmitglieder unterkühlt waren, jedoch aus eigener Kraft weitergehen konnten. Nach der Ausrüstung mit Schneeschuhen und Skistöcken wurden die Vier bis zum Rotwandhaus geleitet und anschließend zum Ort Spitzingsee transportiert. Von dort aus wurden sie vom Rettungsdienst zur Untersuchung ins Krankenhaus Agatharied gefahren.
Auch bei diesem Einsatz war Günter Riedl von der perfekten und reibungslosen Zusammenarbeit aller Beteiligten begeistert – immerhin waren neun Schliereseer, 3 Haushamer und 3 Münchener Bergretter im Einsatz.
und über den glimpflichen Ausgang der Aktion froh.

Bild 1: Das Schlierseer Ski-Doo vor dem Rotwandhaus

Bild 2: Das Haushamer ATV vor dem Rotwandhaus

 

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