Mitglieder-Login

Passwort vergessen?

 

 

Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Montag, 27. September 2010

Traurige Gewissheit nach Großeinsatz

Hausham/Schliersee - Am Donnerstag, den 23.09.2010 verunglückte ein 79-jähriger Bergwanderer an der Dürnbachspitze tödlich. Er galt als ortskundig und erfahren.

Nachdem am Donnerstagnachmittag der Hund und das Auto des Vermissten am Bahnhof Neuhaus entdeckt wurden, konzentrierte sich die Suche von Beginn an auf das Brecherspitz- und Bodenschneidgebiet. Die Bergwachten Hausham und Schliersee verständigten sich sofort auf eine gemeinsame Einsatzleitung: „Alle Aktivitäten wurden gemeinsam koordiniert“, erklärte Franz Mayer, der Leiter der Bergwacht Hausham. Es galt 40 Einsatzkräfte sowie 6 Hundeführer der Bergwacht-Lawinenhundestaffel und der Polizei zu koordinieren. Weiterhin war der Polizeihubschrauber „Edelweiss 2“ im Einsatz, der mit einer Wärmebildkamera das primäre Suchgebiet überflog.

„Gegen 0.30 Uhr mussten wir die Suche vorerst abbrechen“, so Günter Riedl,  Leiter der Bergwacht Schliersee, „allerdings wurde vereinbart, die Suche am Freitag Morgen um 7.00 Uhr wieder aufzunehmen.“ Die Suchmannschaften der Bergwacht wurden am Freitag von der „Alpinen Einsatzgruppe“ der Polizei unterstützt. Zudem waren erneut ein Polizeihubschrauber und ein SAR-Hubschrauber des Luftwaffentransportgeschwaders Penzing in der Luft. Eine berittene Polizeistreife, Suchhundestaffeln des BRK und MHD aus Rosenheim sowie  Hundestaffeln aus Tirol durchkämmten tiefergelegene Wanderwege. Neben den bereits bisher eingesetzten Lawinensuchhunden kamen am Freitag auch sogenannte „Mantrailer-Hunde“ zum Einsatz, die gezielt auf einzelne Personen angesetzt werden konnten.

Durch die „Mantrailer“, die offenbar eine Spur in Richtung Ankl-Alm verfolgten und die Beobachtungen einer Neuhauserin konnte das Suchgebiet auf den Bereich der Dürnbachspitze eingegrenzt werden. Der SAR-Hubschrauber mit einem ortskundigen Bergwacht-Mann an Bord wurde von der Einsatzleitung dorthin beordert und konnte bald einen leblosen Körper in einer Geröllrinne ausmachen. Nach einer kurzen Lagebesprechung auf der Schlierseer Seewiese entschied sich die gemeinsame Einsatzleitung mit der Polizei zu einer Bergung mit der Seilwinde des Hubschraubers, da der Fundort in einem sehr schwer zugänglichen Gebiet lag. Haushamer und Schlierseer Bergretter und ein Bergwacht-Notarzt seilten sich an dem extrem steilen und steinschlaggefährdeten Unglücksort vom Hubschrauber ab, um die Windenbergung vorzubereiten. Der 79-Jährige war etwa 60 Meter abgestürzt und kam erst nach weiteren rund 30 Metern in der besagten Geröllrinne zum Liegen. Dabei hatte er sich so schwere Verletzungen zugezogen, dass der Bergwacht-Notarzt nur noch den Tod feststellen konnte. Das Opfer und die Bergretter wurden vom Hubschrauber wieder mit der Seilwinde an Bord gewincht und nach Neuhaus geflogen.

Die nach Schliersee geeilten Angehörigen wurden bereits seit Donnerstag Abend von einem „Krisen-Interventions-Team“ der Bergwacht Bayern betreut.

Franz Mayer von der Bergwacht Hausham war von der Leistung der Bundeswehr-Piloten beeindruckt: „Die SAR-Besatzung war trotz starker Föhnwinde - mit Spitzen bis zu 95 km/h - den ganzen Tag im Einsatz und meisterte zum Schluss eine außerordentlich schwierige Bergung mit der Seilwinde – eine fliegerische Meisterleistung!“

Günter Riedl von der Bergwacht Schliersee machte sich Gedanken darüber, warum das Opfer trotz der großangelegten Suchaktion nicht früher entdeckt wurde: „ Am Donnerstag machte uns die inzwischen relativ früh einbrechende Dunkelheit sehr zu schaffen."Der außergewöhnlich abgelegene Unglücksort sowie die gedeckten Farben der Kleidung des Opfers verhinderten auch am Freitag einen allzu schnellen Erfolg.“ Alle Beteiligten Einsatzkräfte lobten die sehr gute Zusammenarbeit bei diesem tragischen Geschehen.

 

 

Autor: Bergwacht Schliersee

WissensBox-LOGIN

____________________

weitere Informationen

 

 

 

Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung

Bergwacht-Zentrum