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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Dienstag, 10. Februar 2015

46. Lawinenhundelehrgang der Bergwacht Allgäu

Braucht man erfahrene Lawinenhunde im Zeitalter von digitalen Drei-Anntennen-Suchgeräten überhaupt noch?

Vom 31. Januar bis 6. Februar trainierten die 11 allgäuer Hundeführer mit ihren Tieren die Suche und Bergung von Lawinenverschütteten. Dafür wurden am Samstag, den 31. Januar, zwei Lawinenfelder zur Übung vorbereitet. Es galt mehrere Löcher zu graben, in denen jeweils eine Person liegen kann, um für die Hunde den Verschüttungsfall zu simulieren.

In den darauf folgenden Tagen ging es dann bei wechselhaftem Wetter zwischen heftigem Schneefall und strahlendem Sonnenschein zu Sache: in mehreren Durchgängen suchten die Hundeführer gemeinsam mit ihren Tieren hintereinander die Lawinenfelder ab. Dabei trainierten sie den Umgang mit ihrem tierischen Partner, um dessen spielerischen Trieb und guten Geruchsinn für das Auffinden eines Verschütteten zu nutzen. Doch nicht nur der Hund muss das Suchen üben, auch der Hundeführer muss in mehreren Disziplinen fit sein: Risikobewertung im lawinengefährdeten Gelände, Suche mit dem Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS), Ausgraben und medizinische Erstversorgung eines Verschütteten und vieles mehr.

An einem der Lehrgangstage unterstützte die Bundespolizei das Training der Hundestaffel mit einem Hubschrauber (EC 155). Die Lawinenhunde und deren Besitzer übten den sicheren Umgang mit dem Helikopter und das Abwinchen - ein Verfahren bei dem Bergretter (und Hund) über eine Seilwinde aus dem schwebenden Hubschrauber ins Gelände abgelassen werden. Die Übung mit dem Hubscharuber ist wichtig, um die Abläufe zu Trainieren und den Hund an dem Umgang mit der Maschine zu gewöhnen, damit er im Ernstfall "cool" bleibt.

Die Frage, ob es Lawinenhunde in der Zeit von Smartphones, Lawinen-Apps und digitalen LVS noch braucht, stellen sich die 11 allgäuer Hundeführer nicht. Stattdessen stellen sie sich lieber den zahlreichen Herausforderungen, die sich in Einsätzen ergeben, und dem immensen Zeitaufwand für das Training des Hundes und den Bereitschaftsdienst in der Bergrettung. Dass ihr Engagement Sinn macht, wissen sie, denn wie sonst kann man einen Verschütteten noch schnell finden, wenn LVS und Recco versagen?

 

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