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Montag, 3. Dezember 2012

Höhlenrettungsübung in der Lindwurmhöhle

Die Berchtesgadener Alpen sind in den bayerischen Alpen eines der höhlenreichsten Gebirge. Zahlreiche Höhlen sind Forschungsobjekte, in denen Höhlenforscher zum Teil tagelang unter der Erde unterwegs sind. Für die Bergwacht Berchtesgaden ist eine Rettungsaktion in einer Höhle ein mögliches Einsatzszenario, auf das man vorbereitet sein möchte.

Aus diesem Grund führte die Höhlenrettungsgruppe der Bergwacht Freilassing zusammen mit Einsatzkräften der Bergwacht Berchtesgaden eine Rettungsübung in deren Einsatzgebiet in der Lindwurmhöhle im Stiergraben/Seeleinsee, Kataster-Nr.1335/31 durch. Das Übungsziel war der Einbau einer Seilbahn, das Üben von Abläufen beim Höhlenrettungseinsatz und die Zusammenarbeit auch über Bereitschaftsgrenzen hinweg.
Mit zwei BW- Einsatzfahrzeugen wurde bis zu den Priesberg-Almen hinaufgefahren. Von dort erfolgte in gut einer Stunde der Aufstieg zum Höhleneingang. Schwerbepackt mit der persönlichen Schutzausrüstung sowie Statikseilen, der Höhlentrage, Seilen, Bohrmaschinen und Sicherungsmaterial ging es im dichten Nebel bis zum Eingang  "D" auf 1805 m.
Vom Einstieg führt ein großräumiger Gang, vorbei an einem Forscherlager aus vergangenen Jahrzehnten, in den riesigen Lindwurmstollen. Die Höhle ist im oberen Teil bis auf eine Unterbrechungsstelle, die etwas Kletterei erfordert, unschwierig zu begehen.
Nachdem der Vortrupp mit medizinischer Ausrüstung unsere Patientin Anna erreicht hatte, wurde sie im warmen Musuc-Bag, einem Schlafsack mit Armen und Beinen, in die Rettungstrage "Nest" eingepackt. Vierzehn Retter  sorgten mit einer Folge verschiedener Seileinbauten für einen schonenden Transport der Patientin. Besonders im Bereich der "Hohen Klamm" war der Einbau einer Seilbahn im Aufstieg und Abstieg notwendig. Auf dem restlichen Rückweg zum Höhleneingang konnte die Spezialtrage geschoben oder getragen werden.
Nach der Übung fand auf der nahegelegenen Seeleinhütte eine Nachbesprechung statt, bei der die Teilnehmer die aufgefallenen Schwachpunkte der Einsatzübung aufarbeiten konnten. Peter Hogger, Leiter der Freilassinger Höhlenrettungsgruppe dankte dabei den Bergwachtkameraden aus Berchtesgaden, allen voran Thomas Stöger und Jakob
Brandner für die engagierte Unterstützung und Teilnahme an der alljährlichen,
gemeinsamen Höhlenrettungsübung. Und am Abend ging´s dann schwerbepackt mit den Schleifsäcken, gefüllt mit nassem Einsatzmaterial, durch den frisch gefallenen Pulverschnee hinunter zu den Fahrzeugen.

Autor: P. Hogger / R. Hiebl

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