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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Donnerstag, 17. August 2017

Anspruchsvolle Rettung an der Roßsteinnadel

Pressemitteilung Bergwacht Rottach vom 17.08.17

 

Am Mittwoch, den 16.08.17 gegen 17 Uhr alarmierte die Leitstelle Rosenheim die Bergwacht Rottach-Egern. Nach der ersten Meldung waren zwei Kletterer, Vater und Tochter, wie sich später herausstellte, am Ross- und Buchstein in Bergnot. Ihr Kletterseil war zu kurz. Der Einsatzleiter der Bergwacht forderte nach telefonischer Klärung mit dem Melder umgehend einen Hubschrauber mit Rettungswinde an.  

 

Bis zum Eintreffen der Maschine bereiteten sich zwei Bergretter für eine Kapprettung vor. Mit dem Kapprettungsverfahren kann eine Seilschaft mit einem Hubschrauber schnell und sicher aus einer Felswand gerettet werden.   Bei laufendem Rotor stiegen zwei Rottacher Bergretter am Landeplatz bei der Bergrettungswache in Rottach Kalkofen in den Rettungshubschrauber Christoph 1 ein. Während des Fluges wurde die Vorgehensweise durchgesprochen. An der Einsatzstelle angekommen, fanden die Retter den Vater am Gipfel der Roßsteinnadel und die Tochter am unteren Seilende ca. 20 Meter über den Boden im Seil hängend vor. Beide augenscheinlich unverletzt.  

 

Der erste Retter wurde mit der Rettungswinde des Hubschraubers zum Vater abgelassen und sicherte die Seilschaft zusätzlich.   Der zweite Retter wurde vom Hubschrauber zur Tochter abgewincht, fixierte sie mit einer vorbereiteten Kapprettungsschlinge am Windenhaken des Hubschraubers und kappte das Kletterseil. Dann konnten beide in den Hubschrauber gezogen werden. Das muss sehr schnell gehen. Wenn der Kletterer im Windenhaken und gleichzeitig noch im Kletterseil hängt, ist der Hubschrauber an den Felsen gefesselt.   Im letzten Anflug wurde dann der Vater vom ersten Bergretter, nach dem gleichen Verfahren in den Hubschrauber gebracht und der Hubschrauber flog mit allen zurück zur Bergrettungswache.  

 

Das Kapprettungsverfahren erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Training. Es ist standardisiert und wird regelmäßig im Bergwacht Trainingzentrum in Bad Tölz geübt. Der Bergretter und der Windenoperator im Hubschrauber verständigen sich über festgelegte Handzeichen. Größtes Augenmerk liegt auf der Sicherung beider Partner der zu rettenden Seilschaft und dem flüssigen und zügigen Ablauf, um den Hubschrauber so kurz wie möglich an den Fels zu fesseln. Eigensicherung der Retter ist wie bei jeder Rettung immer eine selbstverständliche Voraussetzung.  

 

Die Rettung dauerte etwa eine Stunde. An dem Einsatz war neben der Crew des Rettungshubschraubers Christoph 1 aus München seitens der Bergwacht Rottach sechs Bergwachtler und der Einsatzleiter beteiligt.

Autor: Bergwacht Rottach

Vorbereitung der Rettung

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