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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Samstag, 6. September 2008

Schwer verletzten Kletterer aufwändig gerettet

RAMSAU - Eine gut ausgerüstete und erfahrene Dreierseilschaft war am Freitag kurz vor 9 Uhr auf dem Blaueisnordgrat unterwegs, als dem Vorsteigenden ein Griff ausbrach. Er stürzte über sechs Meter weit ins Seil.

Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich die einheimischen Sportler am Wandfuß des zweiten Blaueisturms. Der abgestürzte 27-Jährige wurde bei dem Unfall schwerst verletzt und musste in einer gefährlichen Aktion gerettet werden.

Die Blaueisumrahmung ist eine beliebte Klettertour bis zum 4. Schwierigkeitsgrad, die auch über den Blaueisnordgrat führt. Eine Seilschaft, bestehend aus drei einheimischen Kletterern, war am Freitag auf dieser Route unterwegs. Sie befanden sich am Wandfuß des zweiten Blaueisturms, als dem Vorsteigenden ein Griff ausbrach. Der 27-Jährige stürzte sechs Meter senkrecht hinab und prallte mit den Füßen auf das dortige Felsband. Von da aus stürzte er weiter ins Seil. Seine Kameraden seilten den Verletzten auf das nächste Felsband ab. Sie alarmierten die Bergwacht und begannen mit der Erstversorgung.

Der Pilot des Rettungshubschraubers "Christoph 14" konnte aufgrund der starken Windböen keine Taubergung durchführen, sondern setzte zwei Luftretter auf dem Grat ab, die sich im Anschluss zum Verletzten abseilten. Um die Rettung weiter durchführen zu können, forderte die Bergwacht Ramsau einen größeren Hubschrauber mit Winde der Bundespolizei-Fliegerstaffel Oberschleißheim an.

Mit der Maschine wurden zwei Retter der Bergwacht Ramsau, der Bergwachtarzt und die Ausrüstung in die Nähe der Unfallstelle geflogen. Da der Verletzte an einer sehr steilen und steinschlaggefährdeten Stelle lag, war die Rettung für die Retter äußerst gefährlich. Sie konnten sich deshalb vor Ort nicht um den Verletzten kümmern, sondern führten eine so genannte "Crash-Rettung" durch: Sie nahmen den Verletzten in den Hubschrauber auf und flogen direkt zur Blaueishütte.

Dort kümmerten sich beide Ärzte um den 27-jährigen Bundeswehrangehörigen. Mit einer weiteren Windenaktion retteten die Luftretter in der Zwischenzeit die verbliebenen Bergsteiger aus der Wand und flogen sie mit einem Zwischenstopp auf der Blaueishütte ins Tal. Der Verletzte wurde zur weiteren Versorung mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Traunstein gebracht. Bei dem Sturz hatte er sich an beiden Knöcheln offene Brüche und ein gebrochenes Handgelenk zugezogen.

Die auf der Blaueishütte auf den Weiterflug ins Tal wartenden Ärzte wurden noch einmal benötigt: Sie mussten eine Hundebissverletzung versorgen. Da im Hubschrauber noch Platz war, konnte auch der zweite Verletzte mit ins Tal genommen werden.

 

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