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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Dienstag, 26. August 2008

Vier teilweise zeitgleiche Einsätze für die Ramsauer Bergwacht

Abgestürzter Bergsteiger, Wanderer mit Herzinfarkt, Seilschaft im Nebel und verletzte Alpinisten halten Bergretter in Atem

RAMSAU (rf/ml) – Mit insgesamt vier teilweise zeitgleichen Einsätzen waren die Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau am Montagnachmittag voll gefordert: Neben einen am Watzmann abgestürzten 21-jährigen Bergsteiger aus Berlin mussten die Retter im Wimbachtal einen Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt versorgen, einer Seilschaft im Blaueis wegen Nebel telefonisch den richtigen Abstieg erklären und zwei Wanderer mit einem Bandscheibenvorfall und einer Knieverletzung von der Wimbachgries-Hütte abholen.

Ein 21-jähriger Bergsteiger aus Berlin war beim Abstieg vom dritten Watzmannkind im schrofigen Gelände ausgerutscht und hatte sich mehrfach überschlagen; er blieb mit Rückenverletzungen im Blockwerk liegen. Seine Begleiter, alle Mitglieder einer heimischen Bergsteigergruppe, leisteten Erste Hilfe und verständigten die BRK-Rettungsleitstelle. Die Besatzung des vom Ramsauer Bergwacht-Einsatzleiter angeforderten Rettungshubschraubers „Christoph 14“ flog einen Bergwacht-Luftretter und den Notarzt am 15 Meter langen Rettungstau von Kühroint ins Watzmannkar und setzte beide unweit der Unfallstelle ab.

Noch während der 21-Jährige im Gelände notärztlich behandelt wurde, ging ein weiterer Notruf ein: Beim Wirt des Wimbachschlosses wurde ein akuter Schwächeanfall in der Nähe der Gaststätte gemeldet. Selbst Bergwachtmann, fuhr der Wirt mit seinem Privatfahrzeug zum Notfallpatienten, bei dem ein zufällig vorbeikommender Arzt sogar einen Verdacht auf Herzinfarkt diagnostiziert hatte – beide leisteten bis zum Eintreffen weiterer Einsatzkräfte professionelle Erste Hilfe. Da der Hubschrauber-Notarzt und die medizinische Ausrüstung am Watzmann gebunden waren, nahm der Pilot des Rettungshubschraubers am Berchtesgadener Krankenhaus einen zweiten Notarzt auf und flog ihn ins Wimbachtal. Zeitgleich startete eine zweite Mannschaft der Ramsauer Bergwacht mit dem Geländewagen zum Einsatzort, die Patienten und Arzt in Empfang nahm und so die weitere Versorgung möglich machte.

Währenddessen war der 21-jährige Patient am Watzmann für den Abtransport stabilisiert: Zusammen mit dem Notarzt wurde er im Luftrettungssack gesichert per Rettungstau zum Zwischenlandeplatz nach Kühroint gebracht, dort in den Hubschrauber verladen und zum Kreiskrankenhaus Berchtesgaden geflogen. Im Anschluss holte die nun wieder vollständige Hubschrauber-Crew den versorgten Wanderer aus dem Wimbachtal ab und transportierte ihn zum Klinikum Traunstein.

Gleichzeitig ging bei der BRK-Rettungsleitstelle ein drittes Hilfe-Ansuchen für die Bergwacht ein: Eine Seilschaft hatte am Blaueis die so genannte „Plattenführe“ bewältigt, fand aber im plötzlich hereinfallenden Nebel den richtigen Abstieg nicht mehr und erkundigte sich nun, wie es denn so abwärts ginge. Ein heimischer Bergführer der Ramsauer Bergwacht-Bereitschaft konnte per Telefonauskunft weiterhelfen; „offensichtlich zufriedenstellend, denn weitere Anrufe blieben von dieser Seite aus“, berichtet Bergwacht-Bereitschaftsleiter Rudolf Fendt.

Den Abschluss des Einsatzmarathons für die Ramsauer Bergretter bildete ein Abtransport zweier Bergsteiger von der Wimbachgries-Hütte, die nach der Überschreitung der drei Spitzen wegen eines Bandscheibenvorfalles und einer Knieverletzung nicht mehr gehfähig waren. Unerfreulicher Begleitumstand: Zeitgleich hatten zwei weitere Bergsteiger von der Hütte aus wegen akuter Schwäche und Muskelkrämpfen bei der Rettungsleitstelle einen Notruf abgesetzt. In Absprache mit dem Hüttenwirt entschied der Einsatzleiter, auch den Bergwachtarzt zur Grieshütte zu schicken. Fendt: „Als der Wirt den Hilfesuchenden bestätigen wollte, dass der Arzt unterwegs ist, waren beide urplötzlich wieder fit und verschwunden.“

 

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