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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Montag, 15. April 2013

Lawineneinsatz an der Hocheisspitze

Drei Skibergsteiger werden bis zu 300 Meter von Schneemassen mitgerissen und verschüttet, können sich aber selbst befreien.

RAMSAU – Am Samstag gegen 11.45 Uhr sind drei Skitourengeher rund 100 Meter unterhalb des Gipfels der Hocheisspitze im Aufstieg von einer Lawine erfasst, bis zu 300 Meter weit mitgerissen und verschüttet worden. Alle hatten Glück im Unglück und konnten sich selbst befreien. Ein 50-jähriger Bischofswiesener musste mit einer Knöchelverletzung ins Tal geflogen werden, eine 49-jährige Bischofswiesenerin verletzte sich leicht am Knie, konnte aber mit dem dritten, unverletzten Verschütteten und einem weiteren Kameraden selbständig ins Tal abfahren. Die Leitstelle Traunstein hatte zunächst ein Großaufgebot an Bergwacht-Einsatzkräften und vier Hubschrauber ins Hochkalter-Gebiet geschickt, da unklar war, wie viele Menschen tatsächlich verschüttet und verletzt wurden.

Die Gruppe mit vier Skitourengehern war laut Polizei im Aufstieg zur 2.523 Meter hohen Hocheisspitze. Als der Erste rund 100 Meter unterhalb des Gipfels war, löste sich im Gipfelbereich plötzlich ein Schneebrett, das drei der vier Bergsteiger erfasste, bis zu 300 Meter mitriss und verschüttete. Alle konnten sich aus eigener Kraft aus den Schneemassen befreien und einen Notruf absetzen. Ein 50-jähriger Bischofswiesener hatte sich aber so schwer am Knöchel verletzt, dass er vom Österreichischen Notarzthubschrauber „Alpin Heli 6“ ins Tal geflogen werden musste. Eine 49-jährige Frau aus Bischofswiesen hatte sich leicht am Knie verletzt, konnte aber noch selbst mit den beiden unverletzten 51-jährigen österreichischen Begleitern mit Skiern ins Tal abfahren.

Zunächst war unklar, ob noch weitere Tourengeher oder Gruppen betroffen sind; der unverschüttete Tourengeher hatte den Abgang aber beobachtet und konnte rasch Entwarnung geben. Die Anflüge der vier beteiligten Hubschrauber gestalteten sich aufgrund von Nebelschwaden und Schneefall teilweise schwierig. „Christoph 14“ konnte die Einsatzstelle dennoch orten, aber wegen des vom Rotorenabwind aufgewirbelten Schnees nicht direkt am Unfallort landen. Die Besatzung von „Alpin Heli 6“ brachte zunächst per Tau den Bergwacht-Notarzt und einen Lawinenhundeführer mit Hund zur Unfallstelle, konnte dann aber wider Erwarten in der Nähe der Betroffenen landen und den verletzten 50-Jährigen aufnehmen und ins Tal fliegen. Eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes sollte ihn von Ramsau aus ins Krankenhaus bringen; er wurde dann aber per Hubschrauber weitertransportiert.

Das Lawinenfeld wurde danach noch durch die Bergwacht mit Lawinen-Verschütteten-Suchgeräten (LVS), und einem Halbleiter-Suchgerät (Recco) sowie durch einen Hundeführer der Polizei abgesucht um abzuklären, ob sich noch weitere Menschen unter den Schneemassen befinden. Die Einsatzkräfte mussten dabei teilweise per Winde vom Hubschrauber aus abgesetzt und wieder aufgenommen werden. Wie viel Glück die vier Skitourengeher hatten, zeigt ein Lawinenunfall aus dem Jahr 2002, bei dem an gleicher Stelle zwei Skifahrer nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden konnten.

Im Einsatz waren 30 Männer und Frauen der Bergwachten Ramsau, Berchtesgaden und Marktschellenberg, die Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergwacht-Region-Chiemgau, vier Beamte der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei, der Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“, der Notarzthubschrauber „Alpin Heli 6“ aus Zell am See, ein Transporthubschrauber der Bundespolizei aus Oberschleißheim und „Edelweiß 4“ von der Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Die Bergwacht Bad Reichenhall brachte zusätzliche Lawinenairbag-Rucksäcke der Bergwacht-Region in die Ramsau; der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht hielt sich zur Betreuung von Angehörigen und Betroffenen bereit. Zum Nachtanken der Hubschrauber wurden im Tal die Kerosinanhänger der Bergwachten Berchtesgaden und Traunstein bereitgestellt. (ml)


 

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