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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Donnerstag, 12. März 2009

Alleingänger stirbt in Lawine

Schneebrett im Loferer Seilergraben verschüttet 37-jährigen Oberauer - Gefährlicher Sucheinsatz bei Nacht

Ramsau - Ein erfahrener Skibergsteiger aus der Oberau ist bei einem Lawinenabgang ums Leben gekommen. Der 37-Jährige war am Sonntag alleine auf der Hundstodreibe unterwegs, als ihn im Loferer Seilergraben ein Schneebrett mit einer Anrisshöhe von 30 bis 40 Zentimetern erfasste. Im Rahmen eines gefährlichen Sucheinsatzes stieß man mithilfe zweier Lawinenhunde erst spät nachts auf den Verschütteten. Doch dem Mann war nicht mehr zu helfen.

Noch am Samstag hatte der 37-Jährige beim Saghäusl-Anderl-Gedächtnislauf am Roßfeld seine skifahrerischen Qualitäten unter Beweis gestellt, als er mit der besten Abfahrtszeit geglänzt hatte. Tags darauf brach er bei Lawinenwarnstufe 3 zur so genannten Hundstodreibe auf, bei der man in der Regel vom Wimbachgries aus den Hundstod umrundet und über den steilen Seilergraben wieder zurück ins Wimbachgries gelangt. Als der erfahrene Alleingänger nicht wie angekündigt am späten Nachmittag wieder zuhause war, verständigten seine Angehörigen gegen 20 Uhr über die Leitstelle die Alpinrettungswache Ramsau. Dort setzte man sofort eine zweigleisige Suchaktion in Gang. Der Polizeihubschrauber „Edelweiß 9“ flog das gesamte Gelände um den Hundstod mit der Wärmebildkamera ab, konnte Skispuren aber aufgrund der starken Höhenwinde nur undeutlich wahrnehmen. Zugleich machten sich zwei Rettungsteams mit einem Raupenfahrzeug und einem Motorschlitten von Ramsau aus auf den Weg, um in Richtung Trischübel und auf der Seite des Loferer Seilergrabens zu suchen. Die Bergrettung Lofer suchte zusätzlich auf österreichischer Seite die Fahrwege ab.

Da der Gesuchte kein Mobiltelefon und, wie sich später herausstellte, auch kein Verschüttetensuchgerät dabei hatte, musste auf gut Glück gesucht werden. Allerdings wandte man sich dann schwerpunktmäßig dem Loferer Seilergraben zu, nachdem der Hubschrauber im unteren Teil des Hangs einen größeren Lawinenabgang gemeldet hatte. Wegen der herannahenden Schlechtwetterfront und des zur Neige gehenden Treibstoffs musste der Hubschrauber gegen 23 Uhr den Heimflug nach München antreten. Die Bodenmannschaften dagegen waren spätestens ab Beginn des Sondierungseinsatzes auf dem 100 Meter langen und 80 Meter breiten Lawinenfeld einem erhöhten Risiko ausgesetzt, weil weitere Lawinenabgänge in diesem Gelände nicht auszuschließen waren. „Das war absolut grenzwertig, zumal die Schlechtwetterfront uns noch mit zusätzlichem Schnee und Sturm eindeckte“, stellte Einsatzleiter Rudi Fendt gegenüber dem „Berchtesgadener Anzeiger“ fest. Mit dabei war auch ein Lawinenhundeführer aus Ramsau, der später noch Verstärkung durch einen weiteren Hundeführer der Bergwacht Berchtesgaden erhielt. Eine Pistenraupe der Gemeinde Ramsau brachte den Berchtesgadener und sein Tier ins hinterste Wimbachtal. Auch ein so genanntes Recco-Suchgerät, eine Art Metalldetektor, kam zum Einsatz.

Gegen 1.30 Uhr war der Tod des einheimischen Skibergsteigers traurige Gewissheit. Die Suchhunde spürten den Verschütteten unter einem dreiviertel Meter Schnee auf. Etwa zwölf Stunden waren seit der Verschüttung vergangen - der Mann hatte keine Chance. Helfer des Kriseninterventionsteams Berg und der Polizeiinspektion Berchtesgaden verständigten und betreuten die Angehörigen des Opfers. Um Näheres über den Unfallhergang zu erfahren, sucht die Polizei jetzt nach zwei weiteren Skitourengehern, die vor dem Oberauer auf der Hundstodreibe und im Seilergraben unterwegs gewesen sein müssen. Im Zuge der Suche war man nämlich oberhalb und unterhalb des Lawinenkegels auf zwei weitere frische Skispuren gestoßen. Die Polizeiinspektion Berchtesgaden (Telefon 08652/94670) bittet die beiden Skitourengeher, sich zu melden.

UK

 

Autor: Berchtesgadener Anzeiger

Zu einem nächtlichen Härtetest bei Sturm und Schneefall entwickelte sich der Einsatz im Seilergraben. Doch alle Mühen halfen nichts, der vermisste Skibergseiger konnte nur noch tot geborgen werden.

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