Einsatz für die "Katz"
Erster Baumbergeeinsatz in Rehau
Einige Besucher des Friedhofes Rehau konnten am letzten Mittwoch, den 7.7. Zeugen eines gewagten Rettungseinsatzes der Feuerwehr, der Bergwacht und des Tierschutzvereines werden. Am frühen Nachmittag rief eine völlig verzweifelte Katzenbesitzerin bei Deborah Feiler, Vorsitzender des Tierschutzvereines Rehau an und berichtete, daß ihr junger Kater Felix seit Dienstagmorgen hoch oben auf einem der Friedhofbäume festsitzt. Selbst die Feuerwehr hatte schon versucht, das Tier vom Baum zu holen, was jedoch nicht gelang, da die Drehleiter nicht bis in das dicht verzweigte Astwerk vordringen konnte.
Von da an war die erste Arbeit des Tierschutzvereines etliche Telefonate zu führen. Der Kommandant der Rehauer Feuerwehr, Manuel Höll, erklärte sich trotz des fehlgeschlagenen Erstversuches noch einmal bereit, die Drehleiter und 2 Männer zur Verfügung zu stellen, als auch die sichere Zusage der Bergwacht vorlag.
Kurz nach 18.00 Uhr waren die Einsatzkräfte und die Besitzerin vor Ort. Kaum sichtbar inmitten des grünen Blattwerkes saß in weit über 20 Meter Höhe auf einem dünnen Ast der verängstigte Kater Felix und miaute schon hörbar erschöpft. Routiniert legten die beiden Bergwachtmänner Reiner Leupold und Johannes Fichtel ihre Ausrüstung an und wurden mit der Drehleiter von den beiden Feuerwehrkräften Michael Ebert und Volker Bucher in luftige Höhe befördert.
Zuerst versuchte Reiner Leupold mit Steigeisen die letzten Meter zu der Katze zu erklimmen. Aufgrund der geriffelten Rinde der Linde brachte dies noch nicht den gewünschten Erfolg. Dann startete Johannes Fichtel die Klettertour mit speziellen Kletterschuhen und kam dem Tier, das mittlerweile noch höher gewandert war, zumindest deutlich näher. Ein Kescher wurde nach oben gezogen und am Boden stieg die Spannung deutlich. Die Besitzerin redete trotz eigener Anspannung so beruhigend wie möglich auf ihr Tier ein. Da das Fanggerät zu kurz war, wurde es am Boden zweimal verlängert, wobei ein mittels Tape angeklebter Schrubber einer verdutzten Friedhofbesucherin gute Dienste tat.
Trotz aller Mühe und mitgebrachter Leckereien wie dem Lieblingsfutter und eilig herbeigeschaffter Katzenminze entzog sich Felix beharrlich durch geschicktes Höher klettern dem Kescher. Für Erheiterung trotz der angespannten Situation sorgten die Kommentare von Fichtel, der das Tier unbedingt im Kescher auf die Erde bringen wollte. Dem Zuruf „Deckel fällt“ folgte ein lauwarmer Nieselregen aus Thunfischsauce auf die Helfer am Boden, die es jedoch gelassen aufnahmen und konzentriert am improvisierten Sprungtuch aus einem Netz festhielten.
Nach etlichen Versuchen musste nun eine Entscheidung getroffen werden, da das Tier zunehmend schwächer wurde. Die Chefin des Tierschutzvereines gab das Kommando „schütteln“ woraufhin die Helfer am Boden das Sprungtuch straff spannten und Fichtel im Baum kräftig den Ast bewegte auf dem Felix saß. Nur wenige Sekunden später kam von oben der Zuruf „Katze fällt“. Atemlos waren alle Augen in die Höhe gerichtet, während das Tier vom Baum fiel. Kater Felix landete sicher im Sprungtuch und suchte mit einem gewaltigen Satz das Weite.
Allen Einsatzkräften und den Helfern am Boden konnte man die Erleichterung deutlich ansehen, daß der Kater offensichtlich unverletzt dieses Abenteuer überstand. Weinend und überglücklich dankte die Besitzerin den Einsatzkräften. Sie berichtet bei einem Anruf bei Frau Feiler, daß Felix schon sehnsüchtig zuhause vor der Türe wartete und erst mal nur trank, sein Futter hinunterschlang und schließlich total erschöpft auf dem Sofa ruhte. Verletzungen konnte sie zum Glück keine feststellen.
"Die Problematik bei dieser Rettungsaktion war der Zeitdruck aufgrund der hohen Temperaturen" so Feiler. „Möglicherweise hätte der junge Kater aufgrund der Dehydrierung den nächsten Tag nicht mehr überstanden und wäre dann einfach vom Baum gefallen. Daß dies aber glücklich für das Tier ausging, haben wir der Professionalität und dem Mut der Einsatzkräfte von Feuerwehr und Bergwacht zu verdanken, ohne sie hätten wir die ganze Aktion nicht durchführen können.
Deshalb ein ganz "Herzliches Dankeschön!".
Dieser Artikel wurde vom Tierschutzverein Rehau erstellt
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