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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsatz-Archiv 2010 der Bergwacht Oberstaufen

Absturz eines Ski-Tourengehers mit Todesfolge am Seelekopf

Nagelfluhkette mit Hochgrat und Seelekopf. Im nordseitigen Seele-Kessel liegt die Unfallstelle (roter Kreis)
Anflug zur Unfallstelle
Aufnahme am 25m-Bergetau
Christoph 17 am Zwischen-Landeplatz

Am 27.12.2010 ist ein Tourengeher beim Aufstieg auf den Seelekopf (1663m) in der Nagelfluhkette ins Rutschen gekommen und in einer Steilflanke ca. 60 m abgestürzt. Auf der äußerst harten und glatten Harsch-Schnee-Schicht im sog. Seelekessel zog er sich schwere Schädelverletzungen und Prellungen am ganzen Körper zu.  Der Mann gehörte einer 5-köpfigen Touren-Gruppe an. Die Alarmierung erfolgte über ein Mobiltelefon.

Der Einsatzleiter der Bergwacht Oberstaufen konnte zusammen mit einer  Notärztin des Rettungshubschraubers Christoph 17 aus Kempten in der Nähe des Unfallortes aus dem schwebenden Helikopter steigen und zur Erstversorgung zur Unfallstelle gelangen.

Aufgrund der Schwere der Verletzungen und der schattigen Exposition in einem Nordhang mit Temperaturen unter minus 10 Grad war eine möglichst rasche und schonende Bergung notwendig. Mit einem 25-Meter langen Bergetau wurden der Patient, Bergretter und die Notärztin aus dem Seelekessel zu einem Zwischenlandeplatz geflogen. Der Verunglückte wurde hier für den weiteren Transport vom Hubschrauber aufgenommen und umgehend in ein allgäuer Krankenhaus geflogen.

Laut Polizeiangaben ist der 72-jährige Tourengeher aus Friedrichshafen sechs Tage nach Einlieferung in die Klinik aufgrund seiner schweren Verletzungen gestorben.

Im Einsatz waren drei Aktive Einsatzkräfte der Bergwacht Oberstaufen, der Rettungshubschrauber Christoph 17 aus Kempten und die Alpine Einsatzgruppe der Polizei.

Alle Bilder: Archiv Bergwacht Oberstaufen

BW Oberstaufen/03.01.2011

Erstversorgung im Kolk
Umlagern auf Vakuummatratze
Verladen in RTH Christoph 17
Kollisionsunfall, im Hintergrund RTH Christoph 45

START IN DIE SKISAISON: ERSTE VERLETZUNGEN

Der Sturz eines Snowboarders in einen Kolk und ein Kollisionsunfall mit zwei Verletzten bescherten der Bergwacht Oberstaufen (Oberallgäu) zu Beginn der Skisaison anspruchsvolle Einsätze.

Am ersten Betriebstag der Lifte stürzte ein Snowboarder abseits der gesicherten Skipisten in einen zwei Meter tiefen Kolk (Schneeloch aufgrund von Windverfrachtungen) und verletzte sich an der Wirbelsäule schwer. Nachdem die Einsatzkräfte den Verunfallten aus seiner misslichen Lage befreit hatten, zogen sie ihn mit dem Akja  durch den Tiefschnee zum Landeplatz des Rettungshubschraubers Christoph 17. Dieser transportiert den Snowboarder in das Klinkum Kempten. 


Am folgenden Sonntag stießen zwei Skifahrerinnen frontal zusammen. Mit Gehirnerschütterungen und einer Knieverletzung wurden sie mit dem Rettungshubschrauber "Christoph 45" aus Friedrichshafen in Kliniken abtransportiert. 


Im Einsatz waren insgesamt 9 Bergretter der Bergwacht Oberstaufen, wobei Einsatzleiter Robert Kühnlein bei der Bergung aus dem Schneekolk mit einer ganz jungen Mannschaft im Einsatz war. Die lange und intensive Ausbildung zahlte sich aus und der erfahrene Einsatzleiter war sehr zufrieden mit dem Nachwuchs.

BW Oberstaufen/05.12.2010

Sommertrends...

... werden normalerweise in der Mode entworfen. Einen schmerzhaften Sommertrend verzeichnet die Staufner Bergwacht zur Zeit beim Thema „Schuhe in den Bergen“ . Mangelhaftes Schuhwerk führte heuer bereits in mehr als zehn Fällen zu schweren Knöchel- und Beinverletzungen!

Diese "Sonntags-Stadtpark-Ausgeh-Schuhe" -siehe Bild-  eignen sich für den Staufner Kurpark, aber nicht für die Nagelfluhkette. Sie ist zwar nicht mit den 4000ern in der Schweiz vergleichbar, aber es sind Berge. Und in den Bergen zieht man Bergschuhe an. Diese besitzen eine Profilsohle sowie einen Schaft, der über die Knöchel reicht und entsprechend Stabilität verleiht. Nur so lässt sich die Gefahr des Ausrutschens minimieren und  bei Bedarf das Sprunggelenk entsprechend stützen und damit schützen.

Bergtouren mit knöchelfreien Turnschuhen und glatter Sohle enden nicht selten nach einem Flug im Rettungshubschrauber im Krankenhaus auf dem OP-Tisch. Ersparen Sie sich das, ziehen Sie B-E-R-G-S-C-H-U-H-E an, die über die Knöchel reichen. Und sagen Sie es bitte auch Ihren Gästen. Denn: als Flachländer mit Sandalen auf der Nagelfluhkette unterwegs ist vergleichbar mit einem Allgäuer, der auf der Nordsee bei Windstärke sieben mit dem Schlauchboot nach Helgoland rudern will!

Ihre www.bergwacht-oberstaufen.de

Sommertrend 2010: mit denkbaren ungeeigneten Schuhen im Gebirge unterwegs!

Holzfäller schwer verletzt

In einem steilen Waldstück zwischen Oberstaufen und Buchenegg wollte ein 20-jähriger Waldarbeiter eine bereits am Boden liegende Buche ablängen. Dabei kam ein weiter oben liegender Baum ins Rutschen, erfaßte den Mann und fügte ihm schwere Verletzungen an der Wirbelsäule, am Becken und im Bauchraum sowie am Unterschenkel zu. Er war nicht eingeklemmt und bei Bewußtsein. Aufgrund nicht eindeutiger Ortsangaben mußte der Unglücksort zuerst gesucht werden.

Die medizinische Erstversorgung erfolgte durch die Bergwacht Oberstaufen, später verabreichte der Notarzt von Rettungshubschrauber Christoph 17 aus Kempten dem Verunfallten schmerzstillende Medikamente. Die Bergung in der engen und mit Baumstämmen und Ästen  übersäten Schneise gestaltete sich sehr schwierig. Ein Profiholzer der Staufner Bergwacht mußte zuerst einen weiteren Baum fachgerecht fällen, damit eine Bergung mit dem Rettungstau erfolgen konnte.  Gut verpackt wurde der Holzer am 50 Meter langen Bergetau von Rettungshubschrauber Christoph 17 aus dem unwegsamen Gelände geborgen, am Zwischenlandeplatz in den Hubschrauber geladen und in das Klinikum Kempten geflogen. Im Einsatz waren neun Einsatzkräfte der Bergwacht Oberstaufen und zwei Beamte der Polizeistation Oberstaufen.

BW Oberstaufen/01.10.2010

Medizinische Versorgung
Christoph 17
Aufnehmen am Bergetau nach Fällung eines Baumes
Patient und Retter am 50m-Bergetau
Patient im Bergesack 100m über Grund
Nachbesprechung

Beinbruch beim Abstieg durch die Brunnenau

Beim Abstieg durch die Brunnenau vom Hochgrat (1834m) bei Oberstaufen im Oberallgäu erlitt ein älterer Wanderer einen Beinbruch. Das Unglück geschah oberhalb der Alpe Hintere Simasgund. Der Notarzt von Rettungshubschrauber Christoph 17 aus Kempten konnte in der Nähe des Unfallortes aus dem  schwebenden Helikopter steigen. Nach Versorgung und Schienung wurde der Verletzte zuerst von Hand bis zum Allrad-Gelädefahrzeug getragen und dann zum sicheren Landeplatz des Hubschraubers ins Tal gefahren.

BW Oberstaufen/06.09.2010

Notarzt im Anflug
Aussteigen im Schwebebflug
Umladen in Rettungshubschrauber Christoph 17

3 Mal Knöchel und Unterschenkel

Versorgung mit Vakuumschiene
Abtransport im Allrad-Geländefahrzeug
Halbschuhe im Gebirge!

Eine komplizierte und schmerzhafte Knöchel-Luxationsfraktur holte die Staufner Bergwacht am 3.09.2010. Beim Abstieg vom Hochgrat kam die Wanderin in ihren knöchelfreien Schuhen mit glatten Sohlen (!) zu Fall und verletzte sich am Knöchel schwer. Da sich die Landung des Rettungshubschraubers am Unfallort als sehr schwierig erwies, wurde die Frau mit dem Allrad-Fahrzeug ein Stück ins Tal transportiert zu einem sicheren Landeplatz. 

Direkt nach diesem Einsatz und nur 200 m weiter oben holten die aktiven Einsatzkräfte der Staufner Bergwacht eine ältere Dame. Sie hatte zwar relativ feste Bergschuhe an, aber ihr Unterschenkel verzeihte den Sturz nicht. Mit Verdacht auf eine Beinfraktur wurde sie ins Immenstädter Krankenhaus gefahren.

Bereits am 1.09.2010, direkt nach einer langen Regenperiode, wagte eine Dame aus dem Norden den Abstieg vom Falken zur Oberstieg Alpe in glatten, knöchelfreien Halbschuhen. Ein Sturz war somit vorprogrammiert und der anschließende Transport ins Krankenhaus ebenso.

Wird das ein neuer Sommertrend?

Mit glatten knöchelfreien Schuhen in die Berge?

Siehe hierzu auch den Artikel oben: SOMMERTRENDS

BW Oberstaufen/03.09.2010

Zwei Einsätze auf der Nagelfluhkette

Vorbereiten der Bergung am Gündeskopf
Bergwacht-Einsatzleiter im Hubschrauber
Allrad-Rettungsfahrzeug am Hochgrat

Am Gündleskopf auf der Nagelfluhkette bei Oberstaufen verletzte sich ein Wanderer am Knie und konnte nicht mehr absteigen. Mit dem Rettungshubschrauber Christoph 17 aus Kempten wurden zwei Einsatzkräfte der Bergwacht Oberstaufen in der Nähe des Mannes abgesetzt. Gemeinsam konnte der Patient an eine flache Stelle des schmalen Grates geführt werden, von wo er in den schwebenden Helikopter eingeladen wurde.

 

Direkt nach Abschluß dieses Einsatzes wurden die Retter zu einem zweiten Einsatz am Staufner Haus gerufen. Ein Wanderer hatte sich übernommen und klagte über Kreislaufprobleme und Schwindel. Mit dem Allrad-Rettungsfahrzeug wurde er ins Tal und zur Beobachtung ins Krankenhaus transportiert.

BW Oberstaufen/09.08.2010

Bergung aus Buchenegger Wasserfällen

Wanderin mit schmerzhafter Knöchelverletzung bei den Buchenegger Wasserfällen geborgen

Beim steilen Abstieg zu den Buchenegger Wasserfällen, einem tiefen Tobel bei Oberstaufen (Oberallgäu), zog sich am Freitag, den 9.07.2010 eine Wanderin eine schmerzhafte Knöchelverletzung zu. Nach Erstversorgung und Schienung wurde die Verunglückte im Bergesack am langen Bergetau (50m) von Rettungshubschrauber Christoph 17 aus Kempten geborgen. Insbesondere der Anflug zum steilen Unfallort im Tobelwald, umgeben von hohen Bäumen, gestaltete sich für Pilot und Retter am Tau als sehr schwierig.

Im Einsatz waren 4 Bergretter der Bergwacht Oberstaufen sowie Rettungshubschrauber Christoph 17 aus Kempten.

Zwei Tage später am Sonntag zog sich wieder eine Dame die gleiche Verletzung zu: schmerzhafte Spruggelenksverletzung, diesmal auf dem sogenannten Windbuckel unter dem Falkengipfel. Drei Retter der Bergwacht Oberstaufen sowie der Notarzt von Rettungshubschrauber Christoph 45 versorgten die Patientin. Mit dem Hubschrauber ging es dann direkt in die Klinik Friedrichshafen am Bodensee.  Die Frau trug Sandalen.

BW Oberstaufen/11.07.2010 

Bilder: Archiv BW Oberstaufen + Carsten Vahland (5-8)

Anflug am 50m langen Bergetau
Versorgung der Patientin
Vorbereitung zur Bergung am Tau
Christoph 17 Kempten
Bild: Carsten Vahland
Bild: Carsten Vahland
Bild: Carsten Vahland
Bild: Carsten Vahland

Winter 2010 im Rückblick

Durchgehender Skibetrieb von Mitte Dezember bis Anfang April in den meisten Staufner Skigebieten lassen den letzten Winter in guter Erinnerung scheinen.  Auch für die Bergwacht verlief er ohne große Hektik und mit moderaten Einsatzzahlen.

Vom rechten Weg bzw. Rodelbahn kam ein türkischer Landsmann ab und bremste unsanft an einer Schneekanone. Nach komplizierter Bergung im Steilgelände  ging’s mit dem Rettungshubschrauber weiter ins Krankenhaus.  In der Sylvesternacht gingen im Oberallgäu die Sankas aus und so rückte die Bergwacht um 3.41 Uhr aus zur Versorgung einer Knöchelverletzung.

Bei strahlend blauem Himmel und klirrender Kälte am 4. Januar stürzte ein Holzfäller in leichter Arbeitskleidung am Imberg ab. Rettungshubschrauber Christoph 17 und ein Einsatzleiter der Staufner Bergwacht am Bergetau flogen den Verletzten aus der steilen Imberg-Nordflanke. Im bereitstehenden und geheizten Rettungswagen wurde er vor dem Weitertransport in die Klinik wieder „aufgetaut“.

Verwundert war eine verunglückte und von der Bergwacht versorgte Frau über die Antwort ihres Ehemannes am Handy: „Schatz, ich bin am Bein verletzt und werde von der Bergwacht ins Krankenhaus gebracht.“ Darauf ihr Mann: „Gut. Ich liege bereits dort und warte auf meine Operation!“ Was sie nicht wusste: er wurde bereits zwei Stunden vor ihr versorgt und in die Klinik geflogen.

Ein Speedrider, also ein Skifahrer mit kleinem Gleitschirm, krachte bei einer seiner Zwischenlandungen am Hochgrat zwar nur in einen kleinen, aber dafür sehr harten Baum. Mit Rettungshubschrauber Christoph 45 wurde der Schwerverletzte geborgen. 

“Es knackste so seltsam, aber leider war es nicht die Eisplatte, sondern meine Schulter”  berichtete ein Snowboarder nach seinem Sturz. Zweimal wurde die Staufner Bergwacht zu Lawineneinsätzen am Hochgrat gerufen. Beide Male –Gott sei Dank- waren keine Personen verschüttet.

Besonders betonen möchten wir an dieser Stelle die wirklich hervorragende Zusammenarbeit mit allen Bergbahnen, Skiliften und Hüttenbesitzern in den Staufner Bergen. Nicht zu vergessen die Unterstützung durch die DSV Skiwacht der Stiftung Sicherheit im Skisport, die im Winter einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung des Rettungsdienstes unter Woche leistet. 

Insgesamt 219 Einsätze führte die Bergwacht Oberstaufen im WInter 2010 durch (Vorjahr 282), davon 22 mit dem Hubschrauber.

Fehlarm nach Lawinenabgang am Hochgrat

Sondiermannschaft am Hochgrat Stau 2
Sondiermannschaft am Hochgrat Stau 3
Landeplatz Tal
Sonden und Lawinenschaufeln
Lawinenhund Largo mit Hundeführerin
Rettungshubschrauber Christoph 45

„Lawinenabgang am Hochgrat, nähe Staufner Haus, defnitiv eine Person verschüttet“

 

lautete am Sonntag, den 31.01.2010 gegen 10.00 die knappe Meldung der Rettungsleitstelle Kempten. Umgehend löste die Staufner Bergwacht Lawinenalarm aus, das heißt alle Einsatzkräfte und die Lawinenhundstaffel zur Hochgratbahn, Anforderung Christoph 17 aus Kempten und Christoph 45 aus Friedrichshafen sowie Polizeihubscharuber Edelweiß. Vier Mann der Bergwachten Oberstaufen und Memmingen waren bereits im regulären Pistendienst am Hochgrat und versuchten als erste zum vermeintlichen Lawinenabgang am Staufner Haus zu gelangen. Sie konnten jedoch keine Lawine finden. Nach weiteren Recherchen verlagerte sich die Suche weiter nach Osten und man konnte drei kleine Schneebretter entdecken. So klar die Unfallmeldung am Anfang klang, um so verwirrender wurden die eingehenden Zeugenaussagen im Laufe des Einsatzes. Heini Malue, Leiter der Allgäuer Bergwacht und die Alpine Einsatzgruppe der Polizei hatten am Parkplatz der Hochgratbahn alle Hände voll zu tun, die verschiedensten Aussagen zuzuordnen und daraus einsatztaktische Maßnahmen abzuleiten.

 

Erschwert wurde der Einsatz der Hubschrauber durch böigen Wind am Berg und Nebelschwaden aus Süden, die den Grat immer wieder in dichten Nebel hüllten. Am Landeplatz im Tal mußte zuerst der Parkplatz und dann die Zufahrt zur Hochgratbahn gesperrt werden, um den Einsatzablauf nicht zu gefährden.

 

Nach über dreistündiger systematischer Suche mit Lawinenhunden, Sonden undReco-Gerät und aufgrund der Tatsache, daß sich alle Vermißtenmeldungen auflösten (ein als vermißt gemeldetes Pärchen meldete sich aus dem Erlebnisbad Aquaria!), wurde die Suche abgebrochen.

 

Zum Zeitpunkt der Alarmierung herrschte im Allgäu „erhebliche Lawinengefahr“ (Stufe 3 der fünfteiligen Skala). Da in Oberstaufen aufgrund der West-Staulage mehr Schnee fiel als im restlichen Allgäu und aufgrund des starken Windes am Samstag, herrschte nach Einschätzung der Bergwacht lokal die Warnstufe 4.

 

Vorbildlich war die Zusammenarbeit der Rettungsorganisationen mit der Bahn sowie den Freeridern am Hochgrat. Gut ausgerüstet mit Sonden und Schaufeln beteiligten sie sich äußerst diszipliniert an der Suche. Ein Dank an die Wirtin der Bergstation, die spontan in der Nähe der Lawine eine Teestation für die Retter aufstellte.

 

Im Einsatz waren insgesamt ca 50 Bergwächtmänner/-frauen aus Oberstaufen, Memmingen, Immenstadt und Sonthofen sowie die Lawinenhundestaffel Allgäu und die Alpine Einsatzgruppe der Polizei. Bei der Nachbesprechung mit heißen Getränken und einer Brotzeit in der Festhalle Steibis bedankte sich der Allgäuer Bergwachtchef Heini Malue bei allen Einsatzkräften für den professionellen und effizienten Einsatzablauf.

 

 

 

Bergwacht Oberstaufen/31.01.2010      Bilder: Archiv BW Oberstaufen

Holzarbeiter am Imberg bei Oberstaufen-Steibis abgestürzt

Bergwachtmann und Notarzt am Bergetau
Unfallort und Absturzbahn
Absetzen von Patient im Tal

Am 5. Januar 2010 gegen 11.00 Uhr vormittags ist ein 21-jähriger Holzarbeiter in der 40 Grad steilen und mit Felsflanken durchsetzten, vereisten Imberg-Nordflanke ca. 60 – 80 Meter abgestürzt. Er war mit seinen beiden Kollegen von oben kommend unterwegs zur Behebung eines Schadens an der Holzseilbahn, deren Seil in den Morgenstunden riß und nun am Boden lag.

Aufgrund der Unfallmeldung per Handy ging man zuerst von einer Rettung im Tal aus, erst im Laufe des Einsatzes konnte die Unfallstelle hoch oben in den Nordabstürzen des Imbergs identifiziert werden. Da eine Bergung mit dem Hubschrauber zuerst nicht sichergestellt werden konnte, wurden parallel weitere Rettungskräfte der Bergwacht Oberstaufen für eine terrestrische Bergung alarmiert

Bergwachtmann und Notarzt konnten am 50 Meter langen Fixtau von Rettungshubschrauber Christoph 17 zur Unfallstelle zwischen den Bäumen geflogen werden. Der Holzer erlitt Verletzungen am Brustkorb und Schürfwunden. Aufgrund seiner starken Unterkühlung und der exponierten Lage der Unfallstelle entschied man sich zu einer „Crash-Bergung“, das heißt eine möglichst schnelle Bergung mit anschließender Versorgung im beheizten Krankenwagen im Tal.

Nach einer halbstündigen Aufwärmung und notärztlichen Versorgung im Rettungswagen konnte der Verunglückte ins Krankenhaus nach Immenstadt geflogen werden. Die Temperaturen am schattigen Unfallort betrugen ca. minus 10 Grad.

Im Einsatz waren 8 Mann der Bergwacht Oberstaufen, Rettungshubschrauber Christoph 17 aus Kempten sowie Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Steibis mit einem Quad.

Bergwacht Oberstaufen/5.1.2010

 

 

 

 

 

 

 

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Speedrider und Gleitschirm-Pilot verletzt

Am Sonntag, den 3.01.2010 verunglückte ein Speedrider -ein Skifahrer mit einem kleinen Gleitschirm-  bei einer seiner Zwischenlandungen auf dem Weg vom Hochgrat (1834m) ins Tal. Leider stand ein junger Baum im Weg (siehe Bild links), dem er nicht mehr ausweichen konnte.

Mit Verletzungen am Oberschenkel, Unterschenkel und Knöchel wurde er von Rettungshubschrauber Christoph 45 aus Friedrichshafen geborgen und in die Klinik Ravensburg geflogen. Der Wirt vom Staufner Haus sowie die Hochgratbahn unterstützten die Bergwacht-Einsatzleiterin mit ihren Quads.

 

 

Am 7.1.2010 nachmittags kam eine unklare Meldung über einen abgerissenen Handy-Kontakt: "Absturz eines Gleitschirm-Piloten am Paradies"

Im Nachhinein stellte sich heraus, daß der Pilot beim Start am steilen Grashang auf dem sog. Kapf im Schnee bei seinen ersten Schritten stolperte, den Start abbrach und sich dabei den Knöchel verletzte.

Aufgrund der unklaren Meldung rückte die Bergwacht Oberstaufen mit 4 Mann aus,  Rettungshubschrauber Christoph 17 aus Kempten kam ebenfalls dazu.

Nach der Versorgung am Startplatz wurde der havarierte Pilot in das Krankenhaus Lindenberg geflogen.

Bergwacht Oberstaufen/07.01.2010      Bilder: B. Maurer

Unfallort des Speedriders in der Nähe der Alpe Oberhorbach am Hochgrat
Versorgung des Verunglückten
Rettungshubschrauber Christoph 45 aus Friedrichshafen

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