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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsatz-Archiv 2009 der Bergwacht Oberstaufen

Sommer-Rückblick der Staufner Bergwacht

Am Bergetau
Aus der Gebirgstrage in den Hubschrauber
Absetzen von Retter und Patient im Tal
Mit dem Quad am Hochgrat
Flinke Erstversorgung: Bergwachtmann auf Motorrad
Bergeübung bei Nebel!
Bergeübung bei Nacht und Schnee!

Im letzten Sommer rückte die Staufner Bergwacht 60 Mal zu Einsätzen aus. Die Gesamtzahl der Einsätze liegt etwas über dem Durchschnitt der letzten Jahre. Im Bergwacht-Jahr 2009  vom 1.12.2008 bis 30.11.2009 wurden 342 Einsätze geleistet.

Sehr früh beginn die Sommersaison mit einer Bergung einer Beinverletzung am Wasserfall am Hochgrat am 3. Mai. Aus den Buchenegger Wasserfällen  bei Steibis mußte ein Wanderer mit Knieverletzung versorgt und geborgen werden.


Die lange Reise von Bangladesh nach Oberstaufen mit direkt anschließender Bergfahrt auf den Hochgrat machte der Kreislauf eines reisenden Geschäftsmannes nicht mit. Gegen 22.00 Uhr wurde er aufgrund seiner Kreislaufschwäche auf 1700 m Höhe versorgt und ins Krankenhaus nach Immenstadt gefahren. 


Überschattet wurde der Frühsommer von drei Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislauf-Versagen. Leider kam in allen drei Fällen jede Hilfe zu spät (siehe Bericht "Leider zu spät")


Aufgrund einer missverständlichen Alarmierung suchte der Einsatzleiter der Staufner Bergwacht im Hubschrauber Christoph 45 erfolglos nach einem angeblichen Herzinfarkt am Rindalphorn. Nach einem längeren Suchflug konnte der ältere Herr gesund und munter an der Bergstation der Hochgratbahn aufgefunden werden. Er beschwerte sich, wie man nach ihm suchen konnte, ohne sein Einverständnis einzuholen!?! In den seltensten Fällen haben wir noch mit einem Herzinfarkt telefonieren können, werden es aber in Zukunft mal versuchen.


Mitte August wurden die Staufner Bergretter mit mehreren schweren Einsätzen konfrontiert.


Mit seinem Fernglas entdeckte ein Alphirte im August einen Gleitschirmflieger in der Farnach am Hochgrat. Nach einer mißlungenen Notlandung auf ca. 1600 m Höhe wurde er mit schweren Beinverletzungen am Bergetau von Rettungs-Hubschrauber Christophorus 8 aus Feldkirch geborgen und in eine Spezialklinik nach Murnau geflogen. Drei Tage später stürzte ein weiterer Gleitschirm-Pilot auf der Südseite des Hochgrat unterhalb der Alpe Morgen ab. Mit Verletzungen am Rücken, im Becken, an der Schulter und am Fuß wurde der 43-jährige Pilot nach Ravensburg geflogen.

In der Hausbachklamm bei Oberreute wurde eine am Rücken verletzte Frau mitder Gebirgstrage geborgen. Mit glatten Turnschuhen, Mini-Rucksack und kurzen Jogginghosen wollte ein Mann die 40 Grad steile Gras- und Felsflanke der Hochgrat-Nordseite emporsteigen. Er kam bis zur Hälfte, verstieg sich im weglosen Steilgelände und klammerte sich verzweifelt unter einer Fichte fest. Seine Hilferufe wurden gehört, man konnte ihn jedoch vom Hubschrauber aus nicht entdecken, da er unter dem Baum saß und sich keinen Zentimeter mehr bewegte. Mit Gurt und Seil wurde er aus seiner mißlichen Situation befreit.


Ein Herz für Tiere bewies die Bergwacht dreimal diesen Sommer. Vom kleinen Zwergpinscher bis zum Colli wurden Hunde aus Felshöhlen und Löchern unverletzt geborgen. Wenig Herz bewies dabei ein Herrchen, denn er erkundigte sich zuerst nach den Kosten einer solchen Bergung, da sein Hund ja schließlich schon 15 Jahre alt sei!


Nach einem relativ ruhigen September mit insgesamt 10 Einsätzen (2008: 20) erlebte die Bergwacht einen stürmischen Oktober-Beginn. Zwischen dem 3. und 7. Oktober wurden 9 Personen nach Unfällen oder Kreislaufproblemen versorgt. Die Rettungshubschrauber Christoph 17 und Christoph 45 kamen dreimal bei Abstürzen bzw. Kreislaufproblemen zum Einsatz. Allein am Mittwoch den 7.10. waren die Staufner Bergwächtler viermal zwischen Hochgrat und Hochhäderich im Einsatz. Zwischen Hochgrat-Gipfel und Bergstation kam ein älterer Herr zu Fall und stürzte -sich vielfach überschlagend- die Südseite hinunter. Mit einer deftigen Kopfplatzwunde und Prellungen am ganzen Körper wurde er ins Krankenhaus geflogen. Verwundert war er über die rasche Hilfe der Bergwächtler. Sie waren gerade „ums Eck“ mit dem Quad auf dem Panoramaweg und hatten eine Frau mit Kreislaufproblemen versorgt. Dazu Einsatzleiter Bernhard Wagner:“ Wir hatten Glück an diesem Tag: alle vier Einsätze kamen schön hintereinander! Die Bergstation der Bahn unterstützte uns mit ihrem Quad.“


Oberhalb der Rindalpe wurde bei dichtem Nebel eine Frau mit Knöchelverletzung von einem Bergwachtmann auf seinem Mulchmäher geborgen und bis unterhalb der Nebelgrenze gebracht. Dort konnte der Rettungshubschrauber die Frau aufnehmen und ins Krankenhaus fliegen.


Im Eistobel wurde eine Person mit gebrochenem Fuß auf der Gebirgstrage zuerst abgeseilt und dann mit dem Geländefahrzeug am Kraftwerk aufgenommen.

Anfang November wurde die Bergwacht wieder ins Eistobel gerufen. Für den verunglückten Kajakfahrer kam jede Hilfe jedoch zu spät und er verstarb nach der Bergung mit Rettungshubschrauber Christoph 17 im Krankenhaus.

Tief betroffen gemacht hat uns Bergwächtler der Absturz eines eng vertrauten Steibingers. Mit schwersten Verletzungen mußte der große Unterstützer der Staufner Bergwacht von uns geborgen werden. Er ist noch nicht ganz genesen, aber die gesamte Staufner Bergwacht-Mannschaft freut sich mit ihm und seiner Familie, daß er wieder in der Heimat ist und uns mit seinem verschmitzten Lachen erfreut.

Bergwacht Oberstaufen / 1.12.2009

Bergwacht im Oktober stark gefordert

Nach einem relativ ruhigen September mit insgesamt 10 Einsätzen (2008: 20) erlebte die Bergwacht einen stürmischen Oktober-Beginn. Zwischen dem 3. und 7. Oktober wurden 9 Personen nach Unfällen oder Kreislaufproblemen versorgt. Die Rettungshubschrauber Christoph 17 und Christoph 45 kamen dreimal bei Abstürzen bzw. Kreislaufproblemen zum Einsatz. Allein am Mittwoch den 7.10. waren die Staufner Bergwächtler dreimal am Hochgrat und einmal im Hochhäderich-Gebiet. Zwischen Hochgrat-Gipfel und Bergstation kam ein älterer Herr zu Fall und stürzte -sich vielfach überschlagend- die Südseite hinunter. Mit einer deftigen Kopfplatzwunde und Prellungen am ganzen Körper wurde er ins Krankenhaus geflogen. Verwundert war er über die rasche Hilfe der Bergwächtler. Sie waren gerade ums Eck auf dem Panoramaweg und hatten eine Frau mit Kreislaufproblemen versorgt. Dazu Einsatzleiter Bernhard Wagner:“ Wir hatten Glück an diesem Tag: alle vier Einsätze kamen schön hintereinander!“

Im Eistobel wurde eine Person mit gebrochenem Fuß auf der Gebirgstrage zuerst abgeseilt und dann mit dem Geländefahrzeug am Kraftwerk aufgenommen.

Am 17. Oktober erlitt ein Wanderer auf der tief verschneiten Hörmoos einen Krampfanfall. Rettungshubschrauber Christop 17 versuchte unterhalb der Nebelgrenze anzufliegen, scheiterte jedoch an einer kompakten Nebelwand zwischen Oberstaufen und dem Hündle. Ein zufällig anwesender Arzt unterstützte die Bergwacht bei der Versorgung und dem Transport ins Krankenhaus.

Ein Rohr unterhalb der Unterlauch-Alpe wurde einem Hund Ende Oktober zum Verhängnis: mit Schaufel und Pickel befreiten ihn die Bergwächtler. Hund und Herrchen sind wohlauf :-)

Anfang November wurde die Staufner Bergwacht zu einem Kajakunfall im Eistobel gerufen. Vier Mann waren neben Feuerwehr und Wasserwacht waren im Einsatz. Der Verunglückte wurde mit Chrsitoph 17 in das Kinikum nach Ravensburg geflogen.

Bergwacht Oberstaufen/November 2009

Zwei Gleitschirmbergungen am Hochgrat (1834m)

Am 12.08.2009 entdeckte ein Alphirte mit seinem Fernglas gegen 13.40 einen Gleitschirm in der Nordflanke des Hochgrats (1834m), der sogenannten Farnach.

Der Einsatzleiter der Bergwacht Oberstaufen unternahm mit dem Rettungshubschrauber Christophorus 8  aus Feldkirch, Vorarlberg einen Erkundungsflug und entdeckte dabei den Piloten neben dem über einem Felsabhang liegenden Gleitschirm.

Mit einem 25 Meter Tau wurden Bergretter und Notarzt zur Unfallstelle geflogen. Der Gleitschirm-Pilot bekam  beim Starten Probleme mit seinem Schirm und versuchte in der über 40 Grad steilen Nordflanke, die mit Felsabbrüchen durchsetzt ist, eine Notlandung. Dies gelang ihm aber nur zum Teil, da er sich beim harten Aufschlag eine komplizierte Unterschenkelverletzung zuzog. Nach der Bergung wurde der Verletzte in eine Spezialklinik nach Murnau geflogen.

Am Samstag den 15.08.2009 stürzte ein 43 jähriger Gleitschirmpilot auf der Südseite des Hochgrat unterhalb der Alpe Morgen ab. Er zog sich dabei schwere Verletzungen am Rücken, der Schulter, im Becken und am Fuß zu. Zusammen mit dem Rettungshubschrauber RK2 aus Reutte und dem Einsatzleiter der Bergwacht Oberstaufen konnte der Verletzte geborgen werden und in die Klinik Ravensburg geflogen werden.

Bergwacht Oberstaufen   15.08.2009

Vorbereitung der Bergung am Landeplatz Hochgratbahn
Flug am Bergetau Christophorus 8
Rettungshubschrauber RK 2 im Anflug auf Alpe Morgen

Oberstaufen: Mehrere Einsätze an der Nagelfluh-Kette

Rettungshubschrauber RK 2: Ausstieg im Schwebeflug auf dem Gratweg

Beim Aufstieg von der Falkenhütte auf den Eineguntkopf (1639m) bei Oberstaufen im Allgäu brach ein 81-jähriger Mann am 21.07. gegen 14.00 bewußtlos zusammen. Die Begleiter begannen umgehend mit Wiederbelebungsmaßnahmen und alarmierten die Bergwacht Oberstaufen. Mit Motorrad und die letzen 200 Höhenmeter zu Fuß erreichte ein Bergwachtmann ca. 30 Minuten nach Alarmeingang den Einsatzort. Ein weiterer Bergwachtmann sowie ein Notarzt  konnten am Gratweg aus dem schwebenden Rettungshubschrauber RK 2 abgesetzt werden. Trotz umfangreicher Reanimationsbemühungen durch Notarzt und Bergwacht konnte dem Wanderer leider nicht mehr geholfen werden. Er verstarb am Unglücksort.

Nach Rücksprache mit der örtlichen Polizei wurde die Leiche von der Bergwacht Oberstaufen mit einer Gebirgstrage ins Tal verbracht. Die Familienangehörigen wurden vom KID (Berg) betreut.

Gegen 21.45 Uhr rückte eine Mannschaft der Bergwacht Oberstaufen am Hochgrat aus. An der Bergstation der Hochgratbahn brach ein  Gast mit einer Kreislaufschwäche zusammen.  Da die Mannschaft zufällig in der Nähe in einer Alpenvereinshütte weilte, konnte dem aus Bangladesh stammenden Mann in kürzester Zeit geholfen werden. Er wurde mit der Bahn ins Tal begleitet und ins Krankenhaus gebracht.

Direkt am folgenden Tag stürzte ebenfalls in der Nähe der Bergstation der Hochgratbahn ein zweijähriges Kind unglücklich auf den Kopf. Die Erstversorgung konnte durch den Wirt des Staufner Hauses, der aktive Einsatzkraft der Bergwacht Oberstaufen ist, vorgenommen und das Kind samt Eltern mit der Bahn ins Tal transportiert werden.

Bereits am Montag mußte ein Wanderer an den Buchenegger Wasserfällen  bei Steibis mit einer Kniverletzung versorgt und geborgen werden.

Bergwacht Oberstaufen /22.07.2009

Leider zu spät

Christoph 17 setzt Retter und Notarzt mit Bergetau am Unfallort auf dem Grat ab

Trotz modernster Kommunikationstechnik und Einsatz von Hubschraubern und Notarzt kommen die Retter manchmal zu spät. So geschehen im Frühsommer 2009 auf der Nagelfluhkette bei Oberstaufen.

 Nach Aufstieg durch den Brunnenaukessel auf den Hochgrat (1834m) verlor ein 48 jähriger Wanderer während einer Rast das Bewußtsein. Die Alarmierung erfolgte umgehend über Handy an die Rettungsleitstelle Kempten. Bergwacht und Notarzt flogen mit Rettungshubschrauber Christoph 45 aus Friedrichshafen zur Unfallstelle. Der starke und böige Ostwind erschwerte die Anlandung.  Eine  Reanimation mit Sauerstoff, Defibrillator und Medikamenten blieb aber leider erfolglos. Der Krisen-interventionsdienst der Bergwacht betreute die Angehörigen am Unfallort.

Knapp zwei Wochen danach erlitt ein 66-jähriger Wanderer auf dem Grat zum Hochhäderich einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Wieder erfolgte die Alarmierung über Handy umgehend. Der Bergwacht-Einsatzleiter konnte über die Telefonverbindung der alarmierenden Personengruppe wichtige Details zur Reanimation geben. Mit Rettungshubschrauber Christoph 17 und einem 25m langen Bergetau wurden Retter und Notarzt zur Unfallstelle geflogen und setzten die Reanimation mit modernster Technik fort. Dem Verunglückten konnte jedoch nicht mehr geholfen werden.

Mitte Juli 2009: Beim Aufstieg von der Falkenhütte auf den Eineguntkopf (1639m) brach ein 81-jähriger Mann am 21.07. gegen 14.00 bewußtlos zusammen. Die Begleiter begannen umgehend mit Wiederbelebungsmaßnahmen und alarmierten die Bergwacht Oberstaufen. Mit Motorrad und die letzen 200 Höhenmeter zu Fuß erreichte ein Bergwachtmann ca. 30 Minuten nach Alarmeingang den Einsatzort. Ein weiterer Bergwachtmann sowie ein Notarzt  konnten am Gratweg aus dem schwebenden Rettungshubschrauber RK 2 abgesetzt werden. Trotz umfangreicher Reanimationsbemühungen durch Notarzt und Bergwacht konnte dem Wanderer leider nicht mehr geholfen werden. Er verstarb am Unglücksort. Bei der Betreuung der Familienangehörigen bewährte sich auch hier wieder der KID Berg.

 Für die Bergwachtler und alle am Einsatz Beteiligten sind solche Einsätze im ersten Moment immer demotivierend, die Stimmung gedrückt. Umso wichtiger ist eine unmittelbar anschließende Nachbesprechung, in der man den ganzen Einsatz noch mal Revue passieren läßt.

„Mehr ging nicht“ war das Fazit in allen drei Fällen und es schien, als ob der Herrgott für die Wanderer es so vorgesehen hatte. Mit dieser Erkenntnis und einem kleinen Dank der Angehörigen für die geleistete Arbeit, gehen die Retter dann doch wieder motiviert nach Hause, denn mehr ging heute einfach nicht!
Bergwacht Oberstaufen/Juli 2009

Wandersaison begann am 3. Mai 2009

Für die Staufner Bergwacht hat die Wandersaison bereits Anfang Mai begonnen. Auf dem teilweise noch mit Schnee bedeckten Weg vom Hochgrat ist eine Frau trotz guten Schuhwerks gestürzt und hat sich vermutlich den Unterschenkel gebrochen. Zur Erstversporgung stiegen zwei Kameraden der Bergwacht Oberstaufen vom Staufner Haus zur Unfallstelle am sog. Wasserfall ab. Parallel kamen Retter vom Tal mit dem Toyota-Jeep und einer Gebirgstrage. Der Notarzt vom Rettungshubschrauber Christoph 17 verabreichte schmerzstillende Medikamente, anschließden konnte das Bein mit einer Schiene versorgt werden. Der Transport zum Hubschrauber erfolgte mit der Gebirgstrage.

BW Oberstaufen / 03.05.2009

Winter-Rückblick 2009 der Staufner Bergwacht

Bayernweit erstmalig wurde diesen Winter eine heizbare Decke im Akja gestestet. Besonders beim Warten auf den Hubschrauber, langen Transportwegen oder bei Kindern bewährte sich die am Kühlkreislauf des Motorschlittens angeschlossene Wärmedecke.
Versorgung eines jungen Snowboarders
Umladen in Christoph 17
Suche in der Lawine am Hochgrat
Zusammenarbeit mit Polizeihubschrauber Edelweiß

Im  Winter 2009 rückte die Staufner Bergwacht 280 Mal zu Einsätzen aus. Bei 34 Einsätzen wurde der Hubschrauber eingesetzt . Die Gesamtzahl der Einsätze liegt etwas über dem Durchschnitt der letzten Jahre und ist auf den schneereichen Winter mit vielen Betriebstagen der Lifte und Bahnen zurückzuführen. Zwischen Dezember und März waren wieder 4 Bergwächtler hauptamtlich bei der Skiwacht angestellt und betreuten unter der Woche die Staufner Skigebiete. An den Wochenenden und Feiertagen erfolgt dies auf ehrenamtlicher Basis.

An einem schönen Winter-Nachmittag wurde innerhalb einer Stunde Hilfe für acht Personen angefordert. Eine schwerverletzte Rodlerin auf der Imbergabfahrt und ein Skifahrer mit Rückenverletzung unterhalb der Ludwigshöhe wurden mit dem Rettungshubschrauber Christoph 17 ins Krankenhaus geflogen. Vom Hochbühl kam die Meldung Person mit Kreislaufproblemen. Gleichzeitig meldete sich vom Imberghaus eine Person mit „Skidaumen“ und eine Person mit Kopfplatzwunde. Der Lehrerin einer Schulklasse fehlten drei Schüler. Nach kurzer Suche und Hilferufen aus der Imberg-Nordseite konnten sie aus einem vereisten Tobel geborgen werden.

Beim Lawinenabgang im Februar in der Farnach konnte leider nur das Lawinen-Verschütteten-Suchgerät des Verunglückten gefunden werden. Es war fälschlicherweise nicht sicher am Körper, sondern im abgerissenen Rucksack untergebracht. Im April konnte nach Einsetzen der Schneeschmelze mit Hilfe eines Lawinenhundes der verunglückte Skifahrer gefunden und  geborgen werden. Rekonstruktionen ergaben, daß er unmittelbar nach Abgang der Lawine in circa 5 m Tiefe verschüttet war. Polizei und Bergwacht arbeiteten bei diesem Einsatz ganz eng zusammen.

Glück im Unglück hatte ein 9-jähriger Bub mit einem Oberschenkelbruch. Eine Ärztin (Anästhesie) beobachtete den Unfall und eilte sofort zur Hilfe. Kurz darauf kam noch ein Unfall-Chirurg dazu. Beide versorgten das Kind so professionell wie in einer Klinik, lediglich der OP-Tisch auf der Piste fehlte. Pech dagegen hatte Einsatzleiter Bernhard Wagner bei diesem Einsatz: kurz zuvor wurden ihm beim Mittagessen in einer Bergwirtschaft die Handschuhe gestohlen, was zu klammen Finger bei den eisigen Temperaturen führte.

Von einem auf der Loipe verunglückten Arzt kam die wohl genaueste Unfallmeldung, leider aber nicht der genaueste Unfallort. Er meldete sich mit seinem Handy, beschrieb exakt seine Knöchel-Luxationsfraktur und forderte einen Hubschrauber mit Notarzt und entsprechenden Medikamenten an. Als Unfallort gab er lediglich die Langlaufloipe im Hörmoos-Gebiet an. Nach Rückfragen und mit Hilfe der Liftbetreiber vom Hochhädrich konnte der Mann im Wald hinter der Alpe Hochwies aufgefunden und versorgt werden.

Im Januar wurden zwei Gleitschirmflieger nach einem Zusammenstoß in der Luft aus den Baumkronen unterhalb des Hotels Bergkristall gepflückt. Im April gingen einem auf einer 40 m hohen Fichte notgelandeten Gleitschirmflieger in ca. 20m Höhe die Äste zum Abklettern aus. Beide Male kam zur Rettung das Baumberge-Gerät der Staufner Bergwacht zum Einsatz. Im Hochgratgebiet wurden im Laufe des Winters fünf Personen außerhalb der Betriebszeiten der Bahn mit Hilfe von Motorschlitten, Quad oder Pistenwalze geborgen. Bahnbetreiber und Hüttenwirte stellen hierbei oftmals ihre Schneefahrzeuge kurzfristigst und ohne Diskussion zur Verfügung. Ebenso wird die Bergwacht nach besonders schweren Einsätzen wie Vermißtensuchen oder dem Lawinenabgang von der einheimischen Gastronomie großzügig verköstigt. Hierfür ein herzliches Vergelts Gott aller Bergwächtler.

Bergwacht Oberstaufen / Mai 2009

22.02.2009

Einsatz am Hochgrat in der Abenddämmerung

48-jährige Tourengeherin mit gebrochenem Unterschenkel in der Abenddämmerung bei schlechtem Wetter mit Hubschrauber gerettet.

Die Hochgratbahn bei Oberstaufen (Oberallgäu) hatte am Sonntag, den 22.02.2009 bereits am Mittag ihren Betrieb wegen starken Windböen an der Bergstation eingestellt. Aufgrund der großen Lawinengefahr im Allgäu waren Skitouren abseits der Piste kaum möglich und so nutzten viele Tourengeher am Nachmittag die Möglichkeit, am sicheren  Pistenrand zum Staufner Haus (1634m) aufzusteigen.

Bei der Abfahrt gegen 16.40 verunglückte eine 48-jährige Tourengeherin auf der Hauptabfahrt in Höhe Stütze 6. Die Unfallmeldung erreichte die Bergwacht Oberstaufen gegen 16.45. Zwei privat auf dem Staufner Haus anwesende aktive Einsatzkräfte der Staufner Bergwacht  fuhren umgehend zur Verletzten ab und machten die Erstversorgung. Der Einsatzleiter rückte mit dem Motorschlitten und Akja aus dem benachbarten Skigebiet Steibis an.

Die äußerst schmerzhafte Unterschenkelfraktur machte  eine lindernde Versorgung durch einen Notarzt unumgänglich. Aufgrund von Schneeschauern verzögerte sich der Anflug des alarmierten Rettungshubschraubers RK-2 aus Reutte/Tirol. In der Nähe des Unfallortes konnte der Hubschrauber Notarzt und Rettungsassistent noch absetzen, eine Landung und Verladung des Verunfallten war jedoch nicht mehr möglich. Der Hubschrauber flog zum sicheren Landeplatz an der Talstation. Nach der schmerzlindernden Versorgung wurde die Verletzte im Akja auf dem Motorschlitten zur Talstation gefahren, in den Hubschrauber umgeladen und bei Dunkelheit in die Klinik nach Immenstadt geflogen.

Im Einsatz waren 4 Mann der Bergwacht Oberstaufen mit einem Motorschlitten und Raupen-Quad des Hüttenwirtes des Staufner Hauses sowie der  Rettungshubschrauber RK-2 des DRF.

BW Oberstaufen / Februar 2009

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