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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Bau der Begwachthütte Hochbühl im Jahr 1950
Einweihung der Bergwachthütte Hochbühl 1950
Bene Haggenmüller (re; 1925-2011) auf der Falkenhütte
Abseilübung 1961
Rettungsspringer in den 60er Jahren
Motorschlitten 1970
Neubau Bergrettungswache Oberstaufen 1984
Einweihung Neubau Bergwachthütte Hochbühl 1996
Werner Bäurle beim ersten Bergsportfest auf der Falkenhütte 1975

Chronik

Die Bergwacht Oberstaufen wurde im Jahr 1923 gegründet. Über die Gründungszeit sowie die Entwicklung bis nach dem 2. Weltkrieg ist leider nur sehr wenig bekannt.
Nach den Wirren des 2. Weltkrieg wurde die Bereitschaft Oberstaufen am 16. Juni 1946 wieder gegründet. Es traten ihr damals 11 Männer bei. Als Bereitschaftsleiter wurde der Schwerkriegsbeschädigte Bene Haggenmüller gewählt. Er war Motor der Bergwacht nach dem Krieg und selbst sein schweres Kriegsleiden hielt ihn nicht vom nachhaltigen Aufbau eines funktionierenden Bergrettungs- und Naturschutzdienstes ab. Dafür nimmt er in der Geschichte der Staufner Bergwacht einen besonderen Platz ein.
Der in der Nachkriegszeit wieder einsetzende Bergwanderverkehr und die dadurch vermehrt auftretenden Verstöße gegen das Natur- und Pflanzenschutzgesetz machte die Wiedergründung der Bereitschaft notwendig.
Als Schwerpunkt hat sich im Laufe der Zeit und aufgrund des frühen Baus einer Sesselbahn auf den Imberg bei Steibis (1950) die Bergung von verletzten Skifahrern herausgebildet. Der Wintertourismus im Imberg-Falken-Gebiet, der bereits vor dem 2. Weltkrieg blühte, entwicklete sich sehr rasch. Leider auch die Anzahl der verletzten Skifahrer. So zählte man bereits im Winter 1949/50  93 verletzte Skifahrer, die mit dem Holzakja und von Hand abtransportiert werden mussten. Aus dieser Situation heraus entwickelte sich die Idee, eine Diensthütte für die Bergwachtmannschaft an strategisch günstiger Position zu errichten.
Oberhalp der Alpe Hochbühl wurde im Jahr 1950 mit bescheidenen Mitteln und hohem Engagement der damaligen Mannschaft unter der Leitung von Bene Haggenmüller  die Bergwachthütte Hochbühl erbaut. Die Bauzeit betrug gerade mal 3 Monate, der Kostenaufwand 3500 DM.
Im Jahr 1995 wurde unter Bereitschaftsleiter Wolfgang Lewandowski die zwischenzeitlich baufällig gewordene Hütte durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt und dient noch heute als Rettungsstützpunkt im stark frequentierten Skigebiet Steibis und dem angrenzenden Touren- und Wandergebiet bis zur Nagelfluhkette.
Im Februar 1958 musste von der Bergwacht die Sanitäts-Betreuung der vom Skiclub Oberstaufen durchgeführten Deutschen Alpinen Skimeisterschaften sichergestellt werden. In den 60er und 70er Jahren waren dies die internationalen Fis-Rennen um den Staufen-Pokal, die auch als Weltcup-Rennen ausgetragen wurden.
In den 60er Jahren setzte die Motorisierung in der Bergrettung ein, sowohl im Sommer als auch im Winter und in der Luft. Ein geländegängiger „Kübelwagen“ wurde angeschafft, Motorschlitten zum Abtransport der Skifahrer vom Falken, Hörmoos und Imberg kamen zum Einsatz und zusammen mit der Bundeswehr wurde die Gebirgsluftrettung entwickelt. In Schindelberg befand sich ein Trainingsingstützpunkt der Hubschrauberstaffel, auf der Alpe Remelegg wurden „Überlebenskurse“ für abgestürzte Piloten abgehalten. Die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Bergwacht war von Anfang an äußerst intensiv, von großer Kameradschaft geprägt und für beide Seiten sehr fruchtbar.
1975 hielt man auf der Falkenhütte zum ersten Mal ein „Bergsportfest“ ab, aus dem sich das bis heute jeweils am zweiten August-Samstag durchgeführte Bergwachtfest entwickelte. Damals war dies eine absolute Neuheit und aus den Erlösen sollte die neue Bergrettungswache Oberstaufen entstehen. Genau 10 Jahre später im Jahr 1985 konnte Bereitschaftsleiter Werner Bäurle und sein Bauleiter und stellvertretender Bereitschaftsleiter Sigfried Blank den Neubau in der Lindauerstraße in Oberstaufen einweihen. Die Gemeinde stellte ein altes Gebäude für eine langfristige Nutzung zur Verfügung und mit viel Fronarbeit und großer Unterstützung der Bevölkerung und vielen Freunden und Gönneren konnte mit einem Aufwand von über € 200.00.— ein funktionales Gebäude mit Garagen und Unterrichtsräumen erstellt werden.
Mit der Stationierung des Rettungshubschraubers Christoph 17 in Kempten im Jahr 1980 änderte sich die Luftrettung im Gebirge dramatisch. Mußte man bisher ca. 45 Minuten auf einen Hubschrauber der Bundeswehr aus Landsberg warten, so war Christoph 17 in maximal 15 Minuten vor Ort. Dies bedingte organisatorisch andere Abläufe und war der Beginn der Dezentralisierung der Bergrettung in Oberstaufen. Insbesondere die Sommereinsätze mit dem Rettungshubschrauber begannen nicht mehr am Depot in Oberstaufen, sondern es wurden Rendezvous-Punkte per Funk abgesprochen, wo ein erfahrener Bergwächtler in den Hubschrauber zustieg.
Die Zusammenarbeit zwischen den Bergbahnen und der Bergwacht waren von Anfang an sehr eng. Auf der einen Seite führt die Bergwacht die Rettung von in Not geratenen "Bergbahn-Kunden" durch -seien es Skifahrer oder Wanderer-  oder man übt gemeinsam die Evakuierung von Fahrgästen für den Fall eines Bahnstillstandes. Im Jahr 2009 wurde ein von der Bergwacht Bayern entwickeltes, standardisiertes Bergeverfahren entwickelt und im Jahr 2010 fächendeckend für alle Staufner Bahnen eingeführt.
An Maria Himmelfahrt, den 15.08.2011 verstarb Bene Haggenmüller, Gründer der Bergwacht Oberstaufen nach dem 2. Weltkrieg. Mit einer bewegenden Abschiedszeremonie wurde er von seinen Staufner Bergwachtkameraden an seinem geliebten Heimatort zu Grabe getragen. 70 Jahre lang engagierte er sich in der Staufner Bergwacht.


Im Dezember 2012 wird in der Talstation der neu erstellten Hündlebahn ein neues Depot eingerichtet, da die Hütte am Gratlift den neuen Liftanlagen weichen mußte. Im Sommer 2013 wurde der marode Kachelofen auf Hochbühl durch einen modernen und energie-effizienten Kachelofen mit Heiz-Wassertaschen getauscht. Wohlige Strahlungswärme bei wenig Holzverbrauch und warmes Wasser sind der Lohn dieser Investition.


Im September 2014 wurde ein neues Kreuz an unserer Bergwachthütte Hochbühl errichtet. In einer kleinen Feier segnete Pfarre Bentele das Kreuz, welches an unsere verstorbenen Kameraden erinnert. Gefühlvolle Harmonieklänge von Steffi und Anita Lingg begleiteten die Zeremonie. Wetter, Sturm, Hagel und Bergsonne hatten dem alten Kreuz zu sehr zugesetzt.

In 2015 wird das neue Bergwacht-Depot mit Garage für Schneefahrzeuge in Steibis bezogen, welches die Skiarena Steibis in ihrer neuen Walzenhalle integrierte. Herzlichen Dank an die Imbergbahn & Skiarena Steibis GmbH & Co. KG, welche fast die gesamten Kosten hierfür übernahm.

Im Oktober 2016 verstirbt unser Kamerad Werner Bäurle. Als langjähriger, innovativer Bereitschaftsleiter initiierte er in den 1970er-Jahren das Staufner Bergwachtfest zur Finanzierung der Rettung in den heimatlichen Bergen. 1984 war er Motor des Neubaus der Bergrettungswache im Zentrum von Oberstaufen. Seine wegweisenden Projekte wirken bis heute nach. Gelebte Kameradschaft, humorvoller und hintersinnig-witziger Umgang mit seiner Bergwacht- Mannschaft waren seine Markenzeichen, für die er bis heute besonders geschätzt wird. Mit großem Respekt vor seinem Engagement wird er am 17.10.2016 von seinen Bergwacht-Kameraden am Staufner Friedhof zu Grabe getragen. 17 Jahre lang war er unser Bereitschaftsleiter und erhielt hierfür die Leistungsauszeichnung in Silber der Bergwacht Bayern.

Die Entwicklung und somit die Geschichte der Bergwacht geht weiter. Neue Ideen und Anpassung an geänderte Rahmenbedingungen sind Herausforderungen, denen wir uns auch in Zukunft offen gegenüberstellen werden.

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