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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Kurz und bündig

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Ausführlich

Mit einer Vereinsgründung ist es fast immer das gleiche: Da müssen erst einmal ver­schiedene Voraussetzungen gegeben sein. Zum einen muss es einen mehr oder weniger bestimmten Grund dafür geben und zum anderen müssen die entsprechen­den Interessenten hinter einer gemeinsamen Idee stehen. Offensichtlich kamen An­fang der 50er Jahre beide Voraussetzungen zusammen: Begeisterte Skifahrer und Männer, die bereit waren, bei Unfällen zu helfen.

 

Der Skisport hatte zwar schon eine lange Tradition im Hohen-Bogen-Winkel und ins­besondere im Raum Neukirchen b. Hl. Blut. Trotzdem kann der Anfang der 50er Jahre dieses Jahrhunderts als besonderer Einschnitt angesehen werden. In diese Zeit fallen auch die Gründung des Wintersportvereins (1952) und der anschließende Bau der Sprungschanze auf der Tradt, die sich eines großen Zuspruchs erfreute. Außerdem wurde zu dieser Zeit mit Begeisterung auf der sogenannten „Bieberlhöhe" vom Kagerstein nach Mais, auf der „Mies-Höhe" auf der Tradt und in Oberkaltenhof bei Rittsteig skigefahren.

 

Dies war der Anlass für die Gründung eines Bergwachtzuges in Neukirchen b. Hl. Blut, der aus der damaligen Sanitätskolonne in Neukirchen b. Hl. Blut hervorging. Kolonnenführer war damals Theo Schneider („Saler Theo"). So kamen im Gasthaus Pritzl am Marktplatz („Hocka") die Gründungsmitglieder der Neukirchner Bergwacht zusammen: Hans Neumeier, Franz Obermeier, Karl Wenisch, Anton Neumeyer, Ludwig Baumann, Fritz Brandl, Hans Rank, Hans Liebl, Ludwig Pfeiffer, Franz Mül­ler, Max Münch und Karl Becher, allesamt auch Mitglieder im Wintersportverein Neukirchen b. Hl. Blut. Sie beschlossen, als Zug der Bereitschaft Lam in Neukirchen b. Hl. Blut tätig zu werden. Kurz darauf begann die Ausbildung, die im Vereins- und Ausbildungslokal Pritzl durchgeführt wurde. Der Ausbilder des Bayerischen Roten Kreuzes in Kötzting, Herr Glaz, war dazu oftmals nach Neukirchen b. Hl. Blut ge­kommen und nahm dann auch die erste Sanitätsprüfung ab. Die Bergwacht-Prüfung absolvierten die 12 Gründungsmitglieder dann etwas später am Arber unter den Au­gen des Abschnitts-Ausbilders Ode. Danach wurde das Ausbildungslokal ins Gast­haus „Stoameil" (Schuhbauer) verlegt.

 

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Nach erfolgreicher Bergwacht-Prüfung verrichteten die jungen Bergwachtler ihren Dienst dann meist am Wochenende in den genannten Skigebieten. Wenige Jahre später kam es zum Bau des heutigen Berggasthofes „Schönblick" der Familie Wart­ner „am Brand", wie das Gebiet oberhalb der langen Höhe am Hohen Bogen ge­nannt wurde. Zu diesem Hüttenbau trug auch die Neukirchner Bergwacht ihren Teil bei. Im Gasthof Schönblick wurde dann auch der erste Dienstraum der Neukirchner Bergwacht eingerichtet.

 

Wintereinsatz mit Skiverschraubung

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Eigentlich hatten die Bergwachtler damals etwas ganz anderes vor: Sie planten den Bau einer Diensthütte auf dem Eckstein, genau dort, wo sich heute der Parkplatz der amerikanischen Streitkräfte vor ihrer Einsatzstellung befindet. Dort stand bereits ein Aussichtsturm der Sektion Neukirchen b. Hl. Blut des Bayern. Waldvereins. Den benötigten Grund hätte die Neukirchner Bergwacht vom Waidverein geschenkt be­kommen und in Eigenleistung wurden bereits auch die ersten Vorbereitungen getrof­fen: Fundamente wurden betoniert, eine Quelle erschlossen und sogar schon Steine für den Hüttenbau zusammengetragen. Dann kam jedoch das jähe Aus der Bergwachtler-Träume: Der Freistaat Bayern wollte von der Neukirchner Bergwacht die Wasserkosten ersetzt haben. Die zu erwartenden Kosten und das damit verbundene Risiko waren den Verantwortlichen zu groß, man ließ von diesem Vorhaben ab.

 

So konzentrierten sich die Bergwachtler wie auch die Mitglieder des Neukirchners Wintersportvereins auf den Schönblick-Hang. Dort wurde in Eigenleistung der wirk­lich beachtliche Skihang erschlossen, wobei die Bundeswehr die Sprengung der größten Felsen übernahm. In den Jahren danach trafen sich jeweils am 1. Mai die Skibegeisterten, um gemeinsam die Skipiste von unten nach oben wieder herzurich­ten und um anschließend bei der Familie Wartner im Berggasthof „Schönblick" Ein­kehr zu halten.

 

Einen schweren Schicksalsschlag musste die Neukirchner Bergwacht im Jahr 1956 hinnehmen. Am 4. Februar verunglückte Max Münch auf der „Bieberlhöhe" zwischen Kager und Mais. Diesen Unfall nahmen die Bergwachtler zum Anlass, jährlich ein Gedächtnis-Skirennen zu Ehren des Verunglückten Max Münch durchzuführen. Als dann „von oben" (Zitat Franz Obermeier) untersagt wurde, dass die Bergwacht auch Skirennen durchführt, übernahm der Wintersportverein die Organisation des „Max-Münch-Gedächtnis-Laufs". Noch im Jahr des Unfalls von Max Münch errichtete der Bergwacht-Zug etwa 50 Meter oberhalb der Unglücksstelle ein Gedenk-Marterl zu Ehren ihres Kameraden. In den Folgejahren wurde des Verunglückten mit einem Gottesdienst in der Kirche in Mais gedacht, anschließend wurde immer zum Ge­betsgedenken zum Max-Münch-Marterl marschiert.

 

Gruppenfoto bei der Max-Münch-Gedenktafel

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In den 60er Jahren stießen immer mehr begeisterte Skifahrer zur Neukirchner Bergwacht. Einen besonderen Aufschwung brachte der Bau der Hohen-Bogen-Bahn mit sich. Endlich hatte die Neukirchner Bergwacht „ein eigenes richtiges Skigebiet", wie es Franz Obermeier nennt. Dank der Unterstützung der Hohen-Bogen-Bahn wurde in der Talstation ein weiterer Dienstraum eingerichtet. Damit war auch eine Stärkung des Selbstbewusstseins verbunden und immer mehr reiften die Pläne, eine eigene Bereitschaft zu gründen, sich also von der Lamer Bereitschaft abzunabeln. So kam es schließlich 1976 zur Bereitschaftserhebung, die die Bergwacht Neukir­chen b. Hl. Blut mit einem großen Fest und einem Bierzelt an der Talstation der Ho­hen-Bogen-Bahn zusammen mit dem Wintersportverein feierte. Patenverein war die Bergwacht-Bereitschaft Furth i. Wald, Schirmherr Senator Heinrich Eiber. Zum ersten Bereitschaftsleiter der Neukirchner Bergwacht wurde der damalige Verkehrsamtsleiter Hans Neumeier gewählt, der dieses Amt bis 1985 inne hatte.

 

Ins Jahr 1977 fiel der Bau der Diensthütte am Höllkreuz. Dort betrieb seit 1971 Alfons Sperl einen Skilift und die Bergwacht Neukirchen b. Hl. Blut versah den Sani­tätsdienst. Allerdings musste sich die Bergwachtler einen Raum in der Talstation mit allen anderen Skifahrern teilen. Deshalb stellte Alfons Sperl der Neukirchner Berg­wacht auf etwa halber Höhe des Höllkreuz-Hanges seitlich den erforderlichen Grund für den Bau der neuen Diensthütte zur Verfügung, die wiederum ausschließlich in Eigenleistung, mit Holz- und weiteren Materialspenden errichtet wurde.

 

Nachdem mit dem Bau der Sesselbahn auf den Hohen Bogen der alpine Skilauf nochmals einen enormen Aufschwung nahm, ja damit eigentlich im Raum Neukir­chen b. Hl. Blut erst richtig populär wurde, und auch der Langlauf-Sport immer mehr in Mode kam, wuchs auch das Aufgabengebiet der Bergwacht Neukirchen b. Hl. Blut- Außerdem erfuhr der Tourismus im Bayerischen Wald und insbesondere im Hohenbogen-Winkel Mitte der 70er Jahre einen spürbaren Auftrieb. Aus diesem Grund wurde Ende der 70er Jahre auch die Betreuung der Langlaufloipen am Hohen Bogen (rund um die Forstdiensthütte), von der Talstation zur Tradt, in Oberkaltenhof und Neurittsteig sowie auch in Teilen der Nachbargemeinde Eschlkam durch die Bergwacht-Bereitschaft Neukirchen b. Hl. Blut übernommen. Um diesen Anforderungen besser gerecht werden zu können, erhielt die Bereitschaft 1980 einen Motor­schlitten.

 

Bereits in den 70er Jahren kam in der Neukirchner Bergwacht eine neue Diskus­sion auf: Ausgehend vom damals jung nach Neukirchen b. Hl. Blut gekommenen Pfarrer Ulrich Murr begann die Überlegung, im Bereich des sogenannten „Ami-Platzls" am Hohen Bogen eine kleine Bergkapelle zu errichten. Bis zum Bau der Sesselbahn fand der Gedenkgottesdienst der Bergwacht in der Kirche in Mais statt, danach zwar schon am ,Ami-Platzl", allerdings im Freien. Die Bergwacht Neukirchen b. Hl. Blut stellte sich dieser Herausforderung. Stück für Stück wurde auf das neue Ziel hingearbeitet. Mit Holzspenden und vielen freiwilligen Arbeitsstunden der Berg­wachtler wurde schließlich die Bergkapelle auf dem Hohen Bogen errichtet. Die Glocke für diese Kapelle stiftete der Neukirchner Ortspfarrer Ulrich Murr. Seit der Einweihung der Bergkapelle im Jahr 1978 findet nun jeweils am 1. Sonntag im Au­gust der Gedenkgottesdienst aller verstorbenen und verunglückten Mitglieder der Bergwacht-Bereitschaft Neukirchen b. Hl. Blut auf dem Hohen Bogen statt. Ebenfalls am ersten August-Wochenende veranstaltet die Bergwacht Neukirchen b. Hl. Blut an der Talstation der Hohenbogen-Bahn das schon traditionelle Bergfest.

 

Einweihung der Bergwachtkapelle am Ami-Platzl

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So wuchs die Bergwacht Neukirchen b. Hl. Blut mit ihren Aufgaben, wobei zwei grundsätzliche Probleme über die Jahre blieben: Trotz eines weitläufigen Einsatz­gebietes verfügte die Neukirchner Bereitschaft über kein eigenes Einsatzfahrzeug und auch über keinen eigentlichen Stützpunkt. Im Gegenteil: Nach dem Bau des Berghauses Hoher Bogen an der Bergstation der Hohen-Bogen-Bahn im Jahr 1980 wurde dort noch ein weiterer Dienstraum eingerichtet, den die Marktgemeinde zur Verfügung stellte. Was die Neukirchner Bergwacht aber dringend gebraucht hätte, wäre ein Stützpunkt sowie eine Unterstellmöglichkeit für ein notwendiges Einsatz­fahrzeug gewesen. So unternahm Bereitschaftsleiter Franz Obermeier schon Ende der 80er Jahre verschiedene Anstrengungen, Möglichkeiten für eine Einsatzzentrale der Neukirchner Bergwacht auszuloten. Er führte unter anderem schon Gespräche mit Wendl Reitmeier, der möglicherweise ein Grundstück nahe dem alten Feuer­wehr-Gerätehaus im Ortsteil Walching zur Verfügung gestellt hätte. Auf Drängen von Bürgermeister Egid Hofmann jedoch wurden diese Pläne wieder fallen gelassen, nachdem absehbar war, dass die Feuerwehr Neukirchen b. Hl. Blut in nächster Zeit sowieso ein neues Gerätehaus bauen würde. Bei einem ersten Gespräch kamen dann Bürgermeister Egid Hofmann, Bereitschaftsleiter Franz Obermeier, Feuerwehr-Kommandant Werner Bartl, FFW-Vorsitzender Sepp Berlinger sowie der damalige Kreisbrandmeister Sepp Mauerer überein, einen Gemeinschaftsbau Feuer­wehr/Bergwacht in Angriff zu nehmen. Konsequent wurde dieses Ziel von nun an verfolgt und so kann jetzt in diesen Tagen im August 1995 die Bergwacht Neukirchen b. Hl. Blut ihre neue Einsatzzentrale einweihen, wobei bereits im Herbst 1994 ein anderer großer Wunsch der Neukirchner Bergwacht in Erfüllung ging: Die Bereitschaft erhielt am ihr erstes Einsatzfahrzeug, einen VW-Bus Syncro, der am 26.11.94 durch BGR Pfarrer Ulrich Murr und den Guardian des Franziskanerklosters, Pater Michael, eingeweiht wurde.

 

Einweihung der Bergwacht- und FFW-Einsatzzentrale Neukirchen

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Im Jahr 1997 Übergab Franz Obermeier das Bergwachtruder an seinen Sohn Manfred Obermeier ab. In dessen Amtszeit wurde 1999 die Diensthütte am Höllkreuz erweitert. Diese Maßnahme führten die Bergwachtkameraden in ihrer Freizeit aus, dabei wurde die Grundfläche ungefähr verdoppelt, sodass neben dem Aufenthaltsraum ein WC, ein Lager und ein kleiner Flur entstehen konnten. Außerdem entstand ein zweiter Stock in dem ein Matratzenlager ist. 2003, in dem Jahr, in dem die Bergwachtbereitschaft Neukirchen b. Hl. Blut ihr 50-jähriges Bestehen feierte, wurde Friedrich Weber zum Nachfolger von Manfred Obermeier gewählt.

 

Bauarbeiten an der Höllkreuzhütte

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In den folgenden Jahren wurden Stimmen laut, die ein neues Einsatzfahrzeug forderten, da das Alte schon überholt und man im Gelände damit sehr eingeschränkt seie. Deshalb wurde 2006 der Bereitschaft Neukirchen ein für die Bergwacht umgebauter Toyota Landcruiser HZJ 78 von der Bergwacht Bayern zugeteilt. Fünf Jahre später wurde dann auch der alte Motorschlitten gegen ein ATV (All-Terrain-Vehicle) ersetzt. Durch die Beschaffung von Raupensystemen, die im Winter statt der Reifen montiert werden, ist das ATV ganzjährig einsetzbar.

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