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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Chronik der Bergwachtbereitschaft Steingaden-Peiting

Im Februar 1937 veranstaltete die Schongauer Kulturgemeinde mit dem Turnerbund einen Lichtbilder- und Filmvortrag mit dem Thema: Menschen in Gefahr!

Diese Dokumentation machte die Notwendigkeit einer Bergwacht deutlich und so ergab sich am selben Abend der Beschluss, eine Ortsgruppe Schongau zu gründen.

Schon acht Wochen später (27.04.1937) fanden sich zehn interessierte Schongauer zu einer Versammlung, um die anstehenden Aufgaben zu besprechen. Hierbei wurde das zukünftige Einsatzgebiet Hochplatte-Geiselstein-Gabelschrofen-Kenzen festgelegt. Die Gruppe erhielt in den folgenden Monaten auch gleich die notwendige Sanitätsausbildung und entsprechende Kenntnisse im Gelände, sowie im Umgang mit technischen Rettungsgeräten. Auch der Pflanzenschutz war in „der guten alten Zeit“ ein schwerwiegendes Thema. Paul Mayer wurde der erste Bereitschaftsleiter der Ortsgruppe und kümmerte sich auch um die technische Ausbildung der frischen Bergwachtler.

Im Juli des selben Jahres kam die Bereitschaft zu ihrem ersten Einsatz. Eine Seilschaft saß in der Nordwand der Krähe fest und rief um Hilfe, da sich das Kletterseil verfangen hatte. Zwei Mann seilten sich von oben ab und lösten den „Knoten“.

Da es zu Beginn der Ortsgruppe noch kein eigenes Fahrzeug gab, wurde für die Dienstwochenenden ein Fahrdienst angemietet, der die Mannschaft am Samstag nach Halblech fuhr und am Sonntagabend wieder abholte. Als Dienstunterkunft konnte in den Anfangsjahren ein Nebenraum der Kenzenhütte genutzt werden, was aber nicht im Sinne der Bereitschaft war. Der Wunsch nach einer eigenen Diensthütte begleitete die Bergwachtler bis in die 50er Jahre. Dann erst konnte eine geeignete Unterkunft für Mannschaft und technisches Gerät gemietet werden.

Der folgende Krieg belastete die junge Ortsgruppe sehr stark. Da wirkt der Aufruf „Skier für die Ostfront“ abzuliefern eher erheiternd. Die Einberufung der jungen Männer dagegen, sorgte für einen eingeschränkten Dienstablauf. Ebenso die nun ständig eintreffenden Todesnachrichten von Bergwachtkameraden reißen tiefe Verluste in die Gemeinschaft. Deutlich macht dies auch ein Unfallprotokoll, aus dem hervorgeht, dass bei einem Kletterunfall in der Geiselsteinnordwand eine unterstützende Mannschaft aus München angefordert werden musste.

Die Kohleförderung als kriegswichtige Tätigkeit im benachbarten Peiting, verschonte die jungen Bergwerksmänner vor einer Einberufung. Somit war es möglich, die Lücken in der Bereitschaft wieder zu schließen und ebenso ergab sich der Zusammenschluss zur Bereitschaft Schongau-Peiting.

Nach dem Krieg wurde der Dienst unter der Verwaltung der Amerikaner wieder aufgenommen. Ein eigenes Fahrzeug stand wieder zur Verfügung und technische Rettungsgeräte wurden auch genehmigt. Ebenso erleichterte die eigene Diensthütte den Aufenthalt an den Dienstwochenenden.

Das Dienstgebiet um die Kenzen ist unserer Bereitschaft bis heute geblieben. Aus den anfänglich zehn Bergwachtmännern sind zum jetzigen Zeitpunkt 54 aktive und passive Mitglieder geworden. Die Ausbildung ist im Vergleich zu Früher umfangreicher geworden, da die Anzahl der technischen Rettungsgräte zugenommen hat. Im Vordergrund steht aber immer noch der Dienst am in Not geratenen Mitmensch.

Im November 2011 wird nach 74 Dienstjahren aufgrund des neuen Rettungsdienstgesetzes und den damit verbundenen Umstrukturierungen der Bereitschaftsname von Schongau-Peiting auf Steingaden-Peiting geändert. 

 

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