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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Die Geschichte der Bergwacht Furth im Wald

Die ehmalige Sanitätswache auf den weg zur Althütte

Die Gründung 08.01.1938:
Josef Leitner suchte nach gleichgesinnten Kameraden und fand diese in seinen alten Wanderfreunden Zima Hans, Schreiber Josef und den Brüdern Toni, Oskar und Sepp Mühlbauer (Evem-Boum). Sie machten ohne eigentliche Gründung ab Juni 1937 Bergwachtdienst. Kamerad Hans Kraus, ein Mitglied einer im Jahre 1928 ins Leben gerufenen, aber gleich wieder erloschenen ersten Further Bergwachtgruppe und weitere 16 Burschen, von welchen nur einige das Zeug zu einem Bergwachtmann hatten und bei der Gruppe verblieben schlossen sich bis Dezember 1937 an. Inzwischen suchte und fand man Kontakt zur Bergwachtabteilung Bayer­wald in Regensburg. Ihr Abteilungsleiter Dr. Karl Schmid förderte die Gründung einer Ortsgruppe in Furth im Wald nach Kräften. Mit dem praktischen Arzt Dr. Karl Seidl konnte ein dem Bergwachtgedanken aufgeschossener Arzt und Ausbilder gewonnen werden. Der Gründung am 8 Januar 1938 stand somit nichts mehr im Wege.

34 Gründungsmitglieder:
Baumann Franz, Kraus Hans, Meier Franz, Hastreiter Emil, Kussinger Richard, Meixelsperger Hans, Hastreiter Vinzenz, Landgraf Josef, Mühlbauer Anton, Kaufmann Max, Lang Hans, Mühlbauer Josef, Kaufmann Michl, Leitner Josef, Mühlbauer Ludwig, Kaufmann Wenzl, Lindner Erich, Mühlbauer Max, Kerner Max, Lindner Hermann, Mühlbauer Oskar, Kraus Georg, Meier Franz, Mühlbauer Xaver, Obermeier Josef, Schindler Franz, Stauber Georg, Peter Siegfried, Schreiber Josef, Zirna Hans, Reimer Alois, Dr. Seidl Karl, Schießel Georg,  Siegl Engelbert

1938-1939 Die Ersten Diensthütten:
Die drei Brüder Max, Michl und Wenzl Kaufmann erklärten sich bereit, in ihrem elterlichen Wohnhaus, dem sogenannten Gärtnerhaus im Schloßgut Voithenberg, eine Melde- und Hilfsstelle für Unfälle einzurichten. Die dienstliche Besetzung des Further Hausberges, des Hohenbogen, ist für die Further Kameraden eine Prestigesache, wenngleich dort nur wenig Wintersport betrieben wird. Im Einvernehmen mit der Forstverwaltung in Kötzing wird die alte Forstdiensthütte als Unterkunft eingerichtet. Erster Hüttenwart ist Kamerad Alfred Peter.

Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die Tschechoslowakei wer­den die in der Further Senke angelegten Befestigungsanlagen abgebaut. Die Fur­ther Bergwacht erwirbt einen für die Luftüberwachung errichteten Aussichts­turm mit Unterkunft auf dem Dieberg. Der Grundstücksumgriff wurde ange­pachtet. Die Kameraden machen sofort Pläne, die kleine einräumige Unterkunft als Hütte auszubauen. Erster Hüttenwart ist Kamerad Herbert Hartl. Der Hüttenbau wird in den Kriegsjahren durchgeführt, es mangelt an jeglichem Material. Um den Hüttenbau macht sich Kamerad Max Reitmeier sehr verdient. Der Landwirt Alois Kolmer von Dieberg übernimmt viele Hand- und Spanndienste.

Das Kriegsende Frühjahr 1945:
Am Further Bahnhof herrscht ein unbeschreibliches Durcheinander. Niemand kümmert sich mehr um eingefahrene Lazarettzüge aus der Tschechoslowakei mit frischverwundeten Soldaten. Jeder denkt nur an sich selbst. Sepp Leitner ergreift mit seinen jungen Bergwachtmännern die Initiative, richtet eine Hilfsstelle im Bahn­hof ein und versorgt 593 Verwundete, bringt sie in schwierigen Fällen mit Tragen in Further Notlazarette. Als einzige Rotkreuz-Helferin steht Frau Gugg den Berg­wachtkameraden bei dieser grandiosen Leistung bei. Trotz aller Kriegswirren Ende April 1945 kam die Bergwachtarbeit darüberhinaus nicht zum Erliegen. Da man in den umliegenden Wäldern verwundete oder gefal­lene Soldaten vermutete, führten die Bergwachtkameraden Suchaktionen vom 6.5, bis 21.5. auf dem Dieberg, Hohenbogen, Voithenberg und in den übrigen Wäldern durch. Tote lagen jedoch nur im Talbereich von Seuchau und Daberg.

1947:
Baron Robert Voith von Voithenberg überläßt der Bergwacht Furth i. Wald das ehemalige Teehaus auf dem Gaisriegel bei Voithenberg als Diensthütte. Er stiftete für den Anbau einer Küche das erforderliche Material aus seinem Säge­werk und die notwendige Kücheneinrichtung aus der Gutsschreinerei. Sogleich begann man mit dem Anbau und den Ausbau von Schlafräumen im Dachgeschoß. Die Arbeiten zum Ausbau des Teehäusls waren 1949 abgeschlossen. Mit einem zwei Tage andauernden Fest wurde die Hütte am 16. und 17. Juli eingeweiht. Die Hütte erhielt aus Dankbarkeit den Vornamen des Spenders „Roberthütte". Erster Hüttenwart war Rudi Schweitzer.

1. 5. 1948:
Einweihung der bei der Dieberghütte errichteten Mariengrotte als Gedenkstätte für die gefallenen Bergwachtkameraden. Der Verpächter des Grundstückes der Dieberghütte war 1948 verkaufsbereit. Ein weiterer Umgriff des Hüttengrundstückes wurde angekauft.

Erster Dienstwagen:
Erstmalige Indienststellung eines Dienstwagens 1948, eines Stoewer-Geländewagens von der ehe­maligen deutschen Wehrmacht. Er mußte später wegen Ersatzteil­mangels wieder aufgegeben wer­den.

1958:
Der Gründer der Bereitschaft Sepp Leitner ist verstorben. Eine große Anzahl von Bereitschaftsangehörigen gibt ihm die letzte Ehre. Seine Persönlichkeit und sein selbstloser Einsatz für die Bereitschaft in den Gründerjahren bleiben unver­gessen bei denjenigen, die ihm in seiner Bergwachtzeit zur Seite standen. Darüber hinaus werden seine Verdienste in den Analen der Bergwacht Furth i. Wald einen würdigen Platz einnehmen.

1963-1965:
Im Einsatzgebiet „Althütte-Gibacht" wurde die Errichtung eines Stützpunktes not­wendig. Die auf der Festwiese als Sanitäts- und Polizeiwache dienende Block­hütte mußte für den Neubau des BRK-Hauses weichen. Die Bereitschaft erhielt sie auf Antrag von der Stadt zugesprochen, transportierte sie auf den Lagerplatz Redel in der Marienstraße und baute sie dort so gut als möglich aus. Baron Karl-Hubert Voith von Voithenberg stellte in Althütte neben dem Feuerwehrhaus ein Grund­stück zur Verfügung. Nach Räumung des Platzes und Vorbereitung der Funda­mente konnte der Hüttentransport auf ausgeklügelten Umwegen mittels eines Tiefladers über die alte Reisecker Straße zum Aufstellort gebracht werden. Kaminausbau und Vorhausanbau folgten und bereits im Winter konnte die Hütte für den Dienstbetrieb genützt werden. 1964 erfolgte die abschließende Fertigstel­lung der Diensthütte Althütte und Vornahme der Einweihung am 18.10. durch Pfar­rer Penzkofer, Herzogau. Die Wichtigkeit dieser Hütte in diesem mehr und mehr frequentierten Gebiet erweist sich jedes Jahr aufs neue.

1965 - 1967:
Immer mehr wird erkennbar, daß an der Motorisierung der Bereitschaft nicht vor­beizukommen ist. Ein Neufahrzeug ist finanziell nicht erschwinglich. So wurde die Gelegenheit genutzt, ein durch die Grenzpolizei ausgemustertes Dienstfahr­zeug, einen VW-Bus, preisgünstig zu erwerben und als Rettungs- und Mann­schaftsfahrzeug auszurüsten. Umfangreiche Renovierungsarbeiten mußten an der Roberthütte in Angriff genommen werden. Das vorhandene Schindeldach war undicht und mußte erneuert werden. Es wurden Nägel mit Köpfen gemacht und gleichzeitig der Dachstuhl erweitert, damit man über der angebauten Küche einen weiteren Raum gewann. Als Bedachungsmaterial entschied man sich für dunkelbraune Eternitschablonen. Zum Schluß wurde ein Windfang angebaut und die Außenfassaden farblich aufgefrischt. Alle Arbeiten wurden wie immer selbst ausgeführt. Die umfangreichen Erweiterungs- und Renovierungsarbeiten an der Roberthütte waren 1967 erfolgreich abgeschlossen. Alle Kameraden waren stolz auf ihr Werk und wollten an ihrer Freude auch die Förderer und Gönner Anteil nehmen lassen. Kurz um, luden sie diese und auch die interessierte Bevölkerung zu einer Ein­standsfeier vor der Hütte ein. Es wurde für Speis und Trank und auch für musika­lische Unterhaltung gesorgt. Der Zuspruch war überwältigend. Der „bengalisch" beleuchtete Festplatz unter dem grünen Dach der alten Buchen hob die Stimmung. Alle Besucher waren begeistert. „Das 1. Gaisriegel-Bergfest war geboren."

1971:
Die Bereitschaft benötigt für den Dienstwagen und die Geräte am Ort dringend eine Unterbringungsmöglichkeit. Sie bemüht sich um das von ihr 1944 gebaute Behelfsheim am Föhrenweg 1. Der einzige Bewohner wird durch die Stadt ander­weitig untergebracht und das Häuschen wird von den Kameraden erweitert und umgestaltet. Es wird am 25. 9.1971 zusammen mit dem neuerworbenen VW-Ret­tungswagen eingeweiht.

1979-1985:
Die Funktechnik hält Einzug in die Bereitschaft. Erstmals erhält die Bereitschaft vom Abschnitt Funkgeräte zugeteilt (l FuG 8 b für das Fahrzeug, 3 Handsprech­funkgeräte FuG 10).

Einbruchversuch mit Brandstiftung in der Roberthütte. Das bereits im Auftenthaltsraum um sich greifende Feuer ist glücklicherweise durch Sauerstoffmangel wegen großer Rauchentwicklung (Schwelbrand) wieder erstickt. Der Täter konnte von der Grenzpolizei ermittelt werden.

„Verein zur Förderung der Bereitschaft": Ein Erbbaurechtsvertrag für die Robert­hütte kommt zum Abschluß. Der Grundstücksumgriff der Diensthütte Althütte wird käuflich erworben.

Zuteilung eines Daimler-Benz - Geländewagens durch das BRK-Präsidium. Alle bisherigen Dienst­fahrzeuge hat die Bereit­schaft auf eigene Kosten angeschafft.

1986 Der Bau des Gerätehauses am Sagweg 18:
Zunächst dachte die Bereitschaft an die Erweiterung des Gerätehauses am Föh­renweg und begann im Februar 1986 Holz für einen neuen Dachstuhl zu fällen. Die Stadtverwaltung zeigte aber dann neue Perspektiven für die mögliche Auslage­rung des Gerätehauses in die Bischofteinitzer Straße, in die Vollmauer Straße und schließlich in den Sagweg auf. Auf letzteren Vorschlag fiel im Juli 1986 die Entschei­dung. Entwürfe für einen Neubau kamen auf den Tisch. Kamerad Kraus stellte in der Glaserstraße eine ..Notunterkunft" für die Geräte und das Fahrzeug zur Ver­fügung. Der damalige Staatssekretär im Bayer. Umweltministerium, Dr. Max Fischer, MdL, nahm in einem feierlichen Akt am 7.11.1986 die Grundsteinlegung vor. In den Jahren 1987/1988 erfolgte die Fertigstellung des Gerätehauses. Damit hat die Bereitschaft ihre lang ersehnte, endgültige Bleibe in Furth i. Wald gefunden. Unter der Bau- und Finanzträgerschaft des Bergwacht-Fördervereins konnten die not­wendigen Arbeiten durchgeführt und die erforderlichen Mittel beschafft werden.

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