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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Unsere Chronik

Die Gründerjahre bis 1949

Ende 1945, nach dem endlich überstandenen furchtbaren Krieg, beginnt die Geschichte der Bergwacht Weilheim. Am 3. Oktober 1945 trafen sich die Bergwachtmänner Sepp Birk, Hans Schmid und David Sedlmayr, um in Weilheim eine Bergwachtbereitschaft zu gründen. Alle drei waren bereits Mitglieder in anderen Bergwachtbereitschaften. Birk und Sedlmayr kamen von der Bereitschaft Schongau, Schmid von der Bereitschaft München.

Das Gründungsvorhaben mußte von der amerikanischen Militärregierung genehmigt werden. Bedingung war die Gründung als Gemeinschaft im Bayerischen Roten Kreuz. Nach der Genehmigung wurde am 7. November 1945 im Rundfunk bekannt gegeben, daß in Weilheim eine Bergwachtbereitschaft gegründet wird. Nun konnten alle Vorbereitungen getroffen werden und die Bergwacht Weilheim ihre Tätigkeit beginnen. Sepp Birk übernahm die Bereitschaftsleitung, David Sedlmayr die Ausbildung und Hans Schmid kümmerte sich um die schriftlichen Angelegenheiten.

Organisatorisch gehörte die Bereitschaft Weilheim zur Kreisstelle Murnau (ab 1947 dann Abteilung Murnau). Vor dort wurden auch die Dienstausweise und die Dienstanordnungen ausgestellt. Die Dienstanordnung Nr. 1 ist im Original erhalten. Sie belegt einen Dienst auf dem Pürschling, der gleich mit einem Verletztentransport verbunden war.

Etwa 20 bergbegeisterte und hilfsbereite Männer wurden dann im Laufe des Jahres 1946 als Bergwachtanwärter für den Bergwachtdienst ausgebildet. Die ersten bestanden ihre Prüfung am 13. November 1946. Als Prüfer war Wiggerl Gramminger, der Pionier der Bayerischen Bergwacht, aus München gekommen. Die Prüfungsbescheinigung ist uns erhalten geblieben. Der Weilheimer Arzt Dr. Alfred Deichstetter hatte bereits im August 1946 die Sanitätsprüfung abgenommen. Ende 1946 zählte die Bereitschaft 25 Mitglieder und Anwärter.

Die Dienstgebiete der jungen Bereitschaft waren breit gestreut und wurden mit dem Zug erreicht. Im Winter umfaßte ihr Einsatzgebiet Hohenpeißenberg, Pürschling, Hörndl, Heimgarten, Krottenkopf und Wank, im Sommer zusätzlich Dienste im Karwendel und im Wettersteingebirge. Zwei Kameraden beteiligten sich im Sommer 1946 an einer Totenbergung vom Tiefkarspitze-Westgrat im Karwendel.

In den Nachkriegsjahren standen nur äußerst knappe Mittel für Ausrüstung und Rettungsgeräte zur Verfügung. So war man froh über acht Verbands- büchsen, von der Weilheimer Firma Zarges kostenlos zur Verfügung gestellt. Vereinzelt gab es auch Bezugsscheine für Skischuhe. Vom BRK-Präsidium, Referat Bergwacht, wurden 1947 der Bereitschaft Weilheim dringend benötigte vier Paar Ski und ein Paar Kletterschuhe zugeteilt, natürlich gegen Bezahlung.

Bei der Finanzierung von Material und Rettungsgeräten war die Bereitschaft, wie alle anderen Bergwachtbereitschaften, vorwiegend auf sich allein gestellt. Etwa 20 Förderer unterstützten die Bereitschaft mit Geld- und Sachspenden. Vom Verkauf der Lose für die Bergwachtlotterie blieb ein kleiner Anteil der Bereitschaft. So ist für 1948 vermerkt, daß Weilheim 1600 Lose zugeteilt wurden, die aber nicht alle abgesetzt werden konnten. Lichtbildervorträge zugunsten der Bergwacht im Weilheimer Stadttheater und in Gaststätten er- brachten ebenfalls Einnahmen.

Wie schon 1946 gab es auch 1947 und 1948 Zusatzverpflegung für den Bergwachtdienst. Über die Ausgabe wurden genaue Listen geführt. Die BergwachtIer mußten den Empfang bestätigen. Einige Listen, aus denen auch die damaligen Dienstgebiete ersichtlich sind, wurden aufbewahrt.

Ein detaillierter Tätigkeitsbericht für die Zeit Dezember 1947 bis Mai 1948 weist Dienste an 26 Tagen auf mit 7 Hilfeleistungen und 4 Abtransporten (zweimal Pürschling, Heimgarten und Westliche Karwendelspitze). Durch Wegzug und Austritt hatte sich die Bereitschaftsstärke Ende 1948 auf 18 aktive Mitglieder verringert. Dieser Mitgliederstand blieb bis Mitte der Fünfzigerjahre etwa gleich.

Im Durchschnitt wurden jedes Jahr zwei praktische Übungen im Gelände durch- geführt. Stützpunkte dafür waren oft die Kaseralm unterm Heimgarten oder der Pürschling. Wie in den Vorjahren, haben auch 1949 verschiedene Kameraden an überörtlichen Lehrgängen teilgenommen. Sie wurden auf der Meilerhütte im Wetterstein, auf der Lyrahütte im Spitzinggebiet und im Hochries- gebiet abgehalten. Intensive Ausbildung in Erster Hilfe und Rettungstechnik war ein Muß, um den Ausbildungsstand der jungen Bereitschaft zu festigen. Im Tätigkeitsbericht ist für den Winter 1949/50 unter anderem ein mühsamer Abtransport vom Heimgarten mit der Skiverschraubung erwähnt.

 

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