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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Unsere Chronik

Die Diensthütte “Brünntal” der Bergwacht Oberaudorf

Die Vorgeschichte

Die Bergrettungs-Einsätze im Gebiet der Bergwacht Oberaudorf wurden anfangs nur vom Tal aus organisiert. Erst später gelang es einen Vorsorgedienst einzurichten. Während der Wintermonate dienten Almhütten dabei als Stützpunkte.

Nach dem Bau der Alpenvereins-Hütte am Brünnstein kam es zwischen Alpenverein und Bergwacht zur Vereinbarung, daß das Zimmer Nr. 5 des Brünnsteinhauses für die Audorfer Bergwachtler reserviert werde. Dies klappte vielfach aber nicht, Vorsprachen beim AV-Hüttenreferenten brachten keine Besserung.

Keine Besserung der Verhältnisse brachte eine Vorsprache beim Hüttenreferenten der Alpenvereins-Sektion Rosenheim.

Antrag auf Hüttenbau

In dieser Zeit wurde der Bergwacht Oberaudorf klar: Es mußte eine eigene Diensthütte geschaffen werden.

Der Oberaudorfer Bereitschaftsleiter Hans Randl ergriff die Initiative und beantragte am 13. Juni 1947 beim Referat Bergwacht im BRK-Präsidium in München, den Bau einer Diensthütte.

Das Referat Bergwacht zeigte sich “grundsätzlich damit einverstanden, daß die Bergwachtgruppe Oberaudorf eine Diensthütte für 6 - 8 Mann auf dem Brünnstein errichtet”. Weiter ausgeführt wurde, “Ein Bauplan für eine kleine Diensthütte kann leihweise zur Verfügung gestellt werden jedoch “mit der Zuteilung von Baustoffen ist nicht zu rechnen”.

Ein Grundstück stellte die Gemeinde Oberaudorf am Fahrweg zum Brünnsteinhaus, im Bereich des Brünntales zur Verfügung und gab so ihren Beitrag zum Hüttenbau.

Eine Basis war gelegt.

Hüttenbau-Beginn

So konnte am 14. Mai 1948 mit dem Aushub der Fundamente begonnen werden.

Das Baumaterial, vor allem Steine, wurden aus der nächsten Umgebung zusammengetragen. So war rasch das Fundament betoniert und die Steinmauern wuchsen.

Den Material-Transport bewältigte man mit Pferdefuhrwerken sowie einem Ketten-Krad und einem VW-Schwimmwagen aus Wehrmachtsbeständen. Für den Kalktransport genehmigte die Bergwacht-Abteilung Rosenheim sogar Marken für 10 Kilo Dieselkraftstoff.

Die Währungsreform - ein Schlag

Doch am 20. Juni 1948 traf die eifrigen Bergwachtler ein unerwarteter Schlag - die Währungsreform.

Mit eisernem Willen nahmen die Bergwachtler jedoch alle Schicksalsschläge in Kauf und strebten den Weiterbau an. Keine Mühe wurde gescheut und wo es nur ging, organisierte man Baumaterialien. Ein weiterer Anreiz zur Motivierung der am Hüttenbau beteiligten Männer war die Zuweisung von Naturalien wie Mehl, Fett in Form von Margarine, Eier, Knäckebrot, Zwieback, Büchsenfleisch oder von Kleidungsstücken wie Kniebundhose, Anorak, Pullover, Flanellhemden, Socken und Reißverschlüsse. Sehr gefragt waren bei den Hüttenbauern Tabak, Kautabak, Zigarettenpapier, Zündhölzer oder Rasierseife und -klingen. In Aussicht gestellt wurde zudem den Helfern, “Reparaturen an Bergschuhen zu organisieren.”

Genehmigt wurde der Bergwacht Oberaudorf auch eine Haus- und Straßensammlung. Ein weiterer Anreiz war die Zusage des Kreisverbandes Rosenheim, den gesamten Erlös aus dem Verkauf von Losen zur “Bergwacht-Lotterie” bei der Ortsgruppe Oberaudorf zur Finanzierung der Hütten-Innenausstattung zu belassen.

Die Hüttenweihe

Endlich war das langersehnte Ziel geschafft und die Hütte im Juni 1949 fertiggestellt. Stolz auf das gelungene Werk ließ man die Brünntal-Diensthütte am 19. Juli 1949 durch Oberaudorfs Pfarrer Fritz Bauer einweihen.

Trotz aller Modernisierung ist die Hütte zu keiner Pension umfunktioniert worden und sie wird gerne wegen der gepflegten Hüttenromantik besucht.

So kann der Audorfer Bergwachtler auf der gemütlichen Brünntalhütte den Vorsorgedienst versehen sowie hin und wieder in stiller Ruh ein erholsames Alpenleben genießen.

Die Jubiläumsfeier “50 Jahre Diensthütte Brünntal” fand mit Gedenk-Gottesdienst und geselliger Feier am Sonntag, 12. September 1999 statt.

Die Bergwacht Oberaudorf in Zahlen

Kurz-Chronik Bergwacht Oberaudorf

1896
Die österreichische Bergrettung wird am 22. Mai in Wien als “Alpiner Rettungs-Ausschuß-Wien” gegründet

1897
Gründung der Alpinen Rettungsstelle Oberaudorf des Deutsch-Österreichischen Alpenverein

Die Leiter waren:
1897 Apotheker Carl Hagen
1915 Knollbauer Sebastian Berger
1923 Wagnermeister Hans Gfäller
1930 Bürgermeister Georg Seebacher

1920
Gründungsversammlung Bayerische Bergwacht mit Hans Gfäller, stellv. Oberaudorfer Rettungs-Stellen-Leiter

1929
Alpine Rettungsstelle Oberaudorf wird Ortsgruppe der Bergwacht

1938
Gebirgs-Unfall-Dienst GUD mit den Zügen Oberaudorf und Kiefersfelden gegründet

1939
Der alpine Rettungsdienst bekommt den Namen “Alpenvereins-Bergwacht”,
nur in Tirol bleibt die Bezeichnung “Alpiner Rettungsdienst”

1945
Zimmermeister Lorenz Sterr organisiert in Oberaudorf für die Bergrettung den Dienstbetrieb neu
Pacht der Lederer-Alm in Längau - Stützpunkt für Winter-Dienstbetrieb
Alpenvereins-Bergwacht wird Bergwacht im Bayerischen Roten Kreuz

1946
Alfred Kanzler Bereitschaftsleiter

1947
Kapellen-Alm am Unterberg als Stützpunkt gepachtet
Hans Randl wird Bereitschaftsleiter (1947 - 1972)
Antrag auf Hüttenbau am Brünnstein für 6 bis 8 Mann (16. Juni)
Ortsgruppe Oberaudorf wird Bergwacht-Bereitschaft

1948
Beginn des Hüttenbaues am Brünnstein am 14. Mai

1949
Einweihung der Diensthütte “Brünntal” am Brünnstein 17. Juli

1951
Anbau einer Holzlege sowie Regenwasser-Reservoir an Brünntal-Hütte

1963
Einrichtung Unterrichts- und Geräteraum im Feuerhaus Oberaudorf

1964
Ausbau von Schlaf-, Geräteraum und Holzschuppen an Hütte

1969
Feier von 40 Jahre Bergwacht Oberaudorf und 20 Jahre Hütte Brünntal, am 26. Juli am Brünnstein

1970
Gebrauchtes Geländefahrzeug Typ Steyr-Puch “Haflinger”, Bj.1960, 120.000 km,
von der Bergwacht Bayrischzell übernommen
Inbetriebnahme von drei Funkgeräten Typ Teleport VI

1972
Alfons Lotter Bereitschaftsleiter (1972 bis heute)

1973
Ausbau des Vorraumes der Diensthütte Brünntal

1974
Neukauf des Allrad-Fahrzeuges Typ Leyland -Landrover

1975
Innenrenovierung der Hütte
Einbau des Funkgerätes FuGe VIIb in Landrover

1976
Quellfassung, Bau Trinkwasser-Reserve und -Leitung für Hütte
Die Hütte erhält ein neues Blechdach
Büroraum im Feuerhaus Oberaudorf neben Unterrichts- und Geräteraum eingerichtet

1979
Bereitschaftsleiter Hans Randl verstarb am 26. Dezember
Inbetriebnahme eines Telefunken-Hand-Funkgerätes FuGe 13
23. Juni Feier von 50 Jahre Bergwacht Oberaudorf und 30 Jahre Brünntal-Hütte mit Schauübung am Luegstein-See und Festabend im Kursaal

1980
Sicherungs-Maßnahmen durch Bergwacht Oberaudorf bei Film-Außen-Aufnahmen zu
“Lili-Marleen” in der Gießenbach-Klamm

1982
Kauf von vier Motorola-Funkmelde-Empfängern
Funk-Feststation mit Gerät FuGe VIIIb installiert

1983
Ausmusterung des Landrover - Bereitstellung Geländefahrzeug Mercedes 230 GE
inklusive Einbauten durch den Bayerischen Staat
Einrichtung eines Unterrichts- und Büroraumes in einem ehemaligen Klaßzimmer der alten Schule Niederaudorf als Depot

1984
Neubau einer Garage mit Geräteraum am Depot

1985
Installierung eines Alarm-Melde-Umsetzers am Depot

1986
Bau einer freistehenden Holzlege an der Brünntal-Hütte

1988
Die Brünntal-Hütte erhält neue Fensterläden sowie Küchen-Einrichtung

1989
Installierung einer Solar-Strom-Anlage als Energie-Quelle für die Brünntal-Hütte und Einbau neuer Fenster

1990
Kauf Pkw-Anhänger mit offenem Kasten für Lastfahrten

1992
Spendengelder ermöglichen den Kauf eines Funk-Helmes

1995
Ausmusterung des bisherigen Bergrettungs-Fahrzeug
Die Bergwacht Oberaudorf erhält einen neuen Mercedes 230 GE

1997
100 Jahre Alpine Rettungsstelle Oberaudorf
Kameradschaftsabend im Festzelt am Sportplatz am 14. Juni
Gedenkgottesdienst und Frühschoppen am 15. Juni
Festabend “Ein-Jahrhundert Alpine Rettungsstelle Oberaudorf” im Kursaal am 27. September mit Ehrungen sowie vorangehend Rettungs-Schauübung am Luegsteinsee mit Hubschrauber-Unterstützung

1998
Die Bergwacht Oberaudorf ist Ausrichter des 22. Landes-Schafkopf-Turniers der Bayerischen Bergwacht am 7. November

1999
Feier 50 Jahre Diensthütte “Brünntal” am Brünnstein mit Festgottesdienst und Mitglieder-Ehrungen am 12. September

2000
Austausch von 5 Alarm-Meldeempfänger Typ Motorola page boy gegen swissphone quattro 98S - Codierung auf Kanal 410 - zwei Alarmierungs-Schleifen
Sanierung des Unterrichtsraumes - neue Beleuchtungs-Einrichtung sowie Erneuerung des Fussboden

 

 

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