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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Samstag, 10. Januar 2015

P.S. für 60 - jährige aktive Mitgliedschaft bei der Bergwacht Bayern geehrt.

„Damals als Nicht-Einheimischer bei der Bergwacht Bergen akzeptiert zu werden, das war schon etwas ganz Besonderes.“

Über ein ganz besonderes Jubiläum durfte sich vor wenigen Wochen P.S. freuen. Für 60 – jährige aktive Mitgliedschaft in der Bergwacht wurde er vom Bereitschaftsleiter der Bergwacht Bergen, Dr. K.K. ausgezeichnet.

 

Der 1937 geborene P.S. erinnert sich noch gut daran, wie stolz er damals war, als Nicht-Einheimischer bei der Bergwacht Bergen aufgenommen und auch rasch akzeptiert worden zu sein.

 

Aufgewachsen in Rottach-Egern am Tegernsee, fand er dort schon in jungen Jahren den Weg zur Bergwacht. Als ihn sein Weg 1962 aus beruflichen und familiären Gründen nach Bergen führte, war es sein Wunsch, sich auch in der neuen Heimat bei der Bergwacht zu engagieren und hier einen neuen Kameraden- und Freundeskreis zu finden.

 

Entscheidend für die Mitgliedschaft waren damals nicht: Gut absolvierte Sichtungen, das Durchlaufen fein aufeinander abgestimmter, vereinheitlichter Ausbildungsmodule und das Bestehen verschiedener standardisierter Prüfungen.

 

Entscheidend war, ob der neue Bergwachtmann (Frauen in der Bergwacht waren damals noch undenkbar!) „einfach passte“. Dazu gehörte, dass man ein guter Skifahrer war, sich im Sommer mit Seil, Haken und Stahlkarabinern (Tubes und Friends gab es noch nicht!) in der Wand bewegen konnte, sportlich fit, körperlich robust und allgemein „in Ordnung“ war.

 

P.S. brachte durch seine Persönlichkeit, seine Freude am alpinen Sport und durch seine Ausbildungsjahre bei der Bergwacht in Rottach-Egern diese Eigenschaften mit und fand so in der Bergwacht Bergen mit ihren damals knapp 20 Aktiven und unter ihrem damaligen Bereitschaftsleiter P.S. schnell eine neue Heimat.

Zur Ausbildung und zum geselligen Miteinander traf man sich in der Werkstatt der Polsterei Filser. Dort war auch das wenige Gerät eingelagert, das der Bereitschaft damals zur Verfügung stand.

 

Anstatt Goretex-, Primaloft- und Softshellkleidung kennzeichneten sich die Bergretter der damaligen Zeit bei ihren Einsätzen mit einer Armbinde über der zivilen Kleidung und einer Anstecknadel.

 

Noch gut erinnert sich P.S. an seinen Einsatz beim Brand des Taborkircherls auf dem Hochfelln am 3. Februar 1970. Da man nicht wusste ob eventuell das Haus brennt, stieg man bei widrigsten Bedingungen und großer Lawinengefahr auf, um sich ein Lagebild vor Ort zu verschaffen und zu prüfen, ob man eventuell noch helfen kann. Teilweise mussten sich die aufsteigenden Bergwachtler kriechend fortbewegen, um nicht vom Sturm umgerissen zu werden.

 

Auch der Verlust eines guten Bergwachtkameraden, M.N. bei einer Ausbildung am Hochfelln im Jahr 1980 hat sich fest in sein Gedächtnis eingebrannt.

Mit dem Bau der Hochfellnseilbahn im Jahr 1971 und der Entwicklung des Hochfellns zu einem damals sehr angesagten Skigebiet in der Region stiegen die Einsatzzahlen rasant an und P.S. weiß von einem Wintertag zu berichten, an dem 12 Abtransporte zu leisten waren.

 

Hilfeleistungen waren damals ohne Einsatzfahrzeug, Handy und Hubschrauber mit teilweise langem Aufstieg mit geschultertem zweiteiligen Akja oder Gebirgstrage und ebenso langem Rücktransport ins Tal verbunden. Das konnte für den Verletzten lange Warte- und Transportzeiten und für die Helfer lange Einsatzzeiten bedeuten.

 

P.S. konnte seine Begeisterung für die Berge und die ehrenamtliche Hilfe am Nächsten auch an seine Kinder weiter geben. Mit S.S. und C.S. sind zwei seiner drei Söhne seit langem bei der Bergwacht Bergen aktiv. S.S. hat über viele Jahre als Bereitschaftsleiter Verantwortung getragen und ist heute als stellvertretender Vorsitzender der Bergwacht Bayern engagiert.

„Vieles hat sich in den vergangenen 60 Jahren bei der Bergwacht verändert. Geblieben ist der verbindende Gedanke, verunfallten Bergsteigern engagiert und mit den aktuellen Möglichkeiten der jeweiligen Zeit zu helfen und unverändert ist die gute Kameradschaft innerhalb der Bereitschaft über all die vielen Jahre hinweg“, so P.S..

Aus diesem Grund und in Anbetracht der vielen jungen Frauen und Männer, die sich auch heute für die Mitarbeit in der Bergwacht interessieren und viel Zeit und Engagement für die heute notwendige Ausbildung einbringen, sieht P.S. die Bergwachtbereitschaft Bergen auf einem guten Weg in die Zukunft.

„Ich denke, wir sind nach wie vor eine sehr gute Mannschaft hier in Bergen und ich hoffe darauf, mich noch viele Jahre engagiert mit einbringen zu können.“

C.N

Autor: Bergwacht Bergen

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