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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Die Ausbildung bei der Bergwacht

Vom Anwärter zur aktiven Einsatzkraft

Wie wird man denn Anwärter, wie wird man aktive Einsatzkraft, wie lange dauert das und wie läuft das Ganze ab?

Die Ausbildung ist bei der Bergwacht Bayern landesweit einheitlich geregelt.
Nur mit Hilfe einer fundierten Ausbildung sind die Helfer der Bergwacht in der Lage, verunglückten Menschen wirkungsvoll zu helfen. Daher durchlaufen die Bergwachtler am Anfang ihrer Mitgliedschaft eine circa zweijährige Ausbildungsphase. In dieser Zeit lernen sie, den Umgang mit professionellem Rettungsgerät, aber auch die behelfsmäßige Bergrettung für solche Fälle, in denen keine planmäßigen Geräte zur Verfügung stehen.

Ausbildungsablauf

Ausbildungsablauf vom Anwärter zur aktiven Einsatzkraft

 

Wenn man ernsthaftes Interesse hat, bei der Bergwacht aktiv mitzumachen, wird man zunächst Anwärter.
Nach einer gründlichen Vorbereitungszeit müssen die Anwärter dann zwei Eignungstests bestehen, um die grundlegenden Fähigkeiten für den Einsatz in der Bergwacht zu prüfen, den sog. Eignungstest Winter und den Eignungstest Sommer.

Nach erfolgreichem Bestehen dieser beiden Eignungstests kann die Ausbildung fortgesetzt werden, die sich dann in die folgenden Bereiche aufteilt:

Sommerrettung
Winterrettung
Notfallmedizin
Luftrettung

Naturschutz

Sind die zugehörigen Prüfungen in allen diesen Bereichen erfolgreich bestanden, wird man zur aktiven Einsatzkraft.

Danach muss aber noch lange nicht Schluß sein. Wer möchte, kann sich dann noch vielfältig weiterentwickeln z.B. als Einsatzleiter, als Fachausbilder oder als Spezialist in einem Fachbereich.

 

Eignungstest Sommer

Der Eignungstest Sommer überprüft die grundsätzlichen bergsteigerischen Fertigkeiten, die bei einem Bergrettungseinsatz für ein sicheres Bewegen im alpinen und unwegsamen Gelände erforderlich sind. Dabei werden von den Anwärtern unter anderem untenstehende Fertigkeiten verlangt. Das sind im Grunde Fertigkeiten, die man auch von jedem routinierten Sportkletterer erwarten würde:

  • Knoten
  • Klettern im Vorstieg
  • Standplatzbau
  • Umbauen
  • Abseilen
  • Seilkommandos
  • Trittsicherheit in schwierigem Gelände
  • Mehrseillängenrouten

Der Eignungstest Sommer gliedert sich auf in zwei Teile.
Im ersten Teil, der in der Regel im Frankenjura stattfindet, werden die grundlegenden Fertigkeiten für das Sportklettern abgeprüft.
Der zweite Teil findet in den Alpen statt, dort liegt der Fokus auf alpinen Mehrseillängenrouten und den dafür notwendigen Kenntnissen.

Eignungstest Winter

Der Eignungstest Winter überprüft die bergsteigerischen und skitechnischen Fertigkeiten, die bei einem Bergrettungseinsatz im Winter für ein sicheres Bewegen im alpinen und unwegsamen Gelände sowie für die Rettung auf Skipisten erforderlich sind. Verlangt wird dabei von den Anwärtern:

  • Sicheres Skifahren auf der Piste
  • Skitourengehen
  • Skitechnik im freien Gelände
  • Kondition für eine mittelschwere Skitour
  • Lawinenverschüttetensuche
  • Lawinenkunde

Sommerprüfung

Bei der Sommerprüfung soll der Anwärter zeigen, dass er alle Techniken und Fertigkeiten beherrscht, die für einen Einsatz in der Sommerrettung verlangt werden. Deshalb werden folgende Kenntnisse aus der organisierten und behelfsmäßigen Bergrettung geprüft:

  • Einsatz der Gebirgstrage
  • Verankerungen
  • Flaschenzüge
  • Rettung nach unten
  • Rettung nach oben
  • Zwei-Mann-Rettungsmethode
  • Seilverlängerung
  • Behelfsmäßiger Abtransport
  • Theorieprüfung Sommerrettung

Winterprüfung

Bei der Winterprüfung soll der Anwärter zeigen, dass er alle Techniken und Fertigkeiten beherrscht, die für einen Einsatz bei der Winterrettung verlangt werden. Deshalb werden folgende Fertigkeiten geprüft:

  • Patiententransport mit Akja auf der Piste
  • Patiententransport mit Akja im steilen Variantengelände
  • Vorbereitungen für einen Hubschraubertransport
  • Lawineneinsatz
  • Mehrfachverschüttung
  • Theorieprüfung Winterrettung

Notfallmedizin

Eine umfangreiche notfallmedizinische Ausbildung ist ebenfalls ein wichtiger Teil in der Bergwacht Ausbildung. Die Prüfung zur Notfallmedizin umfasst unter anderem folgende Themen:

  • Internistische Notfälle
  • Basisreanimation und Reanimation mit AED und Assistenz des Notarztes
  • Fallbeispiele Internistische Notfälle
  • Versorgung von Luxationen
  • Chirurgische, thermische und spezielle Notfälle in der Bergrettung
  • Fallbeispiele chirurgische Notfälle
  • Theorieprüfung Notfallmedizin

Luftrettung

Seit 2009 finden alle Prüfungen Luftrettung in der Hubschrauber-Simulationsanlage in Bad Tölz statt. Folgende Prüfungsaufgaben sind von den Anwärtern zu absolvieren:

  • Landeplatz vorbereiten und einweisen
  • Verhalten am und im Hubschrauber
  • Ein- und Aussteigen im Schwebeflug
  • Ein- und Aussteigen mit der Rettungswinde
  • Vorbereitung und Unterstützung bei einer Winden- oder Taurettung mit einem Bergrettungssack

Wie geht es zu beim Training in der Simulationsanlage? Schauen Sie Sich die beiden Videos an zur Simulatorhalle und zur Seilbahnrettung.

Naturschutz

Da der Bergwacht auch der Naturschutz wichtig ist, werden von den Anwärtern auch Kenntnisse in den folgenden Themen erwartet und geprüft:

  • Naturkundliche Gebietskenntnisse
  • Fachkenntnisse (Definitionen und biologische Grundkenntnisse)
  • Rechtskenntnisse zum Thema Naturschutz
  • Kenntnisse über praktischen Natur- und Umweltschutz

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Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung

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