Mitglieder-Login

Passwort vergessen?

 

 

Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Montag, 9. Juni 2014

Einsatzreicher Pfingstsonntag für die Bergwacht Grainau

Grainau - Viele Bergsteiger unterschätzen die Schneelage an Deutschlands höchstem Berg, Beinahe-Absturz ins Höllental, Kreislaufprobleme an der Höllental-Eingangshütte

Am Sonntag, den 08. Juni 2014, wurde der Einsatzleiter sowie die Mannschaft der Bergwacht Grainau gegen 14:00 Uhr alarmiert. Ein tschechischer Bergsteiger konnte im Aufstieg zur Zugspitze aufgrund eines Schneefelds und des sich darunter befindenden Klettersteigseils nicht mehr weitergehen und war nun in schwierigem, hochalpinem Gelände blockiert. Bei einem Anruf bei dem Betroffenen teilte dieser allerdings mit, dass er mit anderen Bergsteigern, welche ein Seil dabei hatten, zum Gipfel gehen könnte. Somit war ein Eingriff zunächst nicht erforderlich.

Etwa eine halbe Stunde später nahm die Integrierte Leitstelle Oberland erneut Kontakt mit dem Einsatzleiter auf, da sich weitere Bergsteiger gemeldet hatten. Es stellte sich heraus, dass die Informationen des Tschechen nicht korrekt waren. Dieser hatte zwar mit Hilfe eines Seilstücks anderer Bergsteiger den Aufstieg geschafft, zwischenzeitlich waren jedoch mehrere Personen eingetroffen, welche an der gleichen Stelle stecken blieben. Diese warteten dort in dem Glauben, dass die Bergwacht bereits unterwegs sei. Daraufhin machten sich sechs Einsatzkräfte der Bergwacht Grainau auf den Weg zum Zugspitzgipfel. Von diesem aus stiegen zwei Bergretter zu den Bergsteigern ab und führten sie in Vierergruppen, am Seil gesichert und durch eine Motorwinde unterstützt, nach oben. Aus den ursprünglich vier in Bergnot Geratenen sollten innerhalb der folgenden 2,5 Stunden allerdings 20 Bergsteiger werden, die zum Teil mit ungenügender oder sogar gar keiner den Verhältnissen entsprechenden Ausrüstung (Steigeisen, Pickel, Gurt und Sicherungsmaterial) aufstiegen. Da das Klettersteigseil immer noch auf weiten Strecken unter dem stellenweise tiefen und bei den derzeitigen Temperaturen nassen und sulzigen Schnee liegt, wurde sogar von einem Bergsteiger versucht mit einem Biwak-Kochtopf das Seil freizulegen.

Während die Bergung noch in vollem Gange war, ereignete sich ca. 200 Meter tiefer ein beinahe fataler Absturz. Bei der Querung einer mit Schnee gefüllten Rinne ohne Seilsicherung, da dieses wiederum unter Schnee lag, rutschte ein Bergsteiger samt Nassschnee ab und kam glücklicherweise vor einem Abbruch in das Höllental zum Stehen. Bei diesem Vorfall verletzte er sich am Arm, sodass ein Weitergehen nicht mehr möglich war. Zur Rettung des Verunfallten wurde ein Rettungshubschrauber mit Winde angefordert. Der ADAC-Hubschrauber Christoph 1 aus München traf nach etwa einer halben Stunde in Grainau ein und machte sich nach einer Zwischenlandung und "Leichtmachen" der Maschine auf denWeg zur Zugspitze. An der Irmerscharte, ca. 150 Meter unter dem Gipfel, wurde ein Bergretter aufgenommen und zur Einsatzstelle gebracht. Nach kurzer Versorgung und Anlegen eines Rettungsdreiecks konnte der Verletzte mit der Winde geborgen und ins Tal gebracht werden, wo er an einen Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes übergeben wurde. Währenddessen wurden weiterhin feststeckende Bergsteiger zum Gipfel begleitet. Gegen 18 Uhr wurde der Einsatz beendet, da keine weiteren Bergsteiger mehr in Not waren. Trotz der schon weit fortgeschrittenen Tageszeit befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch immer weitere Bergsteiger im Aufstieg.

Während die letzten Bergsteiger zum Gipfel gebracht wurden, bekam der Einsatzleiter von der Leitstelle die Information, dass sich auf dem Weg zur Höllentalklamm ein verletzter Hund befand. Ein Bergretter machte sich mit dem Rettungsfahrzeug auf den Weg und brachte das Tier samt Herrchen sicher ins Tal.

Als die Nacharbeiten der vorigen Einsätze noch durchgeführt wurden, kam erneut eine Alarmierung durch die Leitstelle. An der Höllental-Eingangshütte klagte ein 40-jähriger Bergsteiger aus München über starke Bauchkrämpfe und Kreislaufprobleme. Zwei Einsatzkräfte machten sich sofort auf den Weg um die medizinische Erstversorgung durchzuführen, vier weitere Bergretter folgten mit der Gebirgstrage zum Abtransport des Erkrankten. Dieser konnte nach etwa einer Stunde an einen Rettungswagen des MKT Garmisch-Partenkirchen übergeben werden.

Insgesamt waren am Samstag 8 Mann der Bergwacht Grainau, das Bergrettungsfahrzeug Grainau sowie der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 1 etwa 7 Stunden lang gefordert.

Autor: Bergwacht Grainau

WissensBox-LOGIN

____________________

weitere Informationen

 

 

 

Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung

Bergwacht-Zentrum