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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Montag, 4. Juli 2016

Bergwacht rettet Schluchtengeher aus Gebirgsbach

Wassermassen durch Starkregen blockieren „Schluchtengeher“ im Sylvensteingebiet

3. Juli; Lenggries / Sylvensteinstausee:  Sieben Schluchtengeher aus dem Raum München wurden bei einer Tour im Hühnerbach Richtung Walchenklamm von einem Starkregen überrascht. Durch den folgenden Anstieg des Wassers war ein Weiterkommen zu gefährlich. Den Spezialisten für die Rettung aus wasserführenden Schluchten im Gebirge (Canyonretter) der Bergwacht gelang es in Zusammenarbeit mit dem SAR Hubschrauber der  Bundeswehr alle Personen aus der gefährlichen Situation unverletzt zu retten.

Die Gruppe traf die richtige Entscheidung und wählte den Notruf 112. Die Bergwacht Lenggries rückte mit 10 Mann aus, darunter 3 Canyonretter und ein Bergwachtnotarzt. Wegen der tiefhängenden Wolken war zunächst unklar, ob eine Rettung mit dem angeforderten SAR Hubschrauber  der Bundeswehr möglich sein wird. Parallel wurden daher noch zusätzliche Canyonretter aus dem Oberland angefordert. Die Bergwacht Tölz unterstützte den Einsatz mit Bergrettern und dem mobilen Hubschraubertankanhänger. Am Hochalmparkplatz konnte der Hubschrauber ohne Zeitverlust betankt werden, im Gegensatz zur Alternative am Standort der Maschine in Penzing bei Landesberg. Dies hätte einen Zeitverlust von über 1,5 Stunden bedeutet.  So gelangten die Canyonretter  mit der Rettungswinde des Hubschraubers zur Einsatzstelle. Mit Bohrmaschine und Sicherungshaken spannten die Retter ein Seilgeländer zur Absicherung. Die geteilte Gruppe konnte so von ihren unterschiedlichen Punkten im Bach zusammengeführt werden. Die sieben Männer und Frauen waren unverletzt. Das bestehende Wolkenloch und die große Erfahrung des Piloten ermöglichten dann die Aufnahme der Gruppe mit der Rettungswinde des SAR Hubschraubers. Nach knapp dreistündigem Einsatz waren alle wieder in Sicherheit und konnten die Heimfahrt antreten. Insgesamt waren 45 Bergretter aus den umliegenden Bergwachten am Sylvenstein. In Vorhaltung war auch der speziell ausgestattete Evakuierungsanhänger mit umfangreichem Material für das Thema Schutz und Wärme für die Betroffenen und Einsatzkräfte. Der Hubschraubereinsatz verhinderte zuletzt einen Großeinsatz aller vorgehaltenen Kräfte und Einsatzmittel.

Nicht der einzige Einsatz an diesem Wochenende im Isarwinkl.
Am Sonntag stürzte ein Gleitschirmflieger an dem Südostgrat zum Stangeneck in eine steile Grasflanke, die mit Felsen durchsetzt ist, ab und zog sich Trümmerfrakturen an zwei Lendenwirbeln zu. Der Einsatzleiter gelangte mit dem Hubschrauber Christoph Murnau an die Einsatzstelle und baute dort eine Seilsicherung für die medizinische Besatzung des Rettungshubschraubers auf. Weitere Bergretter aus Lenggries kamen bodengebunden hinzu. Gemeinsam konnte der Patient in dem schwierigen Gelände aus seinem Gurtzeug befreit und im Luftrettungssack gelagert werden. Anschließend wurde der Patient mit der Winde an Bord des Rettungshubschraubers aufgenommen und nach Murnau in die Unfallklinik geflogen. Kurz darauf rückte ein weiteres Team Richtung Probstalm aus. Dort war eine 28- jährige Frau auf dem Steig Richtung Längental gestürzt und zog sich eine Knieverletzung dabei zu. Mit dem Bergrettungsfahrzeug wurde die Frau nach Lenggries gebracht und dem Landrettungsdienst übergeben. Um 21:45 forderte eine Familie dann noch die Hilfe der Bergwacht an. Sie hatten sich bei einbrechender Dunkelheit im Brauneckgebiet verlaufen und schafften den Weg ins Tal nicht mehr. Mit dem Bergrettungsfahrzeug wurde die Familie nach Lenggries gebracht.
 
Auch am Montag rückte die Bergwacht Lenggries zu einem Bergunfall am Idealhang am Brauneck aus. Eine 62 jährige Frau hatte sich beim Abstieg zur Stiealm eine Kopfverletzung und eine Sprunggelenksverletzung zugezogen. Bergretter und Bergwachtnotarzt versorgten die Frau medizinisch. Mit der Gebirgstrage konnte die Frau zum Bergrettungsfahrzeug transportiert werden und nach der Fahrt ins Tal an den Landrettungsdienst übergeben werden.  

Autor: Bergwacht Lenggries

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