Chronik der Bergwacht Bayreuth
Als eine der im Jahr 1922 gegründeten Bereitschaften der Bergwacht im Fichtelgebirge ist es immer das Bestreben der Mitglieder der Bereitschaft Bayreuth den Gedanken der Bergwacht aufrechtzuerhalten.
Schon bald nach der Gründung zählte nicht nur der Naturschutz, sondern auch die Hilfeleistung bei Ski- und Bergunfällen zum Aufgabenbereich.
Je mehr sich die touristische Erschließung des Ochsenkopfgebietes und der Königsheide entwickelte wurde auch die Tätigkeit der Helfer immer besser organisiert. Die teilweise überfüllten "Skizüge" in den Jahren 1930-1955 brachten viele Wintersportler vorwiegend aus dem Nürnberger Land zum Ochsenkopfgebiet.
Die Betreuung ab dem Bahnhof in Bayreuth wurde von den Mitgliedern der Bereitschaft Bayreuth übernommen. Anfangs wurde der diensthabenden Mannschaft vom Fichtelgebirgsverein ein Dienstzimmer und zwei Schlafräume im Ochsenkopfhaus zur Verfügung gestellt, erst im Jahre 1948 konnte eine Holzhütte auf dem Grund des Fichtelgebirgsvereins als Dienstposten in Fleckl gebaut werden. An deren Stelle wurde 1959 ein gemauertes Haus in Eigenleistung erstellt, das bis heute nach mehreren Um- und Erweiterungsbauten als Stützpunkt der Bayreuther Bereitschaft benutzt wird. Seit 1998 verfügt die Bereitschaft über einen Stützpunkt in der Ochsenkopf Talstation in Fleckl. Im Jahr 1999 wurde unser Einsatzfahrzeug (Marke Fiat-Ducato) in Dienst gestellt.
Lange Zeit wurde das Ochsenkopfgebiet nur vom Dienstposten in Fleckl aus betreut. Die Aufgaben wurden immer mehr und es fanden sich Männer in den Ochsenkopfgemeinden Fichtelberg/Neubau (1955) und Bischofsgrün (1963), die in die Bergwacht eintraten und eigene Bereitschaften gründeten.
Ein Großteil der Ausbildung wurde in Lehrgängen im Dienstposten Fleckl durch Kameraden aus Bayreuth durchgeführt. Auch die Ausbildung für die zuletzt gegründete Bereitschaft Mehlmeisel wurde unter tatkräftiger Mithilfe von Mitgliedern der Bereitschaft Bayreuth organisiert. Die Bereitschaft Bayreuth ist stolz darauf, neben der Bereitschaft Bad Berneck (Gründung 1924) als Pionier des Bergwachtgedankens im Fichtelgebirge, insbesondere des Ochsenkopfgebiets zu gelten.
Herauszustellen ist auch die Ausrichtung, Organisation und Betreuung der Bayreuther Wandertage von 1965 bis 1975 durch die Bereitschaftsmitglieder in Uusammenarbeit mit dem Stadtjugendring Bayreuth. Diese ersten Wandertage im Bayreuther Raum wurden noch unter dem Motto "Erlebte Heimat" durchgeführt.
Dem Naturschutzdienst wurde schon immer eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Neben dem Schutz von seltenen einheimischen Pflanzen im Dienstgebiet am Ochsenkopf und in der Umgebung von Bayreuth bis in die Fränkische Schweiz hinein, wurde in den 50er Jahren auch der Edelweiß-Wachdienst in den Berchtesgadener Alpen von Bayreuther Bergwachtler durchgeführt. Heute werden zwar auch noch Pflanzenstandorte besonders bewacht, jedoch hat sich die Naturschutztätigkeit mehr zur Landschafts- und Biotopüberwachung (im Auftrag des Landratsamtes Bayreuth) sowie zur Aufklärung der Bevölkerung und hier insbesondere der Umsetzung des Natur- und Umweltschutzgedankens hinverändert.
Pioniergeist ist auch erforderlich, als 1979 in Bayreuth die erste Bergwacht Jugendgruppe in Bayern gegründet wird. Völliges Neuland wir hiermit betreten, doch die Entwicklung bis heute hat gezeigt, das dies der richtige Weg ist, Jugendliche für die Bergwacht zu interessieren. 1989 ist ein aus der Jugendgruppe hervorgegangenes Mitglied der Bereitschaft Bayreuth auch Teilnehmer am Hilfsprogramm des Internationalen Roten Kreuzes nach der Erdbebenkatastrophe in Armenien. Nur durch eine gute Jugendarbeit können kontinuierlich junge Menschen für die Bereitschaft gewonnen werden.
Bereits vor der Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland werden im Jahre 1989 mit der Bereitschaft Pirna im Elbsandsteingebirge erste Kontakte geknüpft, die ein Jahr später mit einer gemeinsamen Übung zu einer Partnerschaft führen. Aus der Städtepartnerschaft zwischen Bayreuth und der französischen Stadt Annecy entwickelte sich 1991 auch die Partnerschaft zum ehrenamtlichen Bergrettungsdienst "Secours én Montagne" von Annecy.
Die Bergwacht Bayreuth im Jahresrückblick
1922 - Gründung der Bergwacht Bayreuth
16.07.1922 - Anlässlich der Haupttagung des Fichtelgebirgsvereins wird eine "Fichtelgebirgswacht" gegründet. Die Leitung wird Herrn Peter aus Schwarzenbach übertragen. Noch im gleichen Jahr erfolgt der Anschluß an die "Deutsche Bergwacht". Es entstehen die Ortsgruppen Bayreuth, Hof, Rehau, Schönwald, Selb und Wunsiedel.
16.02.1946 - Nach der Übernahme der Bergwacht in das Bayerische Rote Kreuz erfolgt der planmäßige Neuaufbau des Abschnitts Fichtelgebirge durch Otto Müller, Hof. Infolge der Kriegsverluste bestehen nur mehr acht Bereitschaften mit zusammen 98 Bergwachtmännern. Emil Wettach wird Bereitschaftsleiter von Bayreuth.
1948 - Der Fichtelgebirgsverein stellt der Bergwacht Bayreuth eine Diensthütte in Fleckl zur Verfügung.
1950 - Herr Wenzel übernimmt das Amt des Bereitschaftsleiters.
1955 - Albert Paulus wird Nachfolger im Amt des Bereitschaftsleiters.
1959 - Die dem Fichtelgebirgsverein gehörende Hütte in Fleckl wird abgerissen (1958) und in 1959 neu errichtet.
1966 - Otto Müller der Leiter des Abschnitts Fichtelgebirge verstirbt unerwartet. Sein Stellvertreter Ernst Greßmann übernimmt die Abschnittsleitung.
1968 - Eröffnung der Seilbahnen am Ochsenkopf und Vertragsschluss über den Rettungsdienst mit dem Zweckverband im folgenden Jahr.
1971 - Bergwacht erwirbt von FGV das 700 qm große Grundstück für 20.000 DM. Bergwacht betreut die Verpflegungsstationen an der Volkswanderung "Rund um den Pensen".
1973 - Richard Bauer wird neuer Bereitschaftsleiter nach Albert Paulus.
1974 - Heinz Zink übernimmt das Amt des Bereitschaftsleiters.
1975 - Heinrich Wild wird zum Bereitschaftsleiter gewählt.
1979 - Die Bergwacht betrauert den Unfalltod des Kameraden Dieter Schmidt bei einer Wanderung im Rofangebirge. Die erste Ferienfreizeit "Frohe Ferien für Dich" wird unter Leitung von Dietmar Marzodko mit 15 Teilnehmern in Fleckl durchgeführt. Im Anschluss erfolgte die Gründung der ersten Bergwacht Jugendgruppe der Bergwacht Bayern am 13.09.1979.
1980 - Neuer Bergwacht-Bus wird in Betrieb genommen, der von der Bereitschaft und von Spendengeldern mitfinanziert wurde. Große Abseilübung der Bergwacht vom Bayreuther Rathaus bei der Aktion "Bürger - Polizei - Streitkräfte".
1981 - Christoph 20 holt erstmals Patienten aus Fleckl ab.
1984 - 25 Jahre Otto-Müller-Hütte. Erweiterung der Bergwacht-Hütte in Fleckl um Garagenanbau. Der erste Motorschlitten "Seppl" samt Anhänger wird in Dienst gestellt.
1986 - Luftretter der Bergwacht proben erstamls die Rettung von Liftbenutzern mit Hubschrauber.
1988 - Neuer Kachelofen für die Hütte eingebaut. Die ersten Funkmeldempfänger werden in Dienst gestellt. Erstmalige Teilnahme am Leistungsvergleichswettkampf am Arber und letzten Platz eingenommen.
1989 - Katastrophenschutzübung am Buchstein. Bergwacht übernimmt Aufgaben der Naturschutzwacht. Seilwinde für BW-Bus angeschafft. Bergwacht-Chef Franz Heupl besucht Bergwacht Fichtelgebirge. Betreuung von DDR-Bürgern mit 1.500 Einsatzstunden. Rainer Kögel übernimmt von Heinrich Wild das Amt des Bereitschaftsleiters.
1990 - Baum stürzt bei einem Sturm auf unsere Holzhütte. Ein neuer Holzschuppen wird errichtet. Noch einen Baum fällt später beim Umsägen fachgerecht auf das Dach der Hüttengarage. 14. Landespreisschafkopf der Bergwacht Bayern in Bayreuth. Fahrt der Freunde der Bergwacht zum Plattensee.
1991 - Die Auffahrt zur BW-Hütte wird erneuert. Betreuung von Herzblatt-Gewinnern am Ochsenkopf.
1992 - Fahrt der Freunde der Bergwacht in die Toskana.
1993 - Betreuung Open-Air-Konzert in Bayreuth. Wiederholung der Abseilaktion vom Bayreuther Rathaus.
Eigene Kletterwand errichtet.
1994 - Betreuung des City-Marathons in Bayreuth. 25 Jahre Seilschwebebahnen am Ochsenkopf.
1995 - Höhlenrettungsgruppe mit 10 Kameraden errichtet. Besuch der Bergwacht aus Macedonien im Fichtelgebirge. Sabine Kasel, geb. Hopf, wird die erste Bergwachtfrau der Bereitschaft Bayreuth.
1996 - Höhenrettungsübung auf dem Gelände des zu errichtenden Rotmain-Centers, Wandertage und Mountainbikerennen betreut. Gemeinsame Übung mit Hundestaffel des THW. Neuen Motorschlitten eingeweiht. Flugzeugabsturz an der Königsheide - Bergung von fünf Toten mit den Kameraden der Bereitschaft Bischofsgrün.
1997 - 75 Jahre Bergwacht Bayreuth. Feier im Saal der Werkstatt für Behinderte.
1998 - Sanitätsraum in der Liftstation SÜD in Betrieb genommen. Kontakte mit Bergwacht in Pirna und der Bergrettung Annecy.
1999 - Schlittengarage an der Liftstation SÜD errichtet. Fiat-Ducato BW-Bus in Dienst gestellt.
2000 - Freunde der Bergwacht spenden ein GPS für die Ausbildung Karte, Kompass.
2001 - Schneechaos auf der A9 und 1te Dance On Snow Party mit 12.000 Besuchern in Warmensteinach. Kamerad(inn)en mit Suchhunden legen erfolgreich die Anwärterprüfung ab. Rainer Kögel übergibt das Amt des Bereitschaftsleiters an Karlheinz Fiebig.
2002 - Bergwacht fährt zur Unterstützung der Helfer bei der Flutwasserkatastrophe nach Dresden. Landespreisschafkopf in Bayreuth im Herzogkeller.
2004 - Bereitschaft schafft aus Eigenmittel und Fördererbeiträgen AED/EKG (Defibrillator) an. Im Januar feiert die Bergwacht das 25-jährige Bestehen der Jugendgruppe am ersten Winterhüttenfest an der Talstation SÜD der Ochsenkopfseilbahn.
2005 - Rainer Kögel wird Leiter der gemeinsamen Geschäftsstelle für die Region Fichtelgebirge, Frankenjura und Rhön.
2007 - Die Bergwacht im neuen "Internet"-Kleid.
2009 - Michael Eichner übernimmt von Karlheinz Fiebig das Amt des Bereitschaftleiters.
















